kiablue
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Gut. Ich nehme das jetzt mal auseinander, vielleicht hilft Dir das, weiß ich aber nicht, bei mir hat es so funktioniert und tut es noch immer, es gibt ja immer mal wieder Situationen, wo ich mich frage, warum bin ich jetzt so verletzt, es gibt doch gar keinen Grund. Gibt es auch nicht - für die Erwachsene. Und dann muss ich in die Kind-Arbeit einsteigen. Geht nicht schnell, geht nicht leicht, aber es geht. Und es hat bei mir auch länger gedauert, bis ich heraus fand, wie es funktioniert, ich hatte ein paar Bücher gelesen - ging gar nicht. Damit konnte ich nicht arbeiten.
So, nun mal zu Dir.
"Abspeisen" 🙂 - ja, Du nennst es schon selbst so. Dein Kind ist in seiner Verletztheit und Angst erst mal nicht über den Verstand erreichbar. Es ist Gefühl. Und DAMIT will es angenommen werden. Per Kopf verstehen wir heute die meisten Dinge und doch geht es uns schlecht. Weil wir auf der Gefühlsebene ansetzen müssen. Zumindest ist das bei mir und meinem Kind so.
Einfach umarmen - bei mir ging das nicht. Es dauerte lange. Und es lief über Imagination und tut es auch heute noch. Stell Dir eine Situation vor, die Dein Kind verletzt hat, in eine hilflose Situation gebracht hat, etwas, das geheilt werden soll. Stell Dir vor, Du bist als Erwachsene dabei und gehe mit in diese Situation. Schau auf Dein Kind. Was braucht es, wie weit kann es vertrauen. Dir. Du hast es lange vernachlässigt, unterdrückt, reagierst auch heute noch sauer, wenn es nicht schnell genug signalisiert, dass alles gut ist und ein weiteres Funktionieren möglich ist. Mein Kind hat lange nur mein "Dasein" zumindest akzeptiert. Doch ich fühlte mich auch als Erwachsene erst mal hilflos, also erst mal nur bleiben. Irgendwann begriff ich mehr. Ich konnte mich in der Situation zwischen Kind und "Angreifer" stellen und später konnte ich das Kind raus nehmen aus der Situation, es in Sicherheit bringen. Und dann einfach nur da sein. Mein Kind war nicht zugänglich für Ansprache, irgendwann habe ich gespürt, ich darf es in den Arm nehmen. Mehr nicht. Nur bleiben. Das Kind annehmen und nicht allein lassen. Erst viel später konnte ich mit ihm reden. Ihm nahe bringen, dass es nicht schuld ist an dieser Situation, dass sein Gefühl berechtigt ist, dass der Erwachsene da was falsch macht.
Und auf diese Weise achtsam schauen, wo kommt wieder eine verletzende Situation für das Kind. Oder wo habe ich Angst, die im Grunde unangemessen ist, wo fühle ich mich verletzt und weiß nicht so genau, warum. Ich habe das Kind entdeckt. Und wenn ich spüre, da kommt was aus der Vergangenheit und innerlich sind da Verletzungen und Ängste, ich schaue, was kann ich tun, wie kann ich heilen. Und beim letzten Mal z. B. wusste ich erst mal gar nichts. Ich wusste nur, ich muss eine geborgene Situation schaffen, aber wo sollte sie sein. Mein Kind half mir mit einer Erinnerung, die ich niemals mehr hatte. Wir hatten als Kinder ein Doppelstockbett und bauten daraus manchmal ein Zelt und es vermittelte Geborgenheit und dort einfach mit rein, Kind in den Arm (per Imagination), reden und es ging mir sehr viel besser. Mein Kind versteht sehr viel, aber es braucht Liebe, Angenommensein, Geborgenheit, Sicherheit, was es nie hatte. Das kann ich ihm jetzt geben. Ich muss es aber auch diesem Kind gönnen. Und das ging sehr lange nicht. Ich habe mich mein Leben lang geschämt, dieses Kind gewesen zu sein. Ich konnte dann meine Schuldgefühle verarbeiten und der Weg wurde frei für die Traumatherapie, für die Arbeit mit dem Inneren Kind.
Mein Kind braucht mich manchmal noch, dann gehe ich in die Situation und arbeite damit. Aber sonst - ich fühle mich frei und glücklich wie nie. Der lange, harte Weg hat sich gelohnt.
Ich weiß nicht, ob man das ganz allein schafft, wenn es da traumatische Erlebnisse gibt/gab. Ich habe das dann erst wirklich in der Therapie gelernt. Vielleicht wäre das auch ein Weg für Dich? Also, ich selbst wäre nie darauf gekommen, dass es mit Imagination funktioniert. Ich bin eigentlich ganz schlecht in Imagination, aber es gelingt immer besser.
Naja, wenn Du es schon so schreibst, dann weißt Du selbst – ganz falsches Zeichen. Du drückst sie noch mehr in die Ecke, machst das weiter, was das Kind wohl schon früher erlebte. Wie willst Du damit heilen?
Ja. Falscher Weg in verschiedenen Richtungen.
Was genau glaubst Du, will Dein Kind von Deiner Mutter. UND KÖNNTE das Deine Mutter überhaupt geben? Hat sie es früher gegeben? Wenn nicht, dann könnte es gut einfach zu spät sein. Meine Mutter könnte mir heute nicht mehr helfen. Ich mir selbst aber durchaus.
Ganz dramatisch für das Kind empfinde ich Deine Idee, dem armen Kind zu erklären, dass die Mutter mit sich selbst zu kämpfen hat und dass es nun erwachsen ist und die Mutter nicht mehr braucht. Das ist grausam dem Kind gegenüber. Es ist NICHT erwachsen. Es ist irgendwo stehen geblieben, wo es sehr verletzt wurde. Es ist auch möglich, dass Deine Mutter mit sich selbst zu kämpfen hat. Doch das Kind hat ein Anrecht auf die Mutter, darauf, von ihr umsorgt zu werden, Liebe zu bekommen, geleitet und begleitet zu werden. Dein Kind sollte es nicht interessieren, ob die Mutter andere Sorgen hat. Der Verstand – ja, der begreift das schon irgendwie aber genau das ist ja das Schlimme. Das Gefühl blieb schwer verletzt zurück. Und da steht es nun auch.
Du brauchst Deine Mutter nicht, um Dein Kind jetzt zu heilen, Du brauchst Dich und ganz viel Liebe und Verständnis für Dich. Mir fiel das insofern nicht ganz so schwer, weil ich eine Tochter habe, für die ich voller Liebe und Verständnis und alles, was man so braucht, war. Ich habe mir anfangs vorgestellt, mein Kind wäre meine Tochter. War auch ein schwerer Weg, auf den mich meine Therapeutin brachte. Mein Kind aber weckte in mir ja ganz andere Gefühle als meine Tochter. Mir das Gleiche zu „gönnen“ war sehr schwer. Aber nötig.
Du solltest Dein Kind jetzt nicht fordern und überfordern, sondern annehmen und geben. Damit es nachreifen kann und mit Dir als Erwachsene glücklich und frei werden kann und sich geliebt fühlt, selbst, wenn es gerade im Außen keinen gibt, der das für Dich hat.
Aber wie gesagt, MEIN Weg. Schau, ob was davon zu Dir passt. Fühle in Dich rein. Nicht einfach per Kopf übernehmen.
So, nun mal zu Dir.
Aber aus deinem Kommentar meine ich zu entnehmen, dass ich das Kind nicht mit oberflächlichen Aussagen "abspeisen" soll, sondern sie in den Arm nehmen und zudem ihr die Situation erklären soll. Mein Problem ist nur, wie nehme ich mein Inneres Kind in den Arm? Indem ich mich selber einfach umarme?
"Abspeisen" 🙂 - ja, Du nennst es schon selbst so. Dein Kind ist in seiner Verletztheit und Angst erst mal nicht über den Verstand erreichbar. Es ist Gefühl. Und DAMIT will es angenommen werden. Per Kopf verstehen wir heute die meisten Dinge und doch geht es uns schlecht. Weil wir auf der Gefühlsebene ansetzen müssen. Zumindest ist das bei mir und meinem Kind so.
Einfach umarmen - bei mir ging das nicht. Es dauerte lange. Und es lief über Imagination und tut es auch heute noch. Stell Dir eine Situation vor, die Dein Kind verletzt hat, in eine hilflose Situation gebracht hat, etwas, das geheilt werden soll. Stell Dir vor, Du bist als Erwachsene dabei und gehe mit in diese Situation. Schau auf Dein Kind. Was braucht es, wie weit kann es vertrauen. Dir. Du hast es lange vernachlässigt, unterdrückt, reagierst auch heute noch sauer, wenn es nicht schnell genug signalisiert, dass alles gut ist und ein weiteres Funktionieren möglich ist. Mein Kind hat lange nur mein "Dasein" zumindest akzeptiert. Doch ich fühlte mich auch als Erwachsene erst mal hilflos, also erst mal nur bleiben. Irgendwann begriff ich mehr. Ich konnte mich in der Situation zwischen Kind und "Angreifer" stellen und später konnte ich das Kind raus nehmen aus der Situation, es in Sicherheit bringen. Und dann einfach nur da sein. Mein Kind war nicht zugänglich für Ansprache, irgendwann habe ich gespürt, ich darf es in den Arm nehmen. Mehr nicht. Nur bleiben. Das Kind annehmen und nicht allein lassen. Erst viel später konnte ich mit ihm reden. Ihm nahe bringen, dass es nicht schuld ist an dieser Situation, dass sein Gefühl berechtigt ist, dass der Erwachsene da was falsch macht.
Und auf diese Weise achtsam schauen, wo kommt wieder eine verletzende Situation für das Kind. Oder wo habe ich Angst, die im Grunde unangemessen ist, wo fühle ich mich verletzt und weiß nicht so genau, warum. Ich habe das Kind entdeckt. Und wenn ich spüre, da kommt was aus der Vergangenheit und innerlich sind da Verletzungen und Ängste, ich schaue, was kann ich tun, wie kann ich heilen. Und beim letzten Mal z. B. wusste ich erst mal gar nichts. Ich wusste nur, ich muss eine geborgene Situation schaffen, aber wo sollte sie sein. Mein Kind half mir mit einer Erinnerung, die ich niemals mehr hatte. Wir hatten als Kinder ein Doppelstockbett und bauten daraus manchmal ein Zelt und es vermittelte Geborgenheit und dort einfach mit rein, Kind in den Arm (per Imagination), reden und es ging mir sehr viel besser. Mein Kind versteht sehr viel, aber es braucht Liebe, Angenommensein, Geborgenheit, Sicherheit, was es nie hatte. Das kann ich ihm jetzt geben. Ich muss es aber auch diesem Kind gönnen. Und das ging sehr lange nicht. Ich habe mich mein Leben lang geschämt, dieses Kind gewesen zu sein. Ich konnte dann meine Schuldgefühle verarbeiten und der Weg wurde frei für die Traumatherapie, für die Arbeit mit dem Inneren Kind.
Mein Kind braucht mich manchmal noch, dann gehe ich in die Situation und arbeite damit. Aber sonst - ich fühle mich frei und glücklich wie nie. Der lange, harte Weg hat sich gelohnt.
Ich bin ehrlich, ich bin mit der Arbeit mit dem Inneren Kind noch unerfahren und folglich überfordert.
Ich weiß nicht, ob man das ganz allein schafft, wenn es da traumatische Erlebnisse gibt/gab. Ich habe das dann erst wirklich in der Therapie gelernt. Vielleicht wäre das auch ein Weg für Dich? Also, ich selbst wäre nie darauf gekommen, dass es mit Imagination funktioniert. Ich bin eigentlich ganz schlecht in Imagination, aber es gelingt immer besser.
Dies zeigt sich dann leider auch darin, dass ich sauer werde und sie das spüren lasse.
Naja, wenn Du es schon so schreibst, dann weißt Du selbst – ganz falsches Zeichen. Du drückst sie noch mehr in die Ecke, machst das weiter, was das Kind wohl schon früher erlebte. Wie willst Du damit heilen?
Ich bin jedenfalls für sie Mama 2. Derzeit äußert sie verstärkt den Wunsch, zu ihrer echten Mama zu wollen. Ich kann ihr den Wunsch leider nicht erfüllen. Sie wohnt weit weg und der Kontakt ist nahezu bei Null. Ich versuche ihr dann immer zu erklären, dass unsere Mama mit sich zu kämpfen hat, wir beide nun erwachsen sind und wir unsere Mutter nicht mehr so brauchen wie früher. Ist sicherlich auch der falsche Weg, aber ich weiß mir derzeit nicht anders zu helfen.
Ja. Falscher Weg in verschiedenen Richtungen.
Was genau glaubst Du, will Dein Kind von Deiner Mutter. UND KÖNNTE das Deine Mutter überhaupt geben? Hat sie es früher gegeben? Wenn nicht, dann könnte es gut einfach zu spät sein. Meine Mutter könnte mir heute nicht mehr helfen. Ich mir selbst aber durchaus.
Ganz dramatisch für das Kind empfinde ich Deine Idee, dem armen Kind zu erklären, dass die Mutter mit sich selbst zu kämpfen hat und dass es nun erwachsen ist und die Mutter nicht mehr braucht. Das ist grausam dem Kind gegenüber. Es ist NICHT erwachsen. Es ist irgendwo stehen geblieben, wo es sehr verletzt wurde. Es ist auch möglich, dass Deine Mutter mit sich selbst zu kämpfen hat. Doch das Kind hat ein Anrecht auf die Mutter, darauf, von ihr umsorgt zu werden, Liebe zu bekommen, geleitet und begleitet zu werden. Dein Kind sollte es nicht interessieren, ob die Mutter andere Sorgen hat. Der Verstand – ja, der begreift das schon irgendwie aber genau das ist ja das Schlimme. Das Gefühl blieb schwer verletzt zurück. Und da steht es nun auch.
Du brauchst Deine Mutter nicht, um Dein Kind jetzt zu heilen, Du brauchst Dich und ganz viel Liebe und Verständnis für Dich. Mir fiel das insofern nicht ganz so schwer, weil ich eine Tochter habe, für die ich voller Liebe und Verständnis und alles, was man so braucht, war. Ich habe mir anfangs vorgestellt, mein Kind wäre meine Tochter. War auch ein schwerer Weg, auf den mich meine Therapeutin brachte. Mein Kind aber weckte in mir ja ganz andere Gefühle als meine Tochter. Mir das Gleiche zu „gönnen“ war sehr schwer. Aber nötig.
Du solltest Dein Kind jetzt nicht fordern und überfordern, sondern annehmen und geben. Damit es nachreifen kann und mit Dir als Erwachsene glücklich und frei werden kann und sich geliebt fühlt, selbst, wenn es gerade im Außen keinen gibt, der das für Dich hat.
Aber wie gesagt, MEIN Weg. Schau, ob was davon zu Dir passt. Fühle in Dich rein. Nicht einfach per Kopf übernehmen.
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