Ich freue mich, wenn und das es Dir soweit gut geht.
Wann ist eine Depression (oder eine andere Krankheit) vorübergehend? Dauert eine vorübergehende Depression nur ca. 3 Wochen oder auch 3 Monate oder auch 3 Jahre oder auch z.B. 30 Jahre? Woran kann es liegen, dass eine psychische Krankheit diesen oder jenen Menschen betrifft und nicht geheilt wird - in anderen gleichartigen Fällen eine Heilung eintritt?
Ist eine Disposition gleichzusetzen mit der Krankheit selbst?
Ergänzend dazu folgende Überlegung: Es gibt religiöse Menschen (A), die davon ausgehen, dass Gott von "da oben" lediglich zuschaut und alles geschehen lässt, warum auch immer. Und es gibt Menschen (B), die ein Eingreifen in das einzelne Schicksal nicht nur für möglich halten, sondern behaupten, dies erlebt zu haben. Sprechen beide Menschen, A und B, die Wahrheit oder befindet sich einer von beiden im Irrtum, täuscht sich selbst, Einbildung etc etc. ? Spielt der Glaube also (k)eine Rolle in dem erfolgten oder nicht erfolgten Heilungsprozess?
Ich selbst glaube nicht, dass man ein Gebet benutzen kann wie eine 2 Euro Münze, die ich oben in den Automaten einwerfe und mir unten das gewünschte Ergebnis herausziehe. Jedoch sprechen aus meiner Sicht viele Indizien mit großer Wahrscheinlichkeit dafür, dass Gott nicht einfach nur zuschaut sondern heilend eingreift. Nur eben können wir über Ihn nicht verfügen, wie über einen Hausangestellten oder einen Automaten.
Ach, lb Nordrheiner, wir wissen doch beide, dass die WHO dazu Kriterien festgelegt hat, die den Unterschied zwischen einer ausgewachsenen Depression und einer depressiven Episode beschreiben. Danach werden für die Episode zwei Wochen genannt. Dauert sie jedoch länger, geht man von einer behandlungsbedürftigen Depression aus.
Warum sie bei dem einen geheilt wird, bei dem anderen jedoch nicht, liegt sicherlich an vielen Faktoren. Die psychosozialen Rahmenbedingungen, in denen ein Mensch lebt, machen da einen erheblichen Unterschied aus.
Nicht zuletzt spielt auch das soziale Umfeld eine Rolle, das zur Stabilität eines Menschen erheblich beitragen, wie sie auch gefährden kann.
Was den Glauben angeht, ja, er kann eine Depression vermeidende, wie auch eine die Depression fördernde Wirkung haben. Ob Gott in jedes Leben und in allen Lagen eingreift, vermag ich nicht zu sagen. Ich denke gerade an Anne Frank oder auch an Menschen der Gegenwart, die durch Terror und Gewalt zu Schaden kommen.
Da sehe ich- offen gesagt- wenig Indizien dafür, dass er eingreift, was mich manchmal zweifeln lässt und was den Glauben an einen liebenden und barmherzigen Gott nicht leichter macht. Da hilft mir die Geschichte von Elie Wiesel, der von der Hinrichtung eines Knaben im KZ berichtet. Während der Knabe am Strang baumelt, mit dem Tode ringt, fragt ein Häftling nach Gott und Wiesel lässt einen anderen Gefangenen antworten: "Da, da hängt er am Galgen."
So beten wir ja dann auch im Vater-Unser: "Hinabgestiegen in das Reich des Todes."
Wir hatten ja diese Diskussion schon mal, die Frage, ob Gott an seiner Welt auch leidet, und ich verwies seiner Zeit auf jenen jüdischen Theologen und Rabbi, der in diesem Zusammenhang davon spricht, dass Gott selbst an seinen Geschöpfen leidend, ohnmächtig zusieht.
Burbacher