Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Da gibt es nur ein kleines Problem. Der jüdische Schriftgelehrte namens Jesus ist seit 2000 Jahren tot, und seine ursprüngliche Lehre, die sich um eine Reformierung der damaligen jüdischen Lehre drehte, ist so verfälscht und verzerrt worden, daß sie heute wie ein sehr dehnbarer Gummiflicken auf jedes Problem paßt, egal welcher Art, auch auf solche, die nicht das geringste mit den echten Intentionen von Jesus damals zu tun haben.
Bist Du damit einverstanden, dass Deine Aussage "...Jesus ist tot" auf Spekulation beruht?
Das Gleiche gilt für Aussagen "Verfälschung und Verzerrung". Auch hier spekulierst Du, was ich Dir ja zugestehe. Spätestens an dieser Stelle, was die Lehre betrifft, müsstest Du die Original-Lehre vor Dir haben, um sie mit anderen Texten vergleichen zu können - und dann könntest Du zur Feststellung gelangen, dass sich bei "den anderen Texten" um eine Verfälschung handelt. Du bekämst den theologischen Nobel-Preis.....
Dem Tod entkommt keiner, diesen Kampf verliert am Ende ganz unvermeidlich jeder. Aber da die meisten Menschen Angst vor dem Tod haben, machen Religionen fette Geschäfte damit, den Leuten einzureden, es gäbe zwei Tode, den unvermeidlichen biologischen und hinterher noch einen, und zumindest dem letzteren könne man entkommen und ewig leben, indem man sich irgendwie "richtig" verhält, und dieses jeweilige "richtig" definiert "natürlich" die jeweilige Religion. War zu Zeiten der alten Ägypter schon so (mit Mumifizierung und allem) und ist bei den heutigen Religionen genau das gleiche.
Nee, also da kann ich Dich beruhigen: Mit mir macht keine kirchliche oder sonstige Organisation fette Geschäfte.
Nur zur Erinnerung: Ich trenne "Leben innerhalb einer Religion" von "einem Leben mit praktischem Gott-Vertrauen."
Insofern bin ich nicht religiös.
Aber wenn eh jeder stirbt und keiner sicher weiß (und beweisen kann!) was danach kommt und ob überhaupt etwas danach kommt, geht es eben nicht ums Sterben, sondern um ein gutes Leben vorher. Und da jeder Mensch in erster Linie ein körperbestimmtes Wesen ist, gibt es da mein persönliches kleines "Mantra für ein gutes Leben", das im wesentlichen aus 5 Punkten besteht:
- gut essen und trinken
- gut denken
- gut arbeiten
- gut schlafen
- gut scheißen und pissen (ja, auch das 😀)
Wer hinter jeden dieser fünf simplen Punkte ein Häkchen machen kann, der kann sich für seelisch und körperlich einigermaßen gesund erklären und hat schon mal die wichtigsten Grundzutaten für ein gutes Leben, denn wenn es nur an einem der fünf Punkte fehlt, dann ist schon der Wurm drin.
Alles andere wie Geld oder Familie oder Reisen oder Eigentumswohnung oder was weiß ich sind Zubehör, Extras, die dem Leben ein Ziel und Anspruch und Pfiff geben. Aber zur Zufriedenheit im Leben gehört nicht zwangsläufig viel Geld oder ein Ehepartner oder eine schicke Villa. Und wer mit dem eigenen Leben zufrieden sein kann, der hat weder vor dem Tod noch großartig Angst noch - viel schwieriger - vor dem Leben allgemein.
Hinter den 5 Punkten habe ich ein Häkchen gemacht. Aber damit würde ich trotzdem "schönes Leben" nicht als Sinn anstreben. Ich halte sinnvolles Leben für wichtiger. Wenn man "sinnvoll leben" mit "schön leben" verbinden kann, bin ich der Letzte, der das nicht möchte. Aber das sinnvolle Leben erachte ich für deutlich wichtiger.