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Warum Trauer bei Selbstmord?

Jeder hat ein Recht auf den eigenen Körper und somit auch die Wahl, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen.
Allerdings fühlen sich auch viele Menschen in diese Situation gezwungen und gedrängt, weil sie für sich keinen Ausweg sehen, obwohl bei objektiver Betrachtungsweise eines nicht Involvierten sicher eine Lösung hätte gefunden werden können..........das macht es für die Hinterbliebenen besonders tragisch......es bleibt eine Schuldfrage, hindeutende Anzeichen nicht wahr genommen zu haben.
 
Jeder hat ein Recht auf den eigenen Körper und somit auch die Wahl, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen.
Allerdings fühlen sich auch viele Menschen in diese Situation gezwungen und gedrängt, weil sie für sich keinen Ausweg sehen, obwohl bei objektiver Betrachtungsweise eines nicht Involvierten sicher eine Lösung hätte gefunden werden können..........das macht es für die Hinterbliebenen besonders tragisch......es bleibt eine Schuldfrage, hindeutende Anzeichen nicht wahr genommen zu haben.

Hallo Petra,

da widerspreche ich dir aber. Wir wissen doch, dass es geradezu ein Krankheitsmerkmal sein kann, wenn ein Depressiver etwa seinem Leben ein Ende setzt, weil er nur ins Dunkel gehüllt ist und die Realität nicht mehr wahrnehmen kann.
Mir haben damals Menschen, die diesen Zustand bei mir wahrnahmen und handelten, das Leben gerettet.

Burbacher
 
Man will sich nicht eingestehen, dass man das Leid und den Schmerz des Selbstmörders nicht erkannt und auch keine Gedanken daran verschwendet hat. So manch einer leidet jahrelang vor sich hin und niemand im Umfeld nimmt irgendwas wahr.

Passiert dann das Ultimative, fühlen sich die Hinterbliebenen verletzt und es beginnt das große Selbstmitleid. Man fühlt sich selbst als Opfer.
 
Im tiefsten Leid ist wohl jeder egoistisch: Auch der Selbstmöder denkt ja nicht an andere und an das Leid, das er auslöst (siehe: Zugführer). Großes Leid ist einfach großes Leid und lässt und keinen Spielraum für "vernünftige" Entscheidungen. Als Hinterbliebene hat man halt ein Leben lang mit der Frage zu kämpfen, was man evtl hätte tun können. JEDEM Menschen kann/könnte geholfen werden (es sei denn, er ist wirklich unheilbar krank) wenn er die entsprechende Hilfe annehmen würde, oder man sie ihm nicht vorenthalten würde.
 
Wohl dem, der trauern kann.

Mein Vater nahm sich das Leben als ich 16 war. Wir waren allein zu Haus, er und ich. Er fuhr weg und kam nicht mehr zurück. Ich ahnte, was er vorhat. Ich habe ihn nicht aufgehalten. Er ging am Vormittag. Am Nachmittag kam die Polizei zu mir. Ich sah sie schon durchs Fenster und wusste, was sie wollten. Sie haben mich mitgenommen und ich habe meinen Vater identifiziert.

Ich habe nicht getrauert, ich war ihm dankbar, dass er sich aus dem Weg geräumt hatte. Angst hatte ich um meine Mutter, ob man ihr irgendeine Mitschuld anlasten könnte. Aber da konnte mich ein Polizist beruhigen. Selbstmord wäre ja freiwillig.

Ich bezweifle, dass "jeder" Selbstmord wirklich eine freiwillige Entscheidung ist. Ich glaube, so manche Freiwilligkeit hat ihren Ursprung darin, dass der betroffene Mensch unter Zwängen steht, der ihm selber gar nicht bewusst sind. Damit meine ich aber nicht meine Mutter, ich hatte die Sicht eines Kindes.

Ich habe 30 Jahre gebraucht, bis ich um meinen Vater trauern konnte. Das tut gut. Und so viele Verkrustungen konnten aufbrechen. Ich denke, ein Selbstmord ist für die Hinterbliebenen eine sehr vielschichtige Katastrophe und Trauer ist ein enorm wichtiger Schritt, so eine Art Grundvoraussetzung um so ein Ereignis zu verarbeiten und damit klarzukommen.
 
(...) es wird nur gedacht :" jetzt ist dieser Mensch nicht mehr für mich da." Man trauert also eigentlich nicht um den Gestorbenen, sondern um den eigenen Verlust.

(...) Passiert dann das Ultimative, fühlen sich die Hinterbliebenen verletzt und es beginnt das große Selbstmitleid. Man fühlt sich selbst als Opfer.
Ich finde es sehr traurig für Euch, dass Ihr so verbittert seid.
 
Es wird einem immer gerne Verbitterung unterstellt, wenn man in der Realität ankommt und diese für sich akzeptiert hat. Aber die Realität des Lebens ist nun mal bitter, traurig, trostlos und ungerecht.

Die Tatsache, dass ich nicht beim Suizid gelandet bin, führe ich nur darauf zurück, dass ich das eben gelernt habe, mir nichts vormache, mich nicht selber betrüge, diesen Realitäten ins Auge sehe, auch wenn sie noch so weh tun.

Die Zeiten, wo ich das noch nicht begriffen hatte waren die Hölle gewesen, da bin ich immer wieder brutal gegen die Wand geknallt. Wenn ich es nicht bezeiten begriffen hätte, wie das Leben wirklich läuft, dann säße ich nicht mehr hier an dieser Tastatur.

Ich lasse mich nicht irritieren von Schönschwätzereien anderer. Die Mitmenschen werden versuchen, dich zum eigenen Vorteil zu manipulieren und ansonsten keine Energien für dich zu verschwenden. Kriegen sie ihren Willen nicht, kommt großes Geweine. Es ist lebenswichtig, innerlich unabhängig von anderen Menschen zu sein.

Ich werde mir nichts schönreden, was nicht schön ist. Ich weiß, dass das nicht gut geht.
 
Das ist keine Verbitterung. Das ist nunmal so. Man ist traurig, weil der Mensch, der einem so viel gutes gegeben hat, nun nicht mehr da ist. Man betrauert den eigenen Verlust. "Wie kannst du MICH nur verlassen. Jetzt muss ICH ohne dich weiterleben. Wie soll ICH das nur machen? " Das ist einfach Egoismus.
Ist auch nicht nur auf Selbstmord bezogen, dass ist bei jedem Tod so.

Klassisches Zitat:"Wie kannst du mir/uns das antun?"
 

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