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Bin ich der Einzige der denkt, dass das Christentum nicht zu uns gehört.

  • Starter*in Starter*in Gandalfs Kraut
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Was Du noch lernen musst ist das Religion den Menschen an sich nicht ändert. Man bleibt frei in seiner Entscheidung, man wird weder zu einer Marionette oder zu einem Soldaten und kann sicher jederzeit abkehren. Religion ist keine Krankheit, sondern eine Entscheidung, genauso wie Mord, Spende oder entschiedener Atheismus.
Du hast anscheinend noch nie Erlebnisberichte von Leuten gelesen, die in Sekten hineingerieten - Scientology, Zeugen Jehovas, Sonnentempler (die mit dem Massenselbstmord) und wie sie alle heißen, wie sie mit hübschen Versprechungen und zuerst "ganz unverbindlichen" Dingen geködert wurden und dann nach und nach immer tiefer in die Netze der jeweiligen Gemeinschaft gerieten, wie sie systematisch von ihrem ganzen Leben außerhalb der Sekte abgeschnitten und die Netze immer enger zugezogen wurden, bis die Falle ganz zuschnappte. Ab einem bestimmten Stadium gibt es keine eigenen Entscheidungen, keine eigene Willensfreiheit mehr, weil man die Leute gar nicht mehr für sich selbst denken läßt, ab dann ist man Marionette, und eine Abkehr nur unter massivster Gegenwehr und mit tatkräftiger Unterstützung von außen möglich, und das Leben danach erinnert an jemanden, der sich in Stacheldraht verfangen hat, die Narben der Erlebnisse bleiben für das ganze Leben. Googel doch einfach mal Erlebnisbericht Sekte, und lies Dir die Links durch. Sicher, Sekten sind die Extrembeispiele von Religion, aber auch große Religionsgemeinschaften sind grundsätzlich und immer zu all dem fähig, was in kleinen Sekten abläuft. Sie tun es nur nicht, weil sie sich nicht trauen, weil sie von anderen Institutionen wie dem Staat, gültigem Recht und Gesetz, in Schach gehalten werden. Übrigens war vor einiger Zeit mal eine Untersuchung zum Thema zu lesen, wo es hieß, Religionen sind um so toleranter, je mehr Konkurrenz sie von anderen Religionen oder auch religionsfreien Lebensstilen bekommen. Eine alleinherrschende Religion (Saudi-Arabien...) kennt keine Toleranz.
 
Es gibt auch bei Kindern keine freie Entscheidung. Weil Kinder im Kindesalter generell das glauben, was ihnen Erzieher, Lehrer, Eltern, Pfarrer erzählen. Wenn sie später beginnen nachzufragen ist das Band nach hinten abgeschnitten - man weiß nicht mehr, warum man glaubt. Und dann wird es schwierig davon loszukommen.
 
Kritisches und unabhängiges Denken war damals noch nicht erwünscht oder gar als Tugend angesehen, auch das kam erst nach dem 2. WK auf.

Das ist so allgemein gesprochen korrekturbedürftig. Hättest Du Recht, dann hätte es im 2. WK keine Christen wie Bonhoeffer gegeben. Ich darf auch an Emmanuel Kant, Galileo Galilei und das Zeitalter der Aufklärung erinnern.
 
Es gibt auch bei Kindern keine freie Entscheidung. Weil Kinder im Kindesalter generell das glauben, was ihnen Erzieher, Lehrer, Eltern, Pfarrer erzählen. Wenn sie später beginnen nachzufragen ist das Band nach hinten abgeschnitten - man weiß nicht mehr, warum man glaubt. Und dann wird es schwierig davon loszukommen.

Selbst denken scheint grundsätzlich schwer zu sein. Das betrifft Menschen in jeder Kultur.

Wie ist das jetzt mit Deiner Ethik? Die Frage ist immer noch offen.
 
Das ist so allgemein gesprochen korrekturbedürftig. Hättest Du Recht, dann hätte es im 2. WK keine Christen wie Bonhoeffer gegeben. Ich darf auch an Emmanuel Kant, Galileo Galilei und das Zeitalter der Aufklärung erinnern.
Waren all diese Leute zu ihrer jeweiligen Zeit Vertreter des "Mainstreams", oder Einzelgänger, Abweichler und einsame und angefeindete Rufer in der Wüste? Die Antwort darauf sollte klar sein, oder?
 
Und darin liegt doch die Entscheidung - ob ich als Erwachsener zu der kulturellen und religiösen Herkunft stehe oder nicht. Daher zu dem von Dir Gesagten mein Widerspruch.

Also du bist 18 Jahre lang im Christlichen Glauben aufgewachsen und triffst DANN eine freie Entscheidung? Du kennst doch fast nur das Christentum, bist dein Leben lang gelehrt worden. Das ist doch nur sehr bedingt eine freie Entscheidung, da man nur eine Alternative wirklich gut kennt.

Sorry, das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung. Bei welchen Religionen herrschen vergleichbare Ansichten zum Islam???

In unserer heutigen sehr liberalen christlichen Welt, dürfte kaum Ausgrenzung drohen wenn man seinen Glauben wechselt. Du hast vollkommen Recht, dass das Christentum über Jahrhunderte reformiert und auch aus meiner Sicht besser und freier wurde.
Müsste ich mich entscheiden, ich würde auch sagen "Das Christentum ist besser als der Islam", aber ich kenne den Islam nicht so gut wie das Christentum.

Außerdem bleibt das Problem: Menschen unterscheiden sich in einer höchst persönlichen Weltanschauung in Form der Religion. Religionen, die absolutistische Ansprüche haben und kaum Kompromiss anbieten.

Glaubst du nicht, dass es grundsätzlich problematisch ist wenn zb Menschen verschiedener Religionen heiraten? Oder darf ich mein Kind nach deinem Christlichen Glauben gemischt-Religiös aufziehen und Mitglied in zwei Religionen werden lassen?

Wenn ich blau mag und du rot, können wir das so stehen lassen. Es ist Geschmackssache.
Wenn du Christ bist und ich Moslem, können wir das auch so stehen lassen, ABER wir sind beide der Meinung der andere glaubt an das falsche.

Ich sage nicht, dass Religionen schlecht sind, ich sage nur, sie bergen viel Potenzial Menschen zu spalten.

Und besonders wenn man sich bedroht fühlt, neigt man dazu Gemeinsamkeiten zu suchen und Fremdes zu verachten. Unterschiede bereichern unsere Welt. Wenn man seine subjektive Meinung/Glaube aber zu progressiv als einzige Wahrheit verkauft, tappt man schnell in die Falle andere Meinungen und Glaubensrichtungen damit abzuwerten.
 
Woher weißt Du, was Nordrheiner schon alles sich angeschaut, gelesen, welche Menschen er kennen gerlernt hat, wo er war und was er erlebte, kennt?

Sind das wieder solche seltsamen Unterstellungen?

Oder redest Du in Wirklichkeit von Dir?

"Du" war eher allgemein gemeint.
Das ist so wie wenn du lieber Spoony von "Menschen" schreibst und eigentlich mich meinst 😉
 
Jedenfalls sind uns die Islamisten weit überlegen, weil sie auf ihr Ego pfeifen, es für sie eine höhere Macht gibt...
Sie haben höhere Ziele, denen man nicht beikommt. Wir hier werden immer ungläubiger, der Sinn unseres Glaubens wird einem fast schon "ausgeprügelt"...wenn man sich manches Geschriebene hier so durchließt.
Wenn man den Gläubigen den Sinn zum Leben/den Glauben nehmen will, dann ist es bist zur Radikalisierung nicht mehr weit.
Das haben Viele eben nicht verstanden.
Liebe, der Glaube an die Liebe Gottes macht keinen Extremisten. Aber wenn man versucht diese Menschen auszuschließen, sie ein bisschen als plemmplemm in der Gesellschaft hinzustellen,

dann hat man sie bald verloren.
Im eigenen Hirn oder stillen Kämmerlein kann jeder glauben was er will. Das kann man niemandem nehmen, das kann man auch nicht "ausprügeln", zumindest hierzulande gibt es bekanntlich gesetzlich garantierte Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und selbstverständlich Denkfreiheit ("Die Gedanken sind frei"... ein in der Vergangenheit zeitweise verbotenes Lied!). Ob jemand als plemmplemm gilt oder nicht, hängt eher von seinem ganzen Verhalten ab als davon, was er glaubt. Wenn allerdings gerade der Glaube zu plemmplemm-Verhalten führt, nun, diesen Preis muß der Gläubige dann halt zahlen. (Pastafari mit Nudelsieb auf dem Kopf 😀 )

Was hier in Wahrheit genommen und "ausgeschlossen" wird, ist die Überheblichkeit und Selbstherrlichkeit vieler Gläubiger, die nach dem Motto leben "Ich glaube also bin ich, und wer nicht so glaubt wie ich, bei dem läuft irgendwas falsch". Wer sein eigenes Selbstwertgefühl am Glauben aufhängt statt an etwas realem, fühlt sich naturgemäß persönlich angegriffen, wenn man ihm sagt, dein Glaube taugt nix. Aber man muß es ihm nicht einmal sagen, es reicht, wenn es der Gläubige/die Gläubigen gezeigt und zu spüren bekommen, etwa indem beanspruchte (Vor-)Rechte verweigert werden, egal ob Muezzin-Ruf in einem überwiegend nichtislamischen Land, das Recht auf ("notfalls" gewaltsame) Missionierung, auf Frauendiskriminierung oder Entrechtung von Kindern (Mißbrauchsfälle...) samt Einhaltung eifrig darüber geworfener Tabus (siehe die Zeit, als die kirchlichen Mißbrauchsfälle endlich geoutet wurden und ans Licht kamen, das war damals wie ein Dammbruch mit einer plötzlichen wahren Sturzflut von Mißbrauchsklagen!), oder auch ganz simpel indem den jeweiligen Lehrern/Priestern und sonstigen Obermotzen eben nicht mehr automatisch Ehrfurcht und Loyalität entgegengebracht werden, sondern sich jeder, der etwas zu sagen haben will, erst mal rechtfertigen muß und auch konsequent hinterfragt wird, also keine blinde Gefolgschaft, keine blinde Gläubigkeit mehr...
Religionsfreiheit ist die Freiheit, sich für einen Glauben zu entscheiden und deswegen nicht diskriminiert zu werden (außer man begeht für diesen Glauben Verbrechen), aber sie ist genauso die Freiheit, sich gegen irgendeinen Glauben zu entscheiden, und deswegen nicht diskriminiert zu werden, weder von den Gläubigen noch sonst jemandem. Und letzteres ist, für so manchen Gläubigen, anscheinend ziemlich schwer zu schlucken, vor allem wenn sie einen (angeblich von Gott selbst kommenden) Missionierungsauftrag haben. Mit anderen Worten, sie "müssen" per göttlichem Auftrag die Ungläubigen solange belästigen, bis diese konvertieren, ob freiwillig oder nicht, aber in einem Rechtsstaat mit Religionsfreiheit dürfen sie nicht, wie sie gerne möchten oder müßten. Und zwar in vielerlei Hinsicht, nicht nur in Sachen Missionierung. Und dieser Frust ist es, der Gewalt provoziert.

In dem Wiki-Eintrag zum Evolutionären Humanismus ist ein schöner Begriff zu lesen, der in diesem Zusammenhang genannt werden möge: "fundamentale Kränkung". Gibt es als "Kränkungen der Menschheit" (auch Wiki), ist aber der wirkende Faktor schlechthin, wenn Gläubige, die sich keine religiös beanspruchten Extrawürste braten dürfen, mit Anders- und Garnichtgläubigen zusammen leben und auskommen müssen. Ist wie beim Grillen im Sommer im hauseigenen Garten - Konsens muß herrschen, sonst fühlt sich immer jemand belästigt. Gleiches Recht für alle, oder überhaupt kein (Vor-)Recht für irgendwen. Entweder per freiwilliger Toleranz - oder per Zwang.
 
Also du bist 18 Jahre lang im Christlichen Glauben aufgewachsen und triffst DANN eine freie Entscheidung? Du kennst doch fast nur das Christentum, bist dein Leben lang gelehrt worden. Das ist doch nur sehr bedingt eine freie Entscheidung, da man nur eine Alternative wirklich gut kennt.



Lieber Andreas,

ich bin in einem Elternhaus aufgewachsen, in denen ich auf zwei völlig unterschiedliche Weltanschauungen traf:

Mein Vater war ein liebloser und gedankenloser Schläger, der weder seiner Frau noch seiner Familie treu war. Ja, er war sehr fleissig und darin vorbildlich. Aber Fleiss war anscheinend die einzige tugendliche Gemeinsamkeit, die er mit meiner Mutter teilte. Er vertrat auch den christlichen Glauben. Mich wundert bis heute, dass ich den christlichen Glauben nicht ebenso hasste, wie meinen Vater. Dass ich den christlichen Glauben nicht hasste, lag wohl an meiner Mutter. Es gab keine Schläge und keine Erniedrigung und keine Probleme, die meine Mutter davon abhalten konnten, an die Liebe Gottes auch nur im Geringsten zu zweifeln. Auch lernten wir Christen kennen, bei denen man den menschlichen Faktor auf sehr unangenehme Weise verspürte.

Von was lässt sich der Mensch anziehen? Bei mir war dies der Aspekt der Liebe, der es mir sehr leicht machte, mich für Jesus Christus zu entscheiden. Ich habe mich nie für das Christentum entschieden, welches z.B. von Kirchen vorgelebt wurde. Aber ich war sehr neugierig, warum andere Menschen nicht ebenso wie ich die Liebe Gottes für sich in Anspruch nahmen. Damals fing es an, dass mich die Frage verfolgte: Warum tut der Mensch was er tut?

Auch heute beschäftigte ich mich sehr stark mit Ideologien sowie mit anderen Religionen. Während mich derzeit der Islam sehr interessiert, war es damals die atheistische Weltanschauung sowie der Hinduismus und der Buddhismus. Ich habe auch liebevolle Atheisten kennengelernt, aber niemals eine so starke und grenzenlose Liebe, wie ich sie im NT bei Jesus Christus las.

Egal ob Religionen oder Ideologien, überall gibt es die Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit, Respekt. Aber – bis auf das Judentum – gehört Liebe nirgendwo als entscheidender Basisfaktor dazu.

Was findet der Mensch anziehend? Für mich war es die bedingungslose Liebe Gottes in Jesus Christus.

Denkst Du, ich hätte mich evt. falsch entschieden?

LG; Nordrheiner
 
Also du bist 18 Jahre lang im Christlichen Glauben aufgewachsen und triffst DANN eine freie Entscheidung? Du kennst doch fast nur das Christentum, bist dein Leben lang gelehrt worden. Das ist doch nur sehr bedingt eine freie Entscheidung, da man nur eine Alternative wirklich gut kennt.

Ich bin auch 18 Jahre in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, und dann hatte ich mich ausreichend informiert über diese und andere Religionen und befand, daß weder Christentum noch sonst eine es wert waren, daß ich Mitglied sein bzw. bleiben wollte. Ergo wurde ich in freier Entscheidung Atheist und bin aus der Kirche ausgetreten. Also, so what? In einer Religion aufzuwachsen heißt in einer freien ! Gesellschaft nicht, daß man lebenslänglich drin gefangen bleiben muß. In islamischen Ländern ist das anders, dort riskiert jeder Apostat Leib und Leben, weshalb sich kaum jemand traut sich zu outen, wenn er kein Muslim mehr sein will. Unterschied zwischen freier/laizistischer Gesellschaft und religiös beherrschter Gesellschaft.
 
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