Ja stimmt schon. Es wirkt zumindest hilflos was die SPD derzeit versucht um ihren freien Fall aufzuhalten.
Ja Frau Schwesig hat sich als eine Art Anwältin hingestellt. Sie hat zu Herr Merz gesagt (der war auch Gast) Sie können diese Leute nicht verstehen. Sie verdienen zu viel. (Sie hat sich wirklich so geäußert). Das ist unglaubwürdig, weil sie sicherlich auch nicht zur Unterschicht gehört. 🙄 Sie hat ihr Kind in die Privatschule geschickt. Das darf sie ja, aber wenn sie Bildungschancen predigt, dann wirkt das ein bisschen unglaubwürdig. Grundsätzlich ist es mir egal wie viel ein Politiker verdient. Seine bzw. Ihre Politik ist mir wichtig.
"Hartz IV muss weg" sagt jetzt Parteichefin Andrea Nahles.
Wie glaubwürdig ist das nachdem Martin Schulz als sozialer Reformer abgesägt wurde und Vizekanzler Olaf Scholz Nahles in den Rücken fällt?
Die Groko hat ja vor einen sozialen Arbeitsmarkt einzuführen. Das ist weit weg vom Bürgergeld und es steht ja nicht im Parteiprogramm.
Und was kommt statt Hartz IV? Nahles spricht von "Bürgergeld" und fordert eine "große Sozialstaatsreform". Doch was das alles heißt, bleibt nebulös. Klar ist nur: Es wird teuer.
Und klar ist "von sozialer Gerechtigkeit" hat auch Schulz schon lange gesprochen ohne besonders konkret zu werden.
Ich glaube, die meisten Wähler wollen mehr als warme Worte.
Absolut. Ich befürworte soziale Reformen. Die muss aber seriös sein und ich denke die SPD weiß das sie prozentual weitere Verluste erleiden wird. Da kann sie mit dem Bürgergeld gut punkten. Ich denke dass ist Strategie. Ich traue der SPD nicht. Ich glaube die Leute sind skeptisch genug und lassen sich nicht darauf ein.
Zudem man eben auch nicht ganz verschweigen kann: Hartz 4 war zur damaligen nicht nur falsch, sondern hat den Sozialstaat auch gerettet und Deutschland durch wirtschaftliche Krisenjahre gebracht. Heute haben die Sozialkassen Überschüsse. Wer Hartz IV abschafft, finanziert über die Arbeitslosenhilfe wie früher wieder die Arbeitslosigkeit und nicht die Arbeit.
Ist Hartz 4 optimal und immer fair? Nein. Wäre ein besseres System denkbar? Ja, vielleicht. Aber dass die SPD das Thema Hartz 4 erst NACH der Bundestagswahl entdeckt ist schon symptomatisch.
Mit Hartz 4 oder generell der "rechts-links" frage haben aber scheinbar alle Probleme. Die einen sagen die CDU sei zu weit links, die anderen sagen die SPD sei zu weit rechts. Wie ich auch weiter unten schildern werde, ist aber die Links-Rechts frage schlicht falsch, weil die Zeit der sozialen Revolution längst vorbei ist.
Ja da gebe ich dir recht.
Krallt man sich an dem Gedanken fest, verliert man. Zieht die SPD aber zu weit nach links (weil sie meint nur so punkten zu können), stößt sie viele vor den Kopf, die die Partei jetzt möglicherweise noch als gesellschaftspolitisch liberalere Alternative zur CDU sehen. Was war das für ein elender Akt mit der CDU bis dieser der gleichgeschlechtlichen Ehe zustimmte. Liebe SPD da hattet ihr EINMAL eine "helle Stunde" bevor ihr euch wieder im alten Klassenkampf vergraben habt.
Es ist noch nicht lange her, da saßen sozialdemokratische Parteien in der Mehrzahl der europäischen Regierungen. Heute sucht man sie mit der Lupe.
Mein Problem ist, dass ich auf sie verzichten kann. Die hat kein Wiedererkennungswert. Wozu braucht man die SPD?
Laut einer Studie der Universität Amsterdam werden zwei Hauptgründe für den Untergang der Sozialdemokratie genannt:
1. Einer ist die politische und soziale Fragmentierung unserer Gesellschaften
Es verschwinde der Unterschied zwischen links und rechts. Wir leben in einer postmodernen Welt, in der diese Spaltung zwischen links und rechts ersetzt wird durch eine neue: die zwischen Gutausgebildeten und Schlechtausgebildeten mit ihrer jeweils eigenen Weltsicht. Stimmt das so ist die SPD dem Untergang geweiht. Die sozialen Volksparteien stammen aus einem anderen Zeitalter, dem der Industrialisierung. Sie passen nicht mehr in unsere heutige Zeit mit ihrer starken Individualisierung und Diversität.
2. Der zweite Grund ist, dass die Sozialdemokraten nicht mehr die Interessen der Arbeiter oder "kleinen Leute" vertreten. Gerade die Stammwählerschaft fühle sich betrogen, sowohl kulturell als auch sozial und ökonomisch. Das hat sehr viel mit Ängsten zu tun. So kennt die SPD keine Antwort auf Migration oder kulturelle Identitätssuche. Während Rechtskonservative zumindest Konzepte vorschlagen (seien es manchmal auch nur Slogans oder rückwärtsgewandte ideen) wirken die Sozialdemokraten eher hilf- und tatenlos.
Ich glaube, dass sich viele Parteien auf der Welt nicht ausreichend mit Veränderungen auseinandersetzen. Bildung, Digitalisierung, Globalisierung, Migration, Werteänderungen - all das stürmt auf uns ein und die SPD beschäftigt sich mit womit? Mit Hartz 4.... und selbst dazu hat die SPD weder eine einheitliche Meinung noch ein umsetzbares, finanzierbares Konzept.