:daumen: Ich habs noch gewusst- mein alter Deutschlehrer wäre stolz auf mich!
Habe übrigens selber neben meinem eigentlichen Fach ein paar Semester NDL studiert: Das war ne ziemliche enttäuschung: Ich dachte, man würde wirklich am Text arbeiten. war aber nicht wirklich der Fall: Viel Literaturtheorie (Hermeneutik usw), dann Linguistik, usw. Also alles in allem schon sehr interessant, aber eben doch etwas anders, als man sich vorstellt.
Ich denke, es ersetzt auf keinen Fall zB einen guten Lektor: Der korrigiert ja nicht nur die Fehler, sondern sieht auch Dinge, die man aus betriebsblindheit nicht sieht. Hab ich bei meiner Diplomarbeit gesehen: Ich hab sie 1000mal gelesen, aber als ich sie dann von Freunden gegenlesen ließ, kamen Hölle viele Fehler zum Vorschein🙄.
Außerdem. Bevor man etwas publiziert, sollte man es schon mal ein paar "Testpersonen" zum lesen geben.
Und dann eben wie schon geschrieben: Im kleinen Kreis versuchen an den Mann zu bringen.
Das wäre ein erster praktischer Ansatz.
Ist es Dir denn wirklich ernst damit?
Joa - Diese Stilmittel fand ich zwar schon mit 12/13 cool, aber sie sind eigentlich Stoff der 10.Klasse.
Auf einigen Gymnasien sogar der 8.Klasse.
Ich bringe das meinen Schülern meist mit Eselsbrücken bei
🙂
Klappt meistens.
Im Studium kommen die gar nicht mehr vor, sondern werden vorausgesetzt.
NDL war mein bestes Fach übrigens.
(ÄDL hatte ich nur ein Semester, aber dann wieder abgewählt).
Nichtsdestotrotz setze ich mich auch bei Lyrik nicht hin und überlege: "Hö, welches Stilmittel verwende ich jetzt?".
Wäre ja unsinnig.
Das geht viel intuitiver.
Natürlich überlegt man hier und einmal einen kleinen Twist reinzubringen, aber bei mir geht es viel automatisierter.
Die wenigsten Maler denken zehn Stunden darüber nach was für Stilmittel sie jetzt verwenden.
Klar, vor einem Slam mache ich soetwas manchmal grob, aber ich benenne es auch nicht groß.
Nur so als Beispiel.
Als ich 5 (!) Jahre alt war schrieb ich das Gedicht:
"Herzen sind so wie Kerzen. So golden und hell und voller Licht. Doch löschen kann man Herzen nicht"
Wenn man bedenkt, dass ich da noch nicht einmal eingeschult war, ist das ganz ok.
Ich habe da nicht groß über Vergleiche oder Metaphern nachgedacht. Kam so.
Und seit ich 6 war schenkte ich oft dieses Gedicht.
Angenommen Jemand wäre 30 Jahre alt geworden:
"30 Torten würd' ich Dir gerne schenken,
Ich tu's aber nicht, denn sonst käm' ich ins Schwenken
und 30 Torten fielen Dir ins Gesicht
Drum schenk' ich dir dieses Kurzgedicht"
Das ist für 6 Jahre alt und erste Klasse auch ok.
Ja, ich habe da schon grob über a-b Reime nachgedacht und die Anzahl der Silben von allein, aber auch hier kam das einfach spontan
😉
Natürlich schreibe ich jetzt sehr anders, aber das sollten Beispiele dafür sein, dass einiges einfach "kommt"
🙂