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Sex vor der Ehe aus biblischer Sicht

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Da muß ich widersprechen. Gerade weil ich meinen Verstand einschalte, nehme ich die Bibel z.B. an den von Dir angeführten Stellen wörtlich.

Dann erkläre mir mal, warum Dir Dein Verstand sagt, dass Methusalem 969 Jahre alt geworden ist 🙄! Vielleichst solltest Du diese Frage eher als rhetorische verstehen.

Nicht viel anders geht es uns Menschen, wenn wir versuchen einzuschätzen, was Gott kann und was nicht. Nur weil wir nicht wissen "wie das denn gehen soll" bedeutet es nicht, dass Gott ebenso unwissend ist.
Um welches Können oder Wissen Gottes geht es Dir denn dabei? Wovon sprichst Du hier konkret?
 
Der Methusalem ist doch ein gutes Beispiel:
Wenn wir die Bibel wortwörtlich nehmen, ist er über 900 Jahre alt geworden. (ich nenne diese Wortwörtlichen mal Gruppe A)
Wenn wir aber die Bibel in ihren historischen Kontext packen und bedenken, wie die Leute damals mit Zahlen umgegangen sind: Also dass Zahlen mehr Symbolcharakter hatten und eben nicht mathematisch genau genommen wurden (zumindest nicht dort, wo die Bibel entstanden ist). Kommen wir zu dem Schluß, dass die Zahl 969 auch einfach ein symbolischer Wert ist, für: Methusalem ist richtig alt geworden. (ich nenne die, die den historischen Kontext mitlesen Gruppe B)

Also entscheiden wir uns jetzt für: Er ist 969 jahre alt geworden, oder er ist richtig alt geworden? Was sagt uns unsere Logik? Was sagt und der Glaube?
OK nehmen wir mal an, unser Glaube sagt und er ist 969 Jahre alt geworden und der Glaube wiegt für uns mehr als die Logik. Wir gehören also zu Gruppe A.

Dann nehmen wir den zweiten Fall: Die Bibel sagt nichts konkretes aus über Sex vor der Ehe: Ein genauer Wortlaut ist nicht zu finden.
Gruppe A sagt nun: Egal- wir nehmen die Bibel wörtlich- was nicht drin steht, steht nicht drin. Also muss sex vor der Ehe nicht tabu sein.
Gruppe B sagt: Nein, wir setzen die Bibel in den historischen Kontext: Damals war Sex vor der Ehe gesellschaftlich nicht drin. Wir gehen davon aus, dass die "Autoren" der Bibel das ganz selbstverständlich vorrausgesetzt haben und deswegen gilt für uns das Verbot auch weiterhin, denn es entspricht dem Willen der Bibel.

Soweit so gut: Aber mir erschließt sich nicht, wie man sich mal in die eine Gruppe und mal in die andere Gruppe einordnen kann. So wie es halt gerade zu UNSERER Vorstellung passt. Wenn es zu unseren Wünschen passt, sind wir Gruppe A, aber wenn Gruppe B besser ist, wechseln wir mal dorthin über?

Heißt das nun, man soll zwar annehmen, dass der gute Methusalem 969 Jahre auf dem Buckel hatte (denn wir lesen wörtlich), aber auf der anderen Seite lesen wir bitte NICHT wörtlich, weil sonst Sex vor der Ehe plötzlich OK wäre?
😕😕 Das passt doch alles hinten und vorne nicht zusammen.
 
Ich persönlich gehe auch davon aus, dass Gott gewisse Verbote zum Schutz ausgesprochen hat. Ist wie bei Eltern. Die verbieten ihren Kindern z.B. Drogen nicht deshalb, weil sie ihnen den Spaß verderben wollen, sondern weil diese gefährlich sind.

Das Gebot, dass man keinen Sex vor der Ehe haben sollte, diente dabei dem Schutz von Frauen und Kindern. In der Entstehungszeit der Bibel gab es ja noch keine nennenswerten Verhütungsmethoden. Die einzig wirklich sichere Verhütung war der Verzicht. Hatte eine Frau Sex, wurde sie mit recht hoher Wahrscheinlichkeit schwanger. Und dann stand sie da. Schließlich konnte eine Frau damals nur schwer allein für ihren Unterhalt sorgen. Da wäre es schlecht gewesen, wenn sie am Ende auch noch mit 5 Kindern, für die niemand sorgen wollte, dastand. Ein anderer Mann findet sich ja nicht so leicht (ist ja auch heute so) wenn er noch 3 Kinder mitfüttern soll, die alle nicht von ihm sind. Auch damals gab es sicher schon Männer, die nach dem Sex weder von der Frau, noch dem Kind noch etwas zu tun haben wollten.

So, um die Frau und die künftigen Kinder zu schützen, wurde verordnet (ob von Gott oder der Gesellschaft sei mal dahingestellt, das soll jeder für sich entscheiden), dass der Mann gefälligst die Verantwortung für das neue Leben und dessen Mutter zu übernehmen hat. Heute sorgen Gerichte dafür, dass ein Mann dies auch tut (Unterhalt) und notfalls gibt es ja das Sozialsystem. Damals hatte die Gesellschaft aber andere Methoden, um den Mann dazu zu bringen, seiner Pflicht nachzukommen: er hatte die Frau vor dem Sex zu heiraten und für das entstehende Kind aufzukommen. Ohne Heirat und Übernahme der Verantwortung eben kein Sex.

Ob dieser Schutz durch ehe heute noch nötig ist, muss jeder selber wissen.

Dein Verständnis für "kein Sex vor der Ehe" finde ich sehr interessant. Man kann es so sehen.

Ich finde mehrere Gründe, warum "kein Sex vor der Ehe" sinnvoll sein kann:

1. Schutz der Frau und des Kindes in der damaligen Gesellschaft aus den von Dir, Sofakissen, benannten Gründen.

2. Schutz der Frau und des Kindes - zeitlos - also auch heute. Auch wenn die materielle Verantwortung in Deutschland durch das Rechts- und Sozialsystem weitgehend gesichert ist, so besteht diese Absicherung nicht in allen Ländern. Und eine Bibel bzw. Anordnung zu erstellen, abgestimmt auf die jeweilige Zeit und das jeweilige Land, halte ich für abwegig, abstrus.

3. Auch wenn im alten Israel die materielle Absicherung der Frau und des Kindes in der Öffentlichkeit besonders bedeutsam war, so scheint es mir doch so zu sein, dass durch Sex eine besondere Verbindung zwischen zwei Menschen entsteht. Diese Verbindung betrifft die Seele, die Psyche und das Herz der Menschen.

Selbst wenn wir noch nie Liebeskummer erlebten, so erleben wir durch und bei anderen Menschen, zu welchen Schmerzen und Tragödien Liebeskummer führen kann. Und dazu reicht oft schon, dass beide nur wenige Male Händchen haltend spazieren gingen.

Welche Verletzungen entstehen, wenn beide auseinandergehen, nachdem sie Sex hatten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann die Verletzungen bzw. Tragödien kleiner sind, als wenn beide nur Händchen gehalten hätten.
Wenn tiefe Verletzungen erfolgen, sind sie a) nicht immer feststellbar und b) auf keinen Fall meßbar und c) werden sie - wenn sie nicht geheilt werden (können) - verdrängt.

Verletzungen bilden immer eine Ursache. Eine aus meiner Sicht wahrscheinlichen Wirkung sehe ich in einer negativen Beeinflussung der Beziehungsfähigkeit.

4. Ich kann mir vorstellen, dass die Ehe - als eine Zusammengehörigkeit für alle Lebensbereiche - einen Spiegel darstellt für die Beziehung Mensch-Gott: Alle Lebensbereiche umfassend.

Sex vor der Ehe beinhält ein hohes Risiko, dass daraus je nach Person ein häufiges oder gar ein generelles Verhalten "Sex ohne Ehe" wird. Dadurch wird eine Verbindung, die der Gesamtheit des Menschen in einer Beziehung dienen soll, vom Gesamten abgetrennt. Und dadurch reduziert sich der Mensch zu einem Trieb gesteuerten Wesen. Mein Eindruck ist nicht, dass es dem Menschsein entspricht, als triebgesteuertes Wesen zu leben. Das Soll wird so verfehlt.

Eine Beziehung Gott-Mensch kann ich mir gut vorstellen. Eine Beziehung Gott-triebgesteuerter Mensch nicht.

-------------

Auf der anderen Seite denke ich, dass die "falsche Reihenfolge" durch die Ehe mit diesem Partner korrigiert bzw. geheilt wird. Daraus möchte ich jedoch auf keinen Fall ein "die Reihenfolge ist doch egal" ableiten.

LG, Nordrheiner
 
Heißt das nun, man soll zwar annehmen, dass der gute Methusalem 969 Jahre auf dem Buckel hatte (denn wir lesen wörtlich), aber auf der anderen Seite lesen wir bitte NICHT wörtlich, weil sonst Sex vor der Ehe plötzlich OK wäre?
😕😕 Das passt doch alles hinten und vorne nicht zusammen.

Meine Antworten:

Nach meinem Dafürhalten mixt Du nicht vergleichbare Sachverhalte. Unterschiedliche Sachverhalte erfordern auch einen unterschiedlichen Umgang mit ihnen. Es gibt viele Katastrophen, weil Menschen immer die gleiche Vorgehensweise praktizierten, egal um was es sich handelt.

Beispiel:
1) Für eine Leiche wurde vor 50 Jahren als Lebensalter z.B. 900 Jahre auf der Karteikarte vermerkt, bevor sie verbrannt wurde. Weil wir so ein Lebensalter nicht kennen, will Dr. Müller die Richtigkeit dieser Eintragung nicht glauben und geht der Sache nach. Der Arzt, der den Eintrag gemacht hat, ist vor 40 Jahren verstorben. Es gibt jedoch Personenbeschreibungen des Arztes. Soweit ersichtlich und bekannt, scheint der Arzt eine vertrauenswürdige Arbeitshaltung gehabt haben. Soweit bekannt, war er ein ehrlicher Mensch. Die Menschen, die diese Personenbeschreibungen des Arztes angefertigt haben, sind ebenfalls verstorben.

Es gibt also eine Kette von Personen, von denen wir uns z.B. durch ein persönliches Gespräch kein Bild machen können. Das einzige was uns bleibt, ist eine Sammlung von Indizien zu erstellen, die uns Veranlassung gibt, die Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit als wahrscheinlich anzunehmen oder nicht. Herr Dr. Müller ist eine Person, die die Vertrauenswürdigkeit des Verstorbenen Arztes annimmt und daher der Meinung ist, dass die Eintragung auf der Karteikarte wohl nach bestem Wissen erfolgte und demzufolge richtig sein muß, so unwahrscheinlich sie klingt.

2) Herr Dr. Müller ist noch ein junger Arzt, der jedoch bereits eigenständig Operationen bei Blinddarmentzündungen durchführen soll. Weil er noch unerfahren ist, liest er die Anweisungen durch, in denen er liest:
a) ... Haare auf der Haut entfernen b) Mit Skalpell Nr. 3 die Bauchdecke aufschneiden c) mit Operationszange Nr. 4 den Blinddarm erfassen und d) mit Operationsschere Nr. 1 den Blinddarm vom Körper trennen.

Er hält sich strikt an diese Anweisungen, wortwörtlich, weil er den Verfasser für vertrauenswürdig hält. Auf dem Nebentisch liegt das beschriebene Operationsbesteck, welches er benutzt.

Nach der OP berichtet er einem erfahrenen Kollegen von seiner Operation und seiner Vorgehensweise. Dieser macht ihm den Vorwurf, das Leben des Patienten riskiert zu haben, weil er unsterilisiertes Besteck verwendet hat. (Sterilisiertes Besteck liegt nie offen herum.)

Dr. Müller rechtfertigt sich: "Ich habe die Arbeitsanweisung wörtlich genommen. Von vorhergehender Sterilisation des Operationsbestecks steht da nichts drin." 😕

Beim besten Willen kann ich nicht erkennen, warum sich Dr. Müller bei der OP gleich oder ungleich verhalten sollte zu der Situation, in der er die Richtigkeit der Eintragung auf der Karteikarte prüfen, bestätigen oder verwerfen wollte. Ob er die Eintragung auf der Karteikarte für glaubhaft hält oder nicht, spielt bei der Vorgehensweise bei der OP keine Rolle, darf es auch nicht.

Jetzt alles klar?

LG, Nordrheiner
 
Dann erkläre mir mal, warum Dir Dein Verstand sagt, dass Methusalem 969 Jahre alt geworden ist 🙄! Vielleichst solltest Du diese Frage eher als rhetorische verstehen.

Hab ich das Wörtchen 'Bitte' überlesen? Warum sollte ich diese Frage als rethorische verstehen? 😕



Um welches Können oder Wissen Gottes geht es Dir denn dabei? Wovon sprichst Du hier konkret?

Die Bibel stellt uns Gott als eine Person vor, die den Naturgesetzen nicht unterliegt. Vielmehr ist anzunehmen, dass Gott Naturgesetze begründet bzw. geschaffen hat. Jedenfalls gehe ich davon aus.
 
Hab ich das Wörtchen 'Bitte' überlesen? Warum sollte ich diese Frage als rethorische verstehen? 😕





Die Bibel stellt uns Gott als eine Person vor, die den Naturgesetzen nicht unterliegt. Vielmehr ist anzunehmen, dass Gott Naturgesetze begründet bzw. geschaffen hat. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Lieber Nordrheiner,

es ist schon manchmal ein Kreuz mit Dir. Wir haben uns über diese Frage schon mal ausgetauscht und ich habe damals sinngemäß dargelegt, dass Gott die Naturgesetze nicht einfach außer Kraft setzt, bzw. außer Kraft setzen kann.
Ich zitierte damals Eberhard Jüngel`s "Schöpfung", in dem der Autor und Theologe dies darlegte.

Es wäre auch sonst nicht zu erklären, warum Menschen ohne erkennbare Gründe im Alter sterben, anstatt einfach weiter zu leben.

Die Welt und das Leben haben eine Ordnung, der Gott auch ihren Lauf lässt.

Burbacher
 
Lieber Nordrheiner,

es ist schon manchmal ein Kreuz mit Dir. Wir haben uns über diese Frage schon mal ausgetauscht und ich habe damals sinngemäß dargelegt, dass Gott die Naturgesetze nicht einfach außer Kraft setzt, bzw. außer Kraft setzen kann.
Ich zitierte damals Eberhard Jüngel`s "Schöpfung", in dem der Autor und Theologe dies darlegte.

Herr Prof. Dr. Dr. Eberhard Jüngel hätte mit mir keine Freude gehabt. An unseren Austausch kann ich mich nicht erinnern. Ich bitte um Verzeihung. Warum Gott nicht können soll, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wenn es möglich ist - und wenn Sie die Gründe des renommierten Professors Eberhard Jüngel für zutreffend und für durchdacht halten, würden Sie die Gründe bitte (nochmal) darlegen?

Es wäre auch sonst nicht zu erklären, warum Menschen ohne erkennbare Gründe im Alter sterben, anstatt einfach weiter zu leben.

Da könnte ich aushelfen. Die Regenerationsfähigkeit menschlicher Zellen ist begrenzt.

Die Welt und das Leben haben eine Ordnung, der Gott auch ihren Lauf lässt.

Burbacher

Lieber Burbacher,

die Welt erscheint mir ziemlich ungeordnet. Und auch wenn Gott dies zulässt, stellt sich nicht nur mir die Frage: Wie lange noch?

LG; Nordrheiner

PS. Bitte heute im Haus bleiben. Es stürmt !
 
meine Zeit ist momentan etwas knapp bemessen, daher nur ganz kurz eine Anmerkung zu diesem Thread, seiner Entstehung und so weiter.

Ursächlich für das ganze war die Anfrage einer jungen Frau, welche mit dem Sex bis zur Ehe warten wollte, und sich nun fragte, ob ihr Partner (der zuvor schon etliche Freundinnen hatte) dort wohl mitziehen würde.

Als gründe gab sie auf nachfrage ihren glauben / ihre religion (sozusagen "gott") an. Daraus entbrannte eine Diskussion zwischen mir und Nordrheiner, sowohl im Thread als auch per PM.

Im kern vertrat ich die Ansicht, dass es nicht gerade clever ist, mit einer Säule der Beziehung bis zur Ehe zu warten (Lotteriespiel, das sehr oft schiefgeht), und es vor allem nicht aus glaubens- oder religionsgründen tun sollte, da in der bibel oder durch gott keinerlei verbot des ausserehelichen sex'es existiert.

Nordrheiner sah dies anders, und ich habe angeboten 100 Euro für irgendeinen guten Zweck zu spenden (nachweislich), sollte er mir innerhalb der Bibel irgendeine Stelle nennen, die BELASTBAR sex vor der ehe verbietet. Dieser Thread ist sozusagen eine "folge" davon, da das Thema ja durchaus Diskussionspotential hat, und vlt auch andere User gerne daran teilhaben wollten.


Als Zusammenfassung kann ich für mich mitnehmen

- besonderer dank an Daogadu hast einiges wirklich super und in kurzen worten erläutert

- eine belastbare Stelle gibt es innerhalb der bibel nicht
- sämtliche aufgeführte stellen, die zu allem überfluss auich noch interpretation benötigen, beschreiben den damals üblichen "ablauf", nicht irgendwelche gesetzte oder gebote. diese stellen beziehen sich auf gesellschaftlichen "usus", ganz gleich was die menschen auch geglaubt haben mögen.
- insbesondere gibt es weder ein gebot noch einen wunsch gottes, keinen sex vor der ehe zu haben. im gegenteil, insbesondere die zwangsheirat von jungen mädchen, damit ihre familie cash machen konnte, dürfte ganz gewiss kein wunsch gottes gewesen sein, womit der damals übliche ablauf an sich schon fragwürdig erscheint, jedenfalls aus gläubigensicht

ein junger mensch, der heutzutage sex vor der ehe aus gründen des glaubens un der religion ablehnt (ich beziehe mich hier nur auf einen christen, in anderen glaubensrichtungen bin ich nicht informiert genug) tut dies OHNE jede basis innerhalb der bibel. beschreibungen dessen, was damals üblich war, haben nichts mit gott oder religion oder dem glauben zu tun, sondern sind "historische" überlieferungen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

ein junges mädchen oder ein junger kerl, welche keinen sex vor der ehe haben möchten, gehen fehl, wenn sie sich aufschwatzen lassen, dass GOTT oder die religion etwas gegen sex vor der ehe haben könnte. davon steht in der bibel nichts geschrieben. andere gründe, wie z.b. der gedanke, etwas besonderes nur mit einem einzigen menschen teilen zu wollen, sind davon unberührt, auch wenn ich persönlich so nicht vorgehen würde, kann ich diese einstellung "verstehen". nicht jedoch die der enthaltsamkeit, die sich auf glauben oder gott oder die bibel beruft, warum? siehe oben.
 
Hab ich das Wörtchen 'Bitte' überlesen?

Dann erkläre mir bitte mal, auf welche Weise Dir Dein Verstand sagt, dass Methusalem 969 Jahre alt geworden ist! Ich fürchte, Du wirst mir diese Antwort schuldig bleiben.

Ich frage mich, wie es mit einem Verstand stehen muss, der mir vorgaukelt, dass ein Mensch 969 Jahre alt geworden sein soll. Kann man da überhaupt noch von Verstand sprechen? Entschuldige, aber freundlicher kann ich mich hier nicht ausdrücken. Erkläre mir es bitte!

Die Bibel stellt uns Gott als eine Person vor, die den Naturgesetzen nicht unterliegt. Vielmehr ist anzunehmen, dass Gott Naturgesetze begründet bzw. geschaffen hat. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Zustimmung! Ich gehe eigentlich immer von einer Art "Zweireichelehre" (diesen Begriff nicht mit einem gleichlautenden aus dem Bereich der Theologie verwechseln) aus: Natur und Freiheit. Der Mensch ist das vielleicht einzige Wesen, dass sich gleichzeitig in beiden Bereichen aufhält. Und Gott ist ganz richtig kein Bestandteil der Natur. Daher kann man ihn auch nicht vermessen, beweisen etc. 😉. Vielleicht macht auch die Dreiheit Gott - Welt - Mensch zur Erklärung des Gesamtsystems Sinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Alopecia:

Selbst wenn man 20 exegetisch einwandfreie Stellen in der Bibel fände, die sich gegen Sex vor der Ehe aussprächen - was wäre damit gewonnen? Entscheidend ist, was mir meine Vernunft zum Sex vor der Ehe sagt. Damit soll nicht der Wert der Bibel geschmälert werden, aber letztendlich muss sie sich an der Autorität meines Verstandes und meiner Vernunft messen lassen. Ich könnte auch sagen: dem Erkenntnisvermögen aller Menschen.

Das einzige, was aus meiner Sicht zählt, ist die moralische Einstufung dieses Problemfalls. Die Verbindung zu Gott ist dadurch gegeben, dass auch er sich an diese Moral hält. Gott und Mensch stützen sich auf dieselbe Moral. Folglich sollte man annehmen, dass sich diese Moral dann auch in der Bibel als einem im Sinne von Gott geschriebenen Buch widerspiegelt. Leider ist die Bibel auch nur von Menschen geschrieben worden und unterliegt damit teilweise menschlichen Einschränkungen (Denkfehler, subjektive Abweichungen etc.). Daher geht die Grundaussage der Bibel "Es ist ein Gott und man sollte gottkonform handeln" schon einigermaßen OK, aber man sollte mit den Details (wie zB. Ehe) vorsichtig sein.

Man frage also seine Vernunft, was man von vorehelichem Sex moralisch halten soll. Meines Erachtens läuft es auf die Frage👎 hinaus: Wie verhalte ich mich gegenüber meinem potentiellen sexuellen Partner? Gehe ich mit ihm würdig um, wenn ich mit ihm Sex vor der Ehe habe? Bringe ich ihn in Schwierigkeiten? Kann man das Risiko von Kindern tragen, die daraus entspringen können? Gebe ich nur meinen sexuellen Begierden nach? Und so weiter. Diese Fragen würden von einem sagen wir mal 15 jährigen negativ beantwortet werden und würden in diesem Falle gegen Sex vor der Ehe sprechen. Bei anderen sagen wir mal 43jährigen Menschen könnte die Beantwortung ganz anders ausfallen. Auch ist das Alter natürlich kein ausschließliches Kriterium zur Klärung.

Das Standesamt macht hier auch keinen entscheidenden Zusatz zur Klärung der Frage. In einer kirchlichen Trauung würde man sich im Idealfalle seiner entsprechenden Verantwortung bewußt werden können. In der Praxis heiraten aber auch Menschen, von denen man keinen verantwortlichen Umgang mit seinem Ehe- oder Sexpartner erwarten kann. Daher ist auch eine kirchliche Trauung keine Garantie auf (moralisch) guten Sex 😉.

Sollten sich also die von mir im vorletzten Abschnitt gemachten Erklärungen in der Bibel so wiederfinden, dann kann man aus Vernunftsicht nur zustimmen. Wenn nicht oder wenn man gegenteilige Ansichten in der Bibel finden würden, dann wären sie eben als vernunftwidrig abzulehnen.

Im Prinzip - ich wiederhole mich - kann man sich den Umweg über die manchmal auf fehlerbehaftete - Bibel ersparen, indem man in sich geht und seine Vernunft und sein Gewissen befragt. Eigentlich ist die Bibel ja eher gut zur Erbauung und Bestätigung dessen, was mir meine Vernunft ohnehin schon sagt.

Sorry; ist etwas zu lang geworden.
 
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