Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Wenn ich mal unterbrechen darf...
Meiner Meinung nach lässt sich die "Schuldfrage" nur dann sinnvoll betrachten, wenn man ihr die Basis jeglicher Wertung entzieht. Dazu gehört u.a. auch der Maßstab "gut und böse". Es ist nur menschlich, dass der eigenen (subjektiven) Betrachtungsweise eine zu große Bedeutung beigemessen wird. Das sollte bei dieser Thematik aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das eigene Wertesystem ist dafür zu unterschiedlich geprägt (worden), sei es durch das Umfeld, persönliche Erfahrungen, eigene Schlussfolgerungen etc.
Auf das große Ganze bezogen kann eine derartige Differenzierung in schwarze und weiße Anteile meiner Ansicht nach also nicht funktionieren und schafft lediglich Raum für endlose Diskussionen, die letztendlich einen doch zu persönlichen Charakter entwickeln. 😉
Liebe Amnesia,
Du bist keine Unterbrechung sondern eine Bereicherung. Fühle Dich hier willkommen.
Jedoch kann ich Deiner Meinung nicht zustimmen. Wir Menschen werten immer und überall, selbst wenn es uns nicht
bewusst ist. Insofern können wir Informationen nur wertend verarbeiten. Das ist so in uns Menschen angelegt. Wir werden immer in den Kategorien "richtig-falsch", "gut-böse", "hilfreich-nicht hilfreich" , "nützlich - nicht nützlich" denken.
Richtig ist, dass der eigenen Betrachtungsweise, dem eigenen Empfinden immer der Vorrang eingeräumt wird. Auch das ist insofern zunächst einmal gut, denn mit unserer persönlichen Betrachtungsweise haben wir alle gute Erfahrungen gemacht. Andernfalls hätte unser Gehirn diese Erfahrung, die die Grundlage der persönlichen Meinung ist, nicht gespeichert. Und das Gehirn speichert nur positive Erfolge bzw. verwendet nur positive Erfolge als Basis für Handlungsanweisungen.
Die Frage, die sich stellt, lautet immer: Ab wann und inwiefern bin ich bereit, mich auf die Erfahrungswelt eines anderen Menschen einzulassen? Ich denke, die Antwort hat etwas mit Vertrauen zu tun.
Und da wir uns hier alle nicht persönlich kennen, nur schriftlich austauschen, dauert es lange, um Vertrauen aufzubauen. Und Vertrauen baut man auf, indem man mit einander kommuniziert. Je intensiver die Kommunikation, je besser die Grundlage für Vertrauen.
LG, Nordrheiner