Hallo Kareena.
Fakt ist da ich mich z.b mit Esoterik beschäftige kann ich auch nur mich mit den Menschen zusammen tun die sich damit auch beschäftigen. Religiöse Menschen oder Atheisten kommen da nicht infrage. Ich respektiere es fühle mich aber nicht 100% wohl.
Verstehe, was du meinst, würde dem persönlich aber nicht vorbehaltlos zustimmen.
Wenn man sich die Gesellschaft und Beziehungen (im weitesten Sinne) so betrachtet, dann führen natürlich Gemeinsamkeiten eher zu einem Zusammenfinden und Zusammenbleiben, als es andersherum der Fall ist. Wie aber die Gemeinsamkeiten genau beschaffen sind und welche der Gemeinsamkeiten mehr oder weniger relevant sind, ist dann meines Erachtens nicht so leicht zu beantworten.
So könnte eine Religion, Atheismus, Agnostizismus, Exoterik oder Esoterik als Charakterzug gesehen werden, aber es ist ja nicht der ganze Charakter bzw. der Charakter selbst. So mögen verschiedene Charaktere auf Ebene ihres Charakters eine hohe Passung aufweisen, obwohl sie in anderen Bereichen nicht in gleicher Weise bzw. Intensität Gemeinsamkeiten teilen. Anders und umgekehrt ausgedrückt: Ein Christ versteht sich nicht unbedingt gut mit einem Christen, ein Atheist nicht unbedingt mit einem Atheisten, ein Esoteriker nicht unbedingt mit einem Esoteriker.
Vielleicht ein weiteres Beispiel aus meiner älteren Zeit in Foren. Da gab es etwa 5-6 Mitglieder, welche ich als "die alte Garde" bezeichnen würde, und etwa 15-20 Mitglieder, welche ich als "die Kavallerie" bezeichnen würde. Darunter gab es auch Teilnehmer, die mit ihren Partnern im Forum unterwegs waren. Herzallerliebst, wenn ich so erinnere. Zwei Mitglieder "der alten Garde" waren wie geistige Zwillinge - hochgebildet, sehr intelligent, hoher Selbstanspruch und beide in langjährigen Beziehungen. Allgemeinwissen, Kosmologie, Quantenphysik, allgemeine Physik, Mathematik - easy. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gab es zwischen den beiden. Der Eine war der "Atheist vorm Herrn" und der andere "der Christ schlechthin". Wenn mich nicht alles täuscht, waren und sind die beiden beste Freunde.
Für mein Beispiel soll es aber nur um "den Atheisten" gehen. Seine langjährige und heiß geliebte Freundin ist eine Christin. Wohl hat er sich ausführlich mit seiner Freundin über ihren Glauben unterhalten und sagt, dass sie ein "differenziertes Gottesbild" hat, welches er akzeptieren kann. Gleichfalls ist sein Schwiegersohn ein Alevit, welchen er sehr wertschätzt. Für ihn selbst ist es unmöglich, sich etwas vorzustellen, was er sich gar nicht vorstellen kann und für sein Leben auch gar nicht braucht. Gleichfalls hat er in unzähligen Diskussionen sehr respektvoll mit Gläubigen diskutiert, um zu verstehen, was Gläubige unter Gott verstehen und wofür es gut sein soll.
Das waren mitunter die spannendsten Diskussionen in meinem Leben. "Der Atheist" konnte wohl niemals verstehen bzw. nachvollziehen, warum oder wie man an einen Gott glauben könnte. Das macht ihn nicht weniger zu einem sehr intelligenten und sehr symphatischen Menschen, Partner und Familienvater. Und ich denke, dass er es tatsächlich nicht kann und auch nicht braucht.
Die Interessen und die Gemeinsamkeiten müssen passen, sonst wird man sich immer alleine fühlen.
Ja, vielleicht ist es nur nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Im Übrigen denke ich, dass Einsamkeit ein Gefühl (in einem selbst) ist, welches nicht unbedingt etwas mit anderen Menschen zu tun hat.