Ich würde Pamir da auch zustimmen wollen. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Lehrer nicht nru 10 Schüler unterrichtet, sondern mehr als 200. Da kann man sich schon glücklich schätzen, wenn ein Lehrer sich die Zeit nimmt und ab und an mit einem redet-sehe ich zumindest so. Es ist etwas anderes, wenn man sich in einem engen Freundeskreis in jemanden verliebt - oder in einen Lehrer. So hart es für mich auch manchmal zu begreifen ist: ich bin nichts Besonderes. Ich bin auch nur eine Schülerin, die sie in ihrer ganzen Laufbahn knapp 3 Jahre im Unterricht hatte. Wie viele andere auch und wie viele andere Generationen nach mir auch.
Abgesehen davon ist mir, denke ich, niemand eine persönliche Rechenschaft schuldig, warum er meine Liebe nicht erwidert, egal ob Lehrerin oder Mitschüler. Gefühle kann man nicht steuern und ich finde, dafür muss sich niemand rechtfertigen. Und ich kann schon verstehen, dass eine 32 jährige (in meinem Fall) nicht mit einer 17 jährigen (minderjährigen!) zusammen sein möchte, unabhängig von ihrem Beruf. Es sind nunmal Welten, die einen trennen. Da kann eine nichtmal vollhjährige Person noch so reif sein, an die Lebenserfahrung kommt sie nunmal nicht ran. Ich weiß nicht, welche Enttäuschungen sie schon hinter sich hat, was sie in ihrem Leben allgemein so erlebt hat. Man hält sich immer für reifer, als man eigentlich ist. Ich dachte mit 14 auch mal, dass ich nicht mehr pubertiere. Körperlich ist man vielleicht schon "fertig", aber seelisch ist das erst später abgeschlossen, jedenfalls bei 90% der Jugendlichen. Da ist es irgendwo nachvollziehbar, dass einen die meisten Lehrer erstmal für pubertär halten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich niemals mit einer Lehrkraft auf eine Stufe stellen würde (im Sinne von: geliebt werden können, wirklich von Herzen geliebt), weil ich einfach dafür noch zu grün hinter den Ohren bin, um es salopp zu sagen. Lehrer hatten es schon mit so vielen Schülern zu tun, ich glaube nicht, dass eine Beziehung auf Dauer Bestand hätte! Stell dir vor, du sitzt mit ihr am Abendbrottisch und erzählst ihr von deinem "scheiß Mathelehrer" .. ich fänds befremdlich muss ich zugeben, das interessiert jemanden in den vierzigern doch gar nicht. Da bekommt das ganze einen "Das könnte mein Kind sein"-Touch.
Ich persönlich würde meiner Lehrerin meine Gefühle auch nie gestehen. Was soll das denn bringen? Sie erwidert meine Gefühle nicht und erleichtert wäre ich auch nicht, weil sie doch immer im Hinterkopf behält "Die steht auf mich". Ob sie will oder nicht, ich denke, unterbewusst verhält sie sich anders - oder sie ignoriert mich total und das ist verletzend und macht einen mehr kaputt als alles andere. Und was bringt es mir, wenn sie sagt "Ja, ich verstehe deine Gefühle"??? Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir das hilft, das hört sich so nach Psychotante an oder nach meiner eigenen Mutter. Außerdem müsste sie dann den Ballast mit sich herumschleppen. Die allermeisten Lehrer machen sich doch über sowas lange Gedanken, gerade, wenn sie noch nicht so viel Berufserfahrung haben. Und das nur, damit ich mich besser fühlen kann (eventuell). Nee, da hab ich es lieber, wenn sie es nicht weiß und alles so bleibt, wie es ist. Sie ist nicht meine Psychologin und ist nicht für meine Probleme zuständig, sie soll mir was beibringen und mich benoten - das ist in meinen Augen die Aufgabe von Lehrern.
Ich und mein Kurs gehen in 3 Wochen zusammen mit "ihr" ins Kino, um zu feiern, dass dieses Schuljahr keine Klausuren mehr geschrieben werden 🙂 Ich freu mich schon total, wenn ich nur daran denke, diesen Abend mit ihr zu verbringen! 🙂