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Burka & Nikab in Europa

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Das Argument blendet ja des öfteren hier auf... daher eher so allgemein wie(mir) möglich hinterfragt:
Weshalb ist das Medium "Internetforum", indem man so ganz auf eine Gesichtslesung des Gegenüber verzichtet, so stark frequentiert?

Der vergleich hinkt aber sehr, denn dann müsste ich mich auch verhüllen wenn ich mit einer
Burkaträgerin spreche um 'auf Augenhöhe' zu sein.
Ausserdem funktioniert das nur im kleinen. oder wie hier zumindest mit zugeordneten namen. Würden hier alle als unerkennbare gäste schreiben bräche das chaos aus.
Würden alle Frauen verschleiert rumlaufen würde keine mehr Wissen wer wer ist und mit welcher ich schon jemals mal gesprochen habe und mit welcher nicht. Also das funktioniert vielleicht in einer abgeschotteten Welt, einer Gruppe oder dann eben 'im schatten der männer' die frau sagen mit wem Frau reden darf und mit wem nicht.
 
Weil es inzwischen normal aussieht 😀

Und trotzdem entstehen ja immer wieder Missverständnisse, weil Hauptsächlich Mimik, Gestik und die Tonart fehlen... 😉

Oft wird einfach auch zu oberflächlich gelesen - überflogen. Man kann stilistisch auch schriftlich 'ne ganze Menge ausdrücken. Der Leser sollte sich aber auch die Mühe machen, aufmerksam zu lesen.

Das war jetzt OT, sorry
 
Bei der Thematik bin ich auch immer hin und hergerissen. Zum einen gestehe ich jedem das Recht zu, sich so kleiden zu können, wie es eben zu seinen Gewohnheiten und Traditionen gehört, und im Prinzip sind Niqab, Abaja, etc. letztlich auch nur Kleidungsstücke. Trotzdem habe ich bei solchen Komplettverhüllungen kein wirklich gutes Gefühl, weil ich mir nicht sicher bin, ob die Trägerinnen es wirklich freiwillig tun (ich würde es nicht wollen). Auch als Ehemann würde ich nicht wollen, dass meine Partnerin sich so verhüllt (aber ich bin auch nicht in dieser Kultur sozialisiert worden und weiß nicht, wie ich denken und empfinden würde, wenn ich dort geboren und aufgewachsen wäre).
 
Im realen Leben stört es mich eben , wenn mir jemand gegenübersteht, dessen Gesicht ich nicht erkennen kann.

Und das hat noch nicht mal mit der Religion zu tun.

Es würde mich genau so stören wenn mir jemand in westlicher Kleidung gegenüber stünde, mit einer Tüte auf dem Kopf bei der nur die Augenpartie ausgeschnitten wäre oder noch nicht mal die.

Und es würde mich genauso stören, wenn das Gegenüber die ganze Zeit einen Motorradhelm oder eine Motorradmütze auf hätte.

Es stört mich das Gesicht und damit die Mimik des anderen nicht zu erkennen.

Egal aus welchen Gründen.

Und ich wette, dass das einer ganzen Menge andrer Menschen auch so geht.
 
Grundsätzlich bin ich erstmal der Meinung, dass jedes Individuum selbst entscheiden sollen darf, was sie/er tragen möchte.
Nur inwiefern das bei der Kleidung, um die es hier geht, freiwillig ist oder von außen aufgezwungen ist, ist wohl schwer feststellbar und wohl auch von Fall zu Fall verschieden.
In anderen Ländern protestieren Frauen teils unter Lebensgefahr gegen den Zwang eben jene Kleidung tragen zu müssen.
Man sollte diesen Frauen auch nicht in den Rücken fallen, weshalb ich es auch unpassend finde, wenn westliche Politikerinnen sich z.B. bei der Reise in bestimmte Länder ein Kopftuch aufsetzen. Das hat mitnichten etwas mit kulturellem Respekt zu tun, sondern es bestärkt nur die kulturelle Sichtweise der Unterdrücker gegen diejenigen, die das ablehnen und die ebenfalls ein Teil desselben Staates und derselben Kultur (wenn man es so nennen will) sind.
Wenn man den Mittelweg hinbekommen würde, das Tragen dieser Kleidung einerseits zu erlauben, andererseits konsequent gegen jeglichen Missbrauch dieser Erlaubnis in Form von Unterdrückung vorzugehen, dann fände ich das am besten. Dazu müssten aber auch entsprechende Stellen da sein, an die sich Betroffene wenden können und der Zwang unter Strafe gestellt sein/werden.
Ästhetische oder (deutsch-)kulturelle Argumente haben hier meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle zu spielen, weil das einfach eine individuelle Entscheidung ist und bleiben muss und sich niemand nach dem Geschmack von anderen richten muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im realen Leben stört es mich eben , wenn mir jemand gegenübersteht, dessen Gesicht ich nicht erkennen kann.

Und das hat noch nicht mal mit der Religion zu tun.

Es würde mich genau so stören wenn mir jemand in westlicher Kleidung gegenüber stünde, mit einer Tüte auf dem Kopf bei der nur die Augenpartie ausgeschnitten wäre oder noch nicht mal die.

Und es würde mich genauso stören, wenn das Gegenüber die ganze Zeit einen Motorradhelm oder eine Motorradmütze auf hätte.

Es stört mich das Gesicht und damit die Mimik des anderen nicht zu erkennen.

Egal aus welchen Gründen.

Und ich wette, dass das einer ganzen Menge andrer Menschen auch so geht.

Exakt so, kasiopaja. Danke!

Grundsätzlich bin ich erstmal der Meinung, dass jedes Individuum selbst entscheiden sollen darf, was sie/er tragen möchte.
Nur inwiefern das bei der Kleidung, um die es hier geht, freiwillig ist oder von außen aufgezwungen ist, ist wohl schwer feststellbar und wohl auch von Fall zu Fall verschieden.
In anderen Ländern protestieren Frauen teils unter Lebensgefahr gegen den Zwang eben jene Kleidung tragen zu müssen.
Man sollte man diesen Frauen auch nicht in den Rücken fallen, weshalb ich es auch unpassend finde, wenn westliche Politikerinnen sich z.B. bei der Reise in bestimmte Länder ein Kopftuch aufsetzen. Das hat mitnichten etwas mit kulturellem Respekt zu tun, sondern es bestärkt nur die kulturelle Sichtweise der Unterdrücker gegen diejenigen, die das ablehnen und die ebenfalls ein Teil desselben Staates und derselben Kultur (wenn man es so nennen will) sind.
Wenn man den Mittelweg hinbekommen würde, das Tragen dieser Kleidung einerseits zu erlauben, andererseits konsequent gegen jeglichen Missbrauch dieser Erlaubnis in Form von Unterdrückung vorzugehen, dann fände ich das am besten. Dazu müssten aber auch entsprechende Stellen da sein, an die sich Betroffene wenden können und der Zwang unter Strafe gestellt sein/werden.
Ästhetische oder (deutsch-)kulturelle Argumente haben hier meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle zu spielen, weil das einfach eine individuelle Entscheidung ist und bleiben muss und sich niemand nach dem Geschmack von anderen richten muss.

Bis auf den letzten satz volle Zustimmung!

Zum letzten satz: es sind weder ästhetische noch kulturelle Argumente.
Es ist einfach unmenschlich, menschenunwürdig.
Für beide Seiten. Für den verhüllten und auch für sein gegenüber.
Und das tragen einer ganzkörperverhüllung ist ja nicht mal religiös bzw. anhand des Koran zu begründen. Sie ist lediglich perfides mittel einer patriarchalischen gesellschaft, um frauen zu unterdrücken.
Wie hiess es in meinem verlinkten artikel sinngemäss: 'die Burka etc. gehört nicht nur nicht nach Europa, sie gehört nirgendwohin!'
Und
'Anstatt die vollverschleierung zu verteidigen sollten wir (muslime) darüber nachdenken, warum es für eine Frau schamhaft und eine Schande sein soll, das Gesicht zu zeigen'.
 
Zuletzt bearbeitet:
Exakt so, kasiopaja. Danke!



Bis auf den letzten satz volle Zustimmung!

Zum letzten satz: es sind weder ästhetische noch kulturelle Argumente.
Es ist einfach unmenschlich, menschenunwürdig.
Für beide Seiten. Für den verhüllten und auch für sein gegenüber.
Und das tragen einer ganzkörperverhüllung ist ja nicht mal religiös bzw. anhand des Koran zu begründen. Sie ist lediglich perfides mittel einer patriarchalischen gesellschaft, um frauen zu unterdrücken.
Wie hiess es in meinem verlinkten artikel sinngemäss: 'die Burka etc. gehört nicht nur nicht nach Europa, sie gehört nirgendwohin!'
Und
'Anstatt die vollverschleierung zu verteidigen sollten wir (muslime) darüber nachdenken, warum es für eine Frau schamhaft und eine Schande sein soll, das Gesicht zu zeigen'.

Als Zwangsverordnung, ob von Seiten des Staates, der Familie etc. geb ich dir in allem, was du schreibst, vollkommen recht.
Aber es gibt nunmal auch Frauen, die das freiwillig tragen möchten. Diese Gründe muss man nicht verstehen. Ich verstehe sie auch nicht, aber das darf nicht wichtig sein. Diese Frauen würden bei einem generellen Verbot zu "kollateral Geschädigten/Betroffenen". Andererseits muss man bei einer Erlaubnis eben auch irgendwie darauf achten, dass es diese nicht auch gibt, also keine Betroffenen, die unter dem Deckmantel des Erlaubten gezwungen werden selbiges zu tragen. In der Hinsicht wird meiner Meinung nach bisher auch zu wenig getan.
 
Aber es gibt nunmal auch Frauen, die das freiwillig tragen möchten.

Die Frage ist generell, wie dieses Gefühl der "Freiwilligkeit" überhaupt entsteht. Wenn ein Mensch sein Leben lang an den Gedanken gewöhnt wurde, dass Verschleierung richtig und sittsam sei, für den fühlt sich so ein Schleier wahrscheinlich irgendwann "richtig" an, und dann wird er freiwillig getragen, auch wenn man nicht dazu gezwungen wird.

Vor fünfzig Jahren, als es bei uns noch allgemein üblich war, dass Frauen sich hauptsächlich als Hausfrauen und Gehilfinnen ihres Ehemannes sahen, fühlte sich dieser Zustand für sie vermutlich auch ziemlich normal an, und die meisten Frauen haben sich "freiwillig" so verhalten und in ihre Rolle gefügt. Man kann viele Verhaltensweisen freiwillig machen, obwohl sie einem eigentlich nicht gut tun, wenn man entsprechend erzogen wurde.
 
Man sollte sich überlegen, ob man wegen geschätzter zweitausend Frauen, die sowas tragen, immer gleich Gesetze machen muß.
 
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