Jusehr
Sehr aktives Mitglied
Sarah Wagenknecht ist in einer politisch sympathisch machenden Position: Sie hat den "Luxus" die Regierung und ihre eigene Partei zu kritisieren. Sie versucht sich als Realistin innerhalb der Linken darzustellen. Das verschafft ihr zunächst einmal schlicht Bonuspunkte.
Gerade Wagenknecht hat aber auch eine Vergangenheit...
Vor der Wende galt die lange Zeit als Kommunistin auftretende Wagenknecht als Protagonistin des linken Parteiflügels der PDS. Ab 1991 war Wagenknecht Mitglied des Parteivorstandes der PDS. Zwischen 1995 und 2000 jedoch musste sie für fünf Jahre aus dem Vorstand ausscheiden, weil Gysi sie für so untragbar hielt, dass er mit seinem Rückzug gedroht hatte.
Von 1991 bis 2010 war Wagenknecht Mitglied der Leitung der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Kommunistischen Plattform (KPF).
Wagenknecht forderte im Jahr 2000 eine Überwindung der "kapitalistischen Produktionsverhältnisse" und symphatisiert offen mit Staaten wie Kuba und Venezuela ... noch Fragen? 🙄
Was Wagenknecht als Realistin für manche erscheinen lässt sind manche Streitpunkte wie die Migration. Wagenknecht ist gegen die Forderung vieler Mitglieder der Linkspartei nach offenen Grenzen. Dies nutze ihrer Meinung nach nur den Eliten in den Industrieländern, die durch eine dadurch zunehmende Arbeitsmigration von Dumpinglöhnen profitierten.
Ja, es macht sie sympathisch wenn sie soziale Missstände anprangert, die Wirtschaftslobby rügt usw.. Die Frage ist aber was sie politisch will. Realistisch ist wenig von dem was Wagenknecht fordert. Vor allem weil sie eigentlich nur populistische Parolen wie die "Abkehr von Kapitalismus" predigt und damit das gleiche macht wie der linke Flügel der Linken, wie die PDS und wie die alten Kommunisten, aus denen sie hervorgeht.
Also was sie sagt, finde ich eigentlich OK. Daher wäre ich froh, wenn Du konkrete Aussagen von ihr zitierst, die Deiner Meinung nach nicht OK sind.