Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Ja, genau nach dieser- Deiner- persönlichen Ansicht hatte ich dich auch in meinem letzten Post gefragt, aber keine wirkliche Antwort darauf bekommen. Wenn Du schon sagst, Du würdest gerne in diesem Thread DEINE Ansicht darstellen, dann tu das doch auch mal: Momentan lese ich nur, dass Du mit Bibelzitaten um Dich wirfst und sagst: "Man muss/kann das so oder so lesen", "Ein Mensch, der Christ ist würde dies oder das"
Ja, "man" kann, aber wie ist das bei Dir?
Und wie ist das bei den anderen hier (vielleicht gibt es ja noch mehrere, die Sex vor der Ehe ablehnen)?
DAS wäre doch interessant: Ich hatte Dich auch danach gefagt, wie DU zB mit den Verfehlungen umgehen würdest, was das für Dich bedeutet.
Aber es kam wieder mal keine Antwort: Und das, obwohl Du doch sagst, es ginge Dir im Thread darum, deine Meinung darzustellen.
*am Kopf kratz*
Mir scheint, Du siehst vor lauter Buchstaben meine geschriebene Meinung nicht. Wenn ich einen Sachverhalt niederschreibe, wie den Eröffnungsbeitrag, dann stellt dieser meine Meinung dar. Ist es nicht intolerant zu behaupten, es sei keine persönliche Meinung? Oder unterstellst Du mir, dass ich einen Beitrag schreibe, der meiner Meinung nicht entspricht? Meine Meinung ist in jedem meiner Beiträge 100%ig vorhanden, es sei denn, ich schreibe "so meint xy"
Ich bewundere vor allem einige Frauen hier im Forum, wie einfühlsam und emotional warmherzig sie auch von sich selbst schreiben. In der schriftlichen Kommunikation bin ich eher nüchtern, sachlich und eher selten wie sie. Berufliche Prägung? Vielleicht auch.
Mich interessiert das übrigens nicht, um Dich irgendwie bloßzustellen, sondern weil es mich ehrlich interessiert, wie ein gläubiger Mensch damit umgeht, dass er Vorsätze hat und Ideale, diese aber sicher nicht immer einhalten kann. Was macht das mit Dir? macht es Dich strenger mit Dir selber? Macht es Dich milder mit anderen?
Das sind schöne und gute Fragen. Du hast noch nie danach gefragt. (ist nur eine Feststellung)
Kurze Antwort: Die Erkenntnis des Versagens machte mich einerseits härter, im Sinne konsequenter, andererseits weicher, verständnisvoller. Zum besseren Verständnis muß ich etwas ausholen.
Wenn ein Vorsatz eine weiche Absichtserklärung ist, im Sinne einer good-will Erklärung, habe ich extrem wenig Vorsätze. Ich denke da an Sylvester-Erklärungen "dieses Jahr will ich mit ... aufhören. Von solchen Vorsätzen halte ich nicht viel. Dafür habe ich konkrete Tages-, Wochen- und ggf. Jahresziele. Diese erreiche ich zu über 90%. Dazu trägt bei, dass ich ganz gut einschätzen kann, in wieweit ich kompetent bin und wo meine Grenzen liegen. Ich stecke mir lieber wenige Ziele, die ich auch erreiche, als viele Ziele, bei denen ich nur versagen kann. Ich habe gelernt: Solide und strukturierte Prozesse führen zum guten Erfolg, tragende Werte, Konsequenz, Wissen und Können, aber keine Gefühle oder guten Vorsätze.
Mit Idealen verhält es sich anders. Ideale kann man nicht einhalten, allenfalls zu erreichen versuchen. Als junger Mann war ich sehr idealistisch. Irgendwann habe ich begriffen, dass mich mein Glaube und meine Ideale verändert, aber nicht besser gemacht haben. Was das mit mir gemacht hat? Zunächst ein Schockerlebnis. Dann kam tiefe Traurigkeit. Danach folgte eine Phase der Gleichgültigkeit. Und dann verlief mein Leben nicht besser, sondern schlechter. Dass mich das nicht glücklich machte, kannst Du Dir sicher vorstellen. Und dann dachte ich über Ursache und Wirkung nach sowie über biblische Aussagen und meine Inkonsequenz. Dabei entdeckte ich ein "Geheimnis", welches mir immer vor Augen war, welches ich aber nie gesehen und mit dem Herzen verstanden habe. Betonung liegt auf "mit dem Herzen verstehen": Wir können nur versagen, wenn wir auf Grund unseres Glaubens, Ideale, Vorsätze und eigener Kraft bessere Menschen werden wollen. Aber wir können uns von Gott verändern lassen. Nur ist dafür die Kenntnis von Bibelstellen nicht ausreichend. Es kommt auf die persönliche Beziehung zu Gott an.
Vielleicht ist diese Beziehung in etwa vergleichbar mit einer Liebesbeziehung mit einem Partner/in. Die Kenntnis von Beziehungsregeln ersetzt die persönliche Zuwendung nicht. Und selbst wenn man alle Beziehungsregeln einhalten würde, könnte man von einer Liebesbeziehung nicht reden. Es kommt zu: Gesetz/Regel mehr oder weniger eingehalten, jedoch in der Liebe versagt. Es funktioniert umgekehrt: Die Liebe verhilft zur Einhaltung von Beziehungsregeln. Regeln verlieren ihren gesetzlichen Charakter und gewinnen die Qualität von Hilfestellungen. Der gesamte Lernprozess, der mit Sicherheit viele Jahre dauere und verschiedene Phasen durchlief, hat mich härter gemacht gegenüber Inkonsequenz und weicher bzw. verständnisvoller gemacht gegenüber eigenem oder fremdem Versagen. Denn Versagen bedeutet immer, dass ich auf meine Kraft und mein menschliches Können baute als auf Gottes Einfluß.
Oder was auch immer: Bibelzitate kann ich selber lesen, aber in die Gedankenwelt anderer kann ich nicht so einfach schauen: Deswegen wäre ich neugierig darauf.
Neugier befriedigt? Sonst frage weiter.
Ehrlich gesagt vermisse ich bei Dir einfach mal Kommentare wie: "Ich Nordreihner mag einfach keinen Sex vor der Ehe, für mich fühlt sich das unrichtig an und ich habe den festen Glauben, dass es nicht gut ist", oder "Ich- Nordreihner habe auf Sex vor der Ehe verzichtet und das war eine tolle Entscheidung, weil..."
- Ich würde gerne mal Kommentare von DIR lesen und nicht Kommentare einer Bibelzitiermaschine, die sich sichtlich bemüht, seine eigene Person auszublenden: Das gelingt aber doch eh nie- also warum nicht einfach mal ehrlich zu sich selber stehen?
Ehrlich bin ich immer. Nur gegenüber Menschen, die ich persönlich nicht kenne, bin ich ungern privat-persönlich.
Bei der Bestimmung "kein Sex vor der Ehe" würde ich mich bei meiner evt. Ignoranz wie ein Mann fühlen, der gerne raucht aber weiß, dass es die Beziehung stört, weil die Partnerin den Rauch nicht verträgt. Ich höre mit dem Rauchen auf, weil mir die gute Beziehung wichtiger ist. Insofern führt Verzicht zu meinem Gewinn. Es geht mir in erster Linie nie um die Einhaltung von Geboten, sondern immer in erster Linie um die Beziehung Mensch-Gott.
Ist das verständlich und persönlich genug?
Weil es ein Vergleich ist, möchte ich dem Missverständnis vorbeugen, dass die Regelung "kein Sex vor der Ehe" dazu eingerichtet ist, Gott einen Gefallen zu tun. Dem ist n.m.M. nicht so.