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Angst vor Hausarbeiten = nicht geeignet für Studium?

  • Starter*in Starter*in Versagerstudent
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V

Versagerstudent

Gast
Hallöchen,

ich glaube ich habe es mal wieder vermasselt. Ich liebe das Lernen, mein ganzes Leben lang wollte ich nichts als lernen und zu neuem Wissen beitragen usw... aber gleichzeitig bekomme ich nichts auf die Kette! Hausarbeiten abgeben... eine Katastrophe. Ok, habe einen Bachelor und damals hat es meine Uni glücklicherweise nicht so interessiert wann ich Dinge abgebe. Viel Panik, aber meistens recht gute Noten. Einmal von einem Betreuer der Hinweis, dass ich super für dieses Gebiet geeignet bin. Nach meiner Bachelorarbeit war ich so dahin, dass lange Zeit gar nichts ging. Es wurde besser, aber eben nicht ganz.
Nun Master seit ein paar Monaten. Andere Uni. Ich hatte mir vorgenommen, alles so zu machen, wie es verlangt wird. Denkste. Vor Abgabeterminen Panik schieben. Bisher zwei verpasst. Und meine lieben Kommilitonen machen es nicht einfacher, wenn sie mir sagen wie zeitig sie fertig sind usw. Noch mehr Panik, bis die Last und meine Ängste unerträglich werden und ich ihnen nachgebe. Während ich an meinen grundlegendsten Kenntnissen zweifel. Wie schreibt man eine Arbeit? Ist mein Thema gut genug? Was wollen die von mir? Mal wieder nicht einmal wirklich anfange, weil ich denke ich kanns nicht. Dabei ist es doch nicht die erste Arbeit und doch fühle ich mich jedes mal aufs Neue überfordert.
Dieses Mal mit Ambitionen diese Blockaden aufzulösen, an meinen Ängsten zu arbeiten und diese zu überwinden. Gehe zum Studentenpsychologen. Eine Konsultation. "Kannst du nicht erstmal einfach irgendwas abgeben?" Nein, kann ich nicht wenn ich nichts habe und es würde mich nur noch mehr frustrieren. Sie schickt mich zum Studentenpsychiater: "Ein Studium ist nichts für dich. Wenn du prokrastinierst, das heißt nicht mindestens x Stunden die Woche produktiv arbeitest, bist du ein falscher Student." Ich hatte mir Hilfe erhofft, nach der Konsultation war ich am Boden zerstört. Dachte fast an Selbstmord gedacht. Dass ein Studium nix für mich ist war das Schlimmste was man mir sagen konnte. Ich tue es nicht für Geld oder so, sondern weil ich es wirklich will. Vielleicht hat er ja recht und ich sollte nicht studieren und lieber meinen Ängsten nachgeben. Dabei liebe ich es doch *eigentlich*, ich liebe mein Studium und die intellektuelle Stimulation, würden mich meine Ängste nicht so auffressen.
Und nun prokrastiniere ich, wie ich das meinen Professoren erklären soll, dass ich Deadlines verpasst habe. Was diese wohl sagen werden. Ob ich von der Uni fliegen werde und es mal wieder versaut habe. Hilfe und Verständnis gibt es hier offenbar nicht für mich. Studium oder nicht, meine Ängste werden mich überall verfolgen und ich werde immer an meiner Leistung zweifeln, solange ich nicht daran arbeite. Aber genau das will man mir hier verwehren?

Und nun? Ich bin gerade so absolut ratlos, meine Ängste fressen mich auf und die Situation wird immer aussichtsloser und ziemlich bald in einem Teufelskreis enden, wenn ich weiterhin so paralysiert bin. Ich habe einfach das Gefühl, dass meine Ängste mir gerade mal wieder so richtig schön das Leben versaut haben. Und ich kann einfach nicht mehr :/
 
Hör nicht auf den Studienpsychiater. Du machst es für die geistige Stimulation und wegen deines Wissendurstes. Dir geht es nicht um das spätere Geld, sondern um das studieren/lernen an sich. Du hast bereits deinen Bachelor. Für mich bist du ein wahrer Student.
Ich war nie auf einer Uni, aber von Studenten, die ich kenne, wurde mir mitgeteilt, dass Schwäche/Krankheit dort leider insofern problematisch sind, als dass es keine Rücksicht dafür gibt.
Du musst versuchen, das jetzt pragmatisch zu sehen, d.h. wie geht es weiter? Kannst du es jetzt immernoch schaffen? Warum schaffst du die Abgabetermine nicht? Dafür muss es ja eine Ursache geben. Kannst du neben dem Studium zum Psychiater/Psychologen gehen? Geht das zeitlich? Kannst du trotzdem deinen Master machen? Es muss jetzt nicht gleich alles verloren sein!
Gib es bitte nicht auf, ja? 🙂 Du kannst es schaffen!
 
Hallo, danke für die Antworten...

@Mustang: Das ist ja eben gerade das, was ich nicht möchte und mir der Psychiater einreden möchte.

@Cataclysm und allgemein:

Im Moment befürchte ich wirklich, dass ich fliegen werde. Ein Dozent hat mir zwar Entwarnung gegeben, aber eine andere Sache habe ich vielleicht wirklich in den Sand gesetzt.
Allerdings kreisen meine Gedanken seit dem Besuch bei dem Psychiater... "was wenn er recht hat"... und dann sehe ich wie andere alles auf die Reihe bekommen, wie viel sie tun und lesen, was für intellektuelle Gedanken sie haben und dass sie einfach wissen was man wie tut. Und ich nicht. Ich würde niemals auf so tolle Gedanken kommen, ich habe null Plan wie man Dinge macht, werfe alles tausend mal um, habe keine Arbeitsstrategien, lenke mich ständig ab oder schiebe Dinge vor mir her usw... ich will, wirklich, aber entweder bin ich eben echt einfach kognitiv nicht dazu in der Lage oder ich blockiere mich selber. Und irgendwie hasse ich mich dafür.
Jedenfalls war mein Selbstbild schon vor dem Besuch beim Psychiater im Keller... keine Ahnung inwiefern es der Realität entspricht, jedenfalls stufe ich mich selber immer als viel schlechter ein im Vergleich mit anderen, dass ich nix kann usw (was wiederum das absolute Gegenteil mancher Meinungen über mich ist)... naja, jedenfalls ist mein Selbstbewusstsein seitdem noch weiter unten und irgendwas in mir schreit: "Ich gehöre hier nicht hin, ich bin kein Student, ..." Wie weiter? Ich weiß es nicht. Schon als Kind wollte ich Forscher werden und habe diese Gedanken erst an den Nagel gehangen, als ich sah, wie es damit in Realität aussieht (dass es mehr um Prestige als Wissen geht). Es ist schwer zu sehen, dass man für die einzige Sache, die man wirklich möchte nicht fähig ist. Jemand meinte, ich solle warten, bis ich von der Uni geschmissen werde, das wird dann wohl der nächste Knacks für mein Selbstbewusstsein 🙁

Warum schaffe ich Abgabetermine nicht? Weil ich mich selber überfordere? Weil mir die Arbeiten als zu überwältigend vorkommen? Weil ich nicht an mich glaube? Weil ich die Dinge zerdenke? Weil ich denke, dass alles was ich mache schlecht ist und ich mich damit blamieren würde? Weil ich Chaos in meinem Kopf habe und es mir schwer fällt strukturiert zu arbeiten? Weil ich so lange zu nix komme bis es zu spät ist noch was Brauchbares zu produzieren? Nicht so solange ich Dinge nur für mich tue (da kann ich wunderbar kritisch sein), aber in der Uni oder anderen "Arbeitskontexten" komme ich mir immer total dumm vor und alles was andere machen oder sagen hinterfrage ich nicht und alles was ich mache ist "schlecht". Die Logik meines Kopfes.
 
Hallo, danke für die Antworten...

@Mustang: Das ist ja eben gerade das, was ich nicht möchte und mir der Psychiater einreden möchte.

@Cataclysm und allgemein:

Im Moment befürchte ich wirklich, dass ich fliegen werde. Ein Dozent hat mir zwar Entwarnung gegeben, aber eine andere Sache habe ich vielleicht wirklich in den Sand gesetzt.
Allerdings kreisen meine Gedanken seit dem Besuch bei dem Psychiater... "was wenn er recht hat"... und dann sehe ich wie andere alles auf die Reihe bekommen, wie viel sie tun und lesen, was für intellektuelle Gedanken sie haben und dass sie einfach wissen was man wie tut. Und ich nicht. Ich würde niemals auf so tolle Gedanken kommen, ich habe null Plan wie man Dinge macht, werfe alles tausend mal um, habe keine Arbeitsstrategien, lenke mich ständig ab oder schiebe Dinge vor mir her usw... ich will, wirklich, aber entweder bin ich eben echt einfach kognitiv nicht dazu in der Lage oder ich blockiere mich selber. Und irgendwie hasse ich mich dafür.
Jedenfalls war mein Selbstbild schon vor dem Besuch beim Psychiater im Keller... keine Ahnung inwiefern es der Realität entspricht, jedenfalls stufe ich mich selber immer als viel schlechter ein im Vergleich mit anderen, dass ich nix kann usw (was wiederum das absolute Gegenteil mancher Meinungen über mich ist)... naja, jedenfalls ist mein Selbstbewusstsein seitdem noch weiter unten und irgendwas in mir schreit: "Ich gehöre hier nicht hin, ich bin kein Student, ..." Wie weiter? Ich weiß es nicht. Schon als Kind wollte ich Forscher werden und habe diese Gedanken erst an den Nagel gehangen, als ich sah, wie es damit in Realität aussieht (dass es mehr um Prestige als Wissen geht). Es ist schwer zu sehen, dass man für die einzige Sache, die man wirklich möchte nicht fähig ist. Jemand meinte, ich solle warten, bis ich von der Uni geschmissen werde, das wird dann wohl der nächste Knacks für mein Selbstbewusstsein 🙁

Warum schaffe ich Abgabetermine nicht? Weil ich mich selber überfordere? Weil mir die Arbeiten als zu überwältigend vorkommen? Weil ich nicht an mich glaube? Weil ich die Dinge zerdenke? Weil ich denke, dass alles was ich mache schlecht ist und ich mich damit blamieren würde? Weil ich Chaos in meinem Kopf habe und es mir schwer fällt strukturiert zu arbeiten? Weil ich so lange zu nix komme bis es zu spät ist noch was Brauchbares zu produzieren? Nicht so solange ich Dinge nur für mich tue (da kann ich wunderbar kritisch sein), aber in der Uni oder anderen "Arbeitskontexten" komme ich mir immer total dumm vor und alles was andere machen oder sagen hinterfrage ich nicht und alles was ich mache ist "schlecht". Die Logik meines Kopfes.
Ich verstehe dich und ich kenne das. Aber frage dich einmal: Was ist wenn er nicht recht hat? Ich glaube nicht, dass der Studienpsychiater wirklich neutral urteilt. Warum glaubst du, dass die anderen viel intellektuellere Gedanken haben? Schau mal, du machst dir so einen Stress und bist ziemlich verzweifelt. Die anderen haben das vermutlich nicht. Und das schlimme bei dir ist (und das kenne ich von mir selbst): Du blockierst dich selbst! Das ist tatsächlich möglich. In der Schule haben meine Lehrer gemeint, Mathe ist nicht so mein Fall. Sie haben nur meine Klausuren oder meine mündliche Mitarbeit gesehen, und das nicht mal aus einem psychologischen Blickwinkel. Schon in der Grundschule hat mich mein Vater verprügelt, wenn ich Mathehausaufgaben nicht richtig gemacht habe. Und er hat mir gesagt, ich sei zu unfähig dazu (einmal milde ausgedrückt). So habe ich den Glauben übernommen, dass ich eben Mathe einfach nicht kann. Immer wenn ich dann versucht habe mich darauf zu konzentrieren kam dieser Glaube und eine Angst, es nicht zu verstehen. Damit habe ich mich selbst blockiert. Ich habe mich gar nicht darauf konzentriert, es zu verstehen, weil ich in dem Moment dichtgemacht habe. Durch diese Selbstblockade habe ich mich dann bestätigt gefühlt. Et voila: Ein Teufelskreis. Das musst du erkennen und durchbrechen. Später wurde das viel schlimmer. Es hat richtige Therapie gebraucht, um da auszubrechen. In deinem Posting kommt es so heraus, als dass das gerade bei dir stattfindet. Das darfst du nicht zulassen. Schau mal, du hast bereits einen Bachelor. Den bekommt man nicht einfach so! Du hast doch Arbeitsweisen. Du musst dich erstmal beruhigen, du scheinst sehr in Panik zu sein.
Wenn es dir nur um Wissen und Wahrheit (das eigentliche Ziel der Wissenschaft) geht und Prestige und Geld als Intention verurteilst, dann solltest du es auf keinen Fall an den Nagel hängen. Du kannst etwas bewegen. Und du bist nicht alleine. Es gibt noch weitere Forscher/innen, die wie du denken.
Fokusiere dich darauf, was du schon geschafft hast und auf deinen Traum Forscher zu werden. Vielleicht kannst du den Master an einer anderen Uni machen? Um aus dem Umfeld rauszusein? Vielleicht hilft dir etwas Baldrian, um dich zu beruhigen?
Hör nicht auf diesen Jemand. Lass dich nicht hängen, sondern werde aktiv. Du hast das Potential, sonst wärst du nicht so weit gekommen.
 
darf ich fragen was du studierst?

und ich kann dich verstehen, zuvor hatte ich keine gedanken über selbstmord usw bis ich halt diese probleme mit meinem prof hatte. und ich hatte gesten auch gedacht ich komm da nicht mit meinem abschluss raus.
die ganze woche nur ne std geschlafen und nur versucht weiter zukommen. weißt du was ich geschafft habe? fast nix, weil ich mich gezwungen habe und im gedaken war, du bist so blöd jeder andere hätte es schon längst geschafft. habe mich selber fertig gemacht.
weißt du wann ich mit meiner arbeit fertig war? gestern um 21:05 alle kopieshops hatten nur bis 21 uhr auf, die ich kannte. also mit dem wissen, habe ich mich selber so lange aufgehalten.
zum glück habe ich erst dann gemerkt, dass ich noch wo anderes drucken kann. hab mich mit der pdf 1 std gestritten und bin dann zum kopiershop. präsi stand noch nicht. war aber ab halb eins so müde das ich geschlafen habe und um halb 5 aufstand. ich habe erst wieso auch immer um halb acht mit der präsi anfangen können.
die war auch zu kurz, aber hab so getan als ob ich anderes geübt habe.
kolloqium lief auch sau schlecht wusste die einfachsten sachen nicht, bzw bis ich drauf kam, sau peinlich
hab mein abschluss, und hätte den nicht wenn ich auf meine scheiß gefühle und gedanken 100% gehört hätte.

habe ich meinen abschluß ´verdient, bestimmt aber ich muss lernen auch das zu akzeptieren.
du kannst auch besser kritik aufnehmen als ein lob vermute ich mal.
rede mit den profs und wenn du so viele themen hast teil es auf und erkläre es ihm.
ich habe nicht toll abgeschloßen, aber ich war so erleichtert.

und das wirst du auch, besonderes wenn du merkst, dass ist die letzte chance sonst hast du nur B.Sc. für all die jahre.

also bitte wir wissen was du fühlst, aber du musst dich bei dem prof oder prüfungsausschuß melden.
bevor es zu spät ist und dass willst du ja nicht.
 
Weil ich nicht an mich glaube? ... Die Logik meines Kopfes.

Hallo,
beim Lesen Deiner Beiträge viel mir das Wort Selbstliebe ein. Ich denke, daß es eher darum geht.
Abitur hast Du bewältigt mit allem, was dazugehört. Bei dem Bachelor-Studium war es auch so.
Und nun machst Du Deinen Master-Abschluss.

Nehm Dich liebevoll so an, wie Du bist. Die eigene Selbstannahme ist so wertvoll und öffnet
neue persönliche Sichtweisen.

Geh zu einer anderen Psychologin/einem anderen Psychologen und konzentriere Deine Gesprächs-
inhalte auf Deine Selbstannahme und Selbstliebe. Du kannst zu einer Beratungsstelle der Caritas/
der Diakonie gehen.

Gebe nicht auf und hol Dir eine zweite bzw dritte oder weitere psychologische Meinungen ein.
Und hänge Deine Zukunft nicht an einigen Worten darüber, ob Du nun studieren kannst oder nicht.
Mache Deine Zukunft nicht von dieser nur einmaligen Bewertung Dir gegenüber abhängig.

Gebe nicht auf und mache mit Deinem Master-Studium weiter.

alles Liebe
gaestin
 
Was nicht locker und leicht, fast wie von selbst geht, das soll oft gar nicht sein!


Was nicht locker und leicht, fast wie von selbst geht, das soll oft gar nicht sein,

denn, nicht jeder ist fürs Studium und das wissenschaftliche Arbeiten geeignet!

Und wenn Dich das alles dermaßen umtreibt und beängstigt, dann wäre m.e. höchste Zeit,
daß Du Dir einen realistischeren Arbeitsplatz suchst, als es mit Hängen und Würgen in der Wissenschaft zu versuchen!?
 
AW: Was nicht locker und leicht, fast wie von selbst geht, das soll oft gar nicht sei


Was nicht locker und leicht, fast wie von selbst geht, das soll oft gar nicht sein,

denn, nicht jeder ist fürs Studium und das wissenschaftliche Arbeiten geeignet!

Genau das sehe ich z.B. ganz anders, ein Studium ist etwas was eben nicht von alleine gehen sollte, etwas wofür man hart arbeiten muss und auch sollte. Was wäre dasuper sonst für eine Qualifikation wenn man sie nur hinter her geworfen bekommt?

Und zu dir lieber TE muss ich leider sagen, dass es sich in erster Linie bei dir nach Faulheit und Bequemlichkeit anhört, gepaart mit Depressionen.
Warum ich so denke? Weil ich in den ersten beiden Semestern meines Masters genau so war wie du und teilweise auch noch Phasen habe wo es so ist.

Master an einer neuen Uni, einen guten Bachelor in der Tasche aber immer mit dem Hintergedanken im Kopf, dass der auch hätte besser sein können, wenn man mal mehr gemacht hätte. Aber egal, man sitzt ja nun im Master und hofft das diesmal alles besser wird.
Klar sind das starke Selbstzweifel die im obrigen Abschnitt zu finden sind. Selbstzweifel das alle anderen immer besser sind, aber auch Wahrheit steckt darin. Die Wahrheit, dass man tatsächlich besser sein könnte wenn man nur was dafür getan hätte.

Also fingen die ersten zwei Semester an, alles bis auf ein Fach wurden gut bestanden, dennoch wieder mit dem Hohn das es hätte besser sein können. Aber wie sollte das gehen? Zwei Wochen vor Prüfungen war ich nervlich so angespannt, dass es ein Wunder war das überhaupt etwas dabei rum kam.

Also bin ich genau wie du zum Uni-Psychologen. Ich weiß selber, dass ich seit Jahren Depressionen habe und war deswegen schon öfter in Behandlung, nur wollte ich diese nicht als Ausrede dafür herhalten, dass ich so wenig tu.

Das alles habe ich dem Psychologen auch gesagt, er gab mir diesbezüglich auch Zuspruch und meinte, dass es gut ist, dass ich etwas ändern will, ich mir aber klar machen muss, dass dort zwei riesig Baustellen vor mir liegen. Ich bräuchte einen geplanten Tag und zwar jeden Tag, einmal soll die Routine den Depressionen helfen, also Woche für Woche alltägliche Dinge im Leben planen, aber auch der Uni soll es zu gute tun, also Woche für Woche tägliche Lernsitzungen einplanen.
Und dann kam der wichtigste Punkt, der der zeigt ob ich es wirklich will: Sich an diese Pläne halten!

Das ganze geht nun seit etwa 7 Monaten so und ich muss sagen es hat mir viel geholfen. Am Anfang war es sehr schwer so strukturiert zu arbeiten, aber nach etwa drei Wochen lief es wie von alleine. Am Sonntag wird nichts getan, außer der Plan für die nächste Woche geschrieben. Da ich im Alltag flexibel sein wollte stehen feste Termin für ein Protokoll beispielsweise nicht mehr fest in meinem Plan, sondern ich setze mir Limits und sage , dass es z.B. am Montag nächste Woche fertig sein soll, wenn ich wieder faul war und kaum was gemacht habe, bin ich da auch streng zu mir selber und es werden eben Nachtschichten eingeführt. Habe es mir ja selber so eingebrockt 😉

Kurz vor Abgaben oder Prüfungen kommt dann zwar wieder die alt bekannte Panik, der ich aber sehr schnell das Maul stopfen kann mit: "Was willst du eigentlich von mir? Ich lerne schon seit 2 Monaten für die Klausur nächste Woche, da hättest du mal früher aufstehen müssen um mir das Lernen zu versauen!". 😀


Edit: Das der Psychologe bei dem er war, hier auch so zerrissen wird, finde ich wirklich schade. Denn was sagt er denn außer die Wahrheit?

Wenn man nicht kontinuierlich etwas für die Uni tut ist man nun mal ein falscher Student. Das die Realität anders aussieht und viele Studenten erst auf den letzten Meter lernen ist uns wohl allen bewusst. Nur liest man hier doch eindeutig herraus, dass diese Last vom TE nicht getragen werden kann.
Die Konsequenz sind Ängste und Depressionen, die bei ihm rauskommen, wenn er versucht alles kurz vor der eigentlichen Leistung zu absolvieren.
Gerade wenn man depressiv ist braucht man so etwas wie ein geregeltes Leben, auch im Lernen.

In dem Satz: "Ich denke dann sind sie als Student nicht geeignet." Sehe ich keine negative Kritik die mich dazu bringen soll das Studium hinzuwerfen, sondern den Ansporn es besser zu machen, und eben zu dem zu werden, der sehr wohl als Student geeignet ist! Aber dieses Bedarf es eine gesunde Portion Selbstkritik und die Tat wirklich etwas zu ändern. Nur vom wollen hat sich kein Kies auf dieser Welt bewegt.
 
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