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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Ich schätze mal, dass Gewinne oft auch mit Verlusten verbunden sind. Im Wirtschaftlichen spricht man von sog. Opportunitätskosten. Man wird herausgefordert, eine Entscheidung zu treffen.

Anders ausgedrückt: Jeder Gewinn ist auch ein Verlust, weil man seine Ressourcen wie Zeit, Geld und Kraft nur für bestimmte Projekte bzw. Menschen einsetzen kann, für andere dann wiederum nicht.

Noch anders ausgedrückt: Man kann nicht alles haben.

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Wenn es nun speziell um das Fadenthema (i.e. Einsamkeit), Menschen und Gefühle geht, dann kann das Vorgehende bedeuten, dass man sich durch eine Entscheidung, welche getroffen werden musste, mit einem anderen verbunden fühlt, aber mit einem anderen nicht mehr und dadurch einsam.

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Ein "typisches" Beispiel könnte sein, dass du dich als Kind unter den verstrittenen/geschiedenen Eltern entscheiden musst, ob du lieber bei Papa oder Mama sein willst.
 
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Re: Ist Einsamkeit ein Problem?
Echt guter Beitrag, Tsunami.
Sicher gibt es viele Kinder, die von Verlusten erzählen können.
Was macht so eine Verlustsituation mit Kindern? Gehört Einsamkeitsgefühl zu den Folgen?
Weisst Du da Genaueres?

LG, Nordrheiner
 
Das klingt schon ein kleines bißchen geheimnisvoll. Magst Du das alles evt. an einem konkreten Beispiel erläutern?

Ich versuche es jetzt mal an einem Beispiel.

Ein Kind wird von einer ihr vertrauten Person angehalten eine Handlung unter keinen Umständen irgendwem zu erzählen, weil dann mit was schlimmen zu rechnen ist. Bekommt von einer anderen vertrauten Person immer zu hören, es darf nirgends hingehen, weil es nur stören würde. Weiß nicht dass die beiden Personen das Geheimnis eigentlich teilen und darf und kann es nicht weitererzählen, weil es um das Leben einer der Personen fürchtet, weil sie befürchtet, dann ganz alleine zu sein und niemanden mehr zu haben, den sie kennt. So schweigt es und bewahrt das Geheimnis, ist damit ganz allein und selbst die vertrauten Personen, sind Menschen von denen es sich innerlich entfernt.

Wenn das Kind dann immer größer und älter wird, weiß es vielleicht gar nicht mehr, dass es ein Geheimnis teilt und doch fühlt dieser Mensch sich allein gelassen und einsam. Kontakte zu anderen Menschen werden vielleicht möglich doch bleibt das er auf sich allein gestellt ist und niemanden vertrauen sollte, er bleibt einsam.

Selbst wenn viele neue Erfahrungen gemacht werden, ist dieses niemanden vertrauen und dieses Geheimnis bewahren tief innen drinnen und so ist auch immer wieder dieses Einsamkeitsgefühl da.

Wenn nun aber dieses woher es ist, bewusst wird, dann kann es zugeordnet werden und von dem getrennt, was einst dazu führte und erkennen, was heute anders ist. Es kann bewusst der Kontakt zu anderen Menschen und zu sich selbst verändert werden. Dies führt zu einem da sein dürfen, wodurch die Einsamkeit weicht.

Ein andere Beispiel ein Kind wird immer wieder weggeschickt mit dem Satz "Du störst gerade, geh in dein Zimmer..." Dort sitzt es allein und verinnerlicht "es stört immer nur"
 
Sicher gibt es viele Kinder, die von Verlusten erzählen können.
Was macht so eine Verlustsituation mit Kindern? Gehört Einsamkeitsgefühl zu den Folgen?
Weisst Du da Genaueres?

LG, Nordrheiner

Wohl habe ich schon an irgendeiner Stelle erwähnt, dass ich meine Kindheit bzw. Aufwachsen als friedlich und harmonisch bezeichnen würde. Andere wiederum würden sagen: "Alle Kinder haben eine schwere Kindheit."

Die Sache ist aus meiner Sicht die, dass das Elternhaus bzw. die Eltern in sehr hohem Maße dafür prägend sind, wie sich das künftige Menschenbild und Selbstverständnis entwickelt. Und das wiederum führt dazu, ob oder in wie erheblichem Maße man sich mit sich selbst und/oder innerhalb der Gemeinschaft/Gesellschaft einsam fühlt.

Wenn du dazu Fragen hast, werde ich gerne versuchen, diese mit bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.
 
Hallo, Tsunami, hallo Mittendurch,
Ihr habt verschiedene mögliche Ursachen für Einsamkeit identifiziert. Alle diese Ursachen finden sich in der jeweiligen Kindheit wieder. Es sind: Überbelastung des Kindes durch

  • „sich-entscheiden-müssen“ zwischen Papa und Mama,
  • Geheimnisträger zu sein

    Und dann hat Mittendurch noch das Kindheitserlebnis „du störst“ als mögliche Ursache genannt.

    Die erste Ursache, sich entscheiden müssen zwischen Mama und Papa, empfinde ich auch sehr als Bedrückung. Je kleiner das jeweilige Kind ist, umso weniger kann es das Erfordernis verstehen. Häufige Besuche des Elternteils, welches nicht mehr zur engen Familie gehört, können das abmildern. Trotzdem ist es schlimm und ist für mich eine Bestätigung, dass man als Eltern alle Versuche unternehmen soll, eine Familientrennung zu vermeiden. Noch schlimmer mag es den Kindern gehen, bei denen ein Elternteil verstirbt.

    Eine gesunde Kindheit ist in meinen Augen schöne Zeit, in der ich Schönes erlebt habe. Wenn es Probleme gab, dann erinnere ich mich, dass Probleme meistens zu lösbaren Aufgaben wurden. Die Probleme, die Probleme blieben, kann ich im Nachhinein verstehen und „nachträglich“ für mich lösen.
    Ist Behütetsein der ständige Eindruck eines Kindes, führt dies zu einem Geborgensein. Daraus erwächst Sicherheit sowie innere Stabilität und dies zu einer inneren Stärke, als Erwachsener bei auftretenden Schwierigkeiten hoffnungsvoll diesen gegenüber zu treten. Das Lösungsverhalten wurde „mit der Muttermilch“ aufgesaugt. Das wieder ist eine große Hilfe, gerade dann, wenn es einerseits um Partnerwahl und andererseits um Beziehungsprobleme in einer Partnerschaft geht.

    Für das Kindheitserlebnis „du störst“ fällt mir nicht viel Gutes aber auch nicht viel Schlechtes ein. Mir wurde das als Junge auch schon öfters mitgeteilt. Gerade wenn sich Erwachsene über ernste Themen unterhielten, wurde ich weggeschickt. Allerdings waren die Formulierungen etwas netter, so ungefähr „geh mal in Dein Zimmer spielen“. Manchmal schlich ich mich zurück und belauschte die Erwachsenen. Ich verstand zwar nicht viel von den Gesprächen, aber das Spiel „Belauschen“ war schön. Für mich kann ich das Wegschicken nicht als traumatisches Erlebnis bezeichnen.

    LG, Nordrheiner
 
Fakt ist da ich mich z.b mit Esoterik beschäftige kann ich auch nur mich mit den Menschen zusammen tun die sich damit auch beschäftigen. Religiöse Menschen oder Atheisten kommen da nicht infrage. Ich respektiere es fühle mich aber nicht 100% wohl.

Die Interessen und die Gemeinsamkeiten müssen passen, sonst wird man sich immer alleine fühlen.
 
Hallo Kareena.

Fakt ist da ich mich z.b mit Esoterik beschäftige kann ich auch nur mich mit den Menschen zusammen tun die sich damit auch beschäftigen. Religiöse Menschen oder Atheisten kommen da nicht infrage. Ich respektiere es fühle mich aber nicht 100% wohl.

Verstehe, was du meinst, würde dem persönlich aber nicht vorbehaltlos zustimmen.

Wenn man sich die Gesellschaft und Beziehungen (im weitesten Sinne) so betrachtet, dann führen natürlich Gemeinsamkeiten eher zu einem Zusammenfinden und Zusammenbleiben, als es andersherum der Fall ist. Wie aber die Gemeinsamkeiten genau beschaffen sind und welche der Gemeinsamkeiten mehr oder weniger relevant sind, ist dann meines Erachtens nicht so leicht zu beantworten.

So könnte eine Religion, Atheismus, Agnostizismus, Exoterik oder Esoterik als Charakterzug gesehen werden, aber es ist ja nicht der ganze Charakter bzw. der Charakter selbst. So mögen verschiedene Charaktere auf Ebene ihres Charakters eine hohe Passung aufweisen, obwohl sie in anderen Bereichen nicht in gleicher Weise bzw. Intensität Gemeinsamkeiten teilen. Anders und umgekehrt ausgedrückt: Ein Christ versteht sich nicht unbedingt gut mit einem Christen, ein Atheist nicht unbedingt mit einem Atheisten, ein Esoteriker nicht unbedingt mit einem Esoteriker.

Vielleicht ein weiteres Beispiel aus meiner älteren Zeit in Foren. Da gab es etwa 5-6 Mitglieder, welche ich als "die alte Garde" bezeichnen würde, und etwa 15-20 Mitglieder, welche ich als "die Kavallerie" bezeichnen würde. Darunter gab es auch Teilnehmer, die mit ihren Partnern im Forum unterwegs waren. Herzallerliebst, wenn ich so erinnere. Zwei Mitglieder "der alten Garde" waren wie geistige Zwillinge - hochgebildet, sehr intelligent, hoher Selbstanspruch und beide in langjährigen Beziehungen. Allgemeinwissen, Kosmologie, Quantenphysik, allgemeine Physik, Mathematik - easy. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gab es zwischen den beiden. Der Eine war der "Atheist vorm Herrn" und der andere "der Christ schlechthin". Wenn mich nicht alles täuscht, waren und sind die beiden beste Freunde.

Für mein Beispiel soll es aber nur um "den Atheisten" gehen. Seine langjährige und heiß geliebte Freundin ist eine Christin. Wohl hat er sich ausführlich mit seiner Freundin über ihren Glauben unterhalten und sagt, dass sie ein "differenziertes Gottesbild" hat, welches er akzeptieren kann. Gleichfalls ist sein Schwiegersohn ein Alevit, welchen er sehr wertschätzt. Für ihn selbst ist es unmöglich, sich etwas vorzustellen, was er sich gar nicht vorstellen kann und für sein Leben auch gar nicht braucht. Gleichfalls hat er in unzähligen Diskussionen sehr respektvoll mit Gläubigen diskutiert, um zu verstehen, was Gläubige unter Gott verstehen und wofür es gut sein soll.

Das waren mitunter die spannendsten Diskussionen in meinem Leben. "Der Atheist" konnte wohl niemals verstehen bzw. nachvollziehen, warum oder wie man an einen Gott glauben könnte. Das macht ihn nicht weniger zu einem sehr intelligenten und sehr symphatischen Menschen, Partner und Familienvater. Und ich denke, dass er es tatsächlich nicht kann und auch nicht braucht.

Die Interessen und die Gemeinsamkeiten müssen passen, sonst wird man sich immer alleine fühlen.

Ja, vielleicht ist es nur nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Im Übrigen denke ich, dass Einsamkeit ein Gefühl (in einem selbst) ist, welches nicht unbedingt etwas mit anderen Menschen zu tun hat.
 
Hallo Kareena.



Verstehe, was du meinst, würde dem persönlich aber nicht vorbehaltlos zustimmen.

Wenn man sich die Gesellschaft und Beziehungen (im weitesten Sinne) so betrachtet, dann führen natürlich Gemeinsamkeiten eher zu einem Zusammenfinden und Zusammenbleiben, als es andersherum der Fall ist. Wie aber die Gemeinsamkeiten genau beschaffen sind und welche der Gemeinsamkeiten mehr oder weniger relevant sind, ist dann meines Erachtens nicht so leicht zu beantworten.

So könnte eine Religion, Atheismus, Agnostizismus, Exoterik oder Esoterik als Charakterzug gesehen werden, aber es ist ja nicht der ganze Charakter bzw. der Charakter selbst. So mögen verschiedene Charaktere auf Ebene ihres Charakters eine hohe Passung aufweisen, obwohl sie in anderen Bereichen nicht in gleicher Weise bzw. Intensität Gemeinsamkeiten teilen. Anders und umgekehrt ausgedrückt: Ein Christ versteht sich nicht unbedingt gut mit einem Christen, ein Atheist nicht unbedingt mit einem Atheisten, ein Esoteriker nicht unbedingt mit einem Esoteriker.

Vielleicht ein weiteres Beispiel aus meiner älteren Zeit in Foren. Da gab es etwa 5-6 Mitglieder, welche ich als "die alte Garde" bezeichnen würde, und etwa 15-20 Mitglieder, welche ich als "die Kavallerie" bezeichnen würde. Darunter gab es auch Teilnehmer, die mit ihren Partnern im Forum unterwegs waren. Herzallerliebst, wenn ich so erinnere. Zwei Mitglieder "der alten Garde" waren wie geistige Zwillinge - hochgebildet, sehr intelligent, hoher Selbstanspruch und beide in langjährigen Beziehungen. Allgemeinwissen, Kosmologie, Quantenphysik, allgemeine Physik, Mathematik - easy. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gab es zwischen den beiden. Der Eine war der "Atheist vorm Herrn" und der andere "der Christ schlechthin". Wenn mich nicht alles täuscht, waren und sind die beiden beste Freunde.

Für mein Beispiel soll es aber nur um "den Atheisten" gehen. Seine langjährige und heiß geliebte Freundin ist eine Christin. Wohl hat er sich ausführlich mit seiner Freundin über ihren Glauben unterhalten und sagt, dass sie ein "differenziertes Gottesbild" hat, welches er akzeptieren kann. Gleichfalls ist sein Schwiegersohn ein Alevit, welchen er sehr wertschätzt. Für ihn selbst ist es unmöglich, sich etwas vorzustellen, was er sich gar nicht vorstellen kann und für sein Leben auch gar nicht braucht. Gleichfalls hat er in unzähligen Diskussionen sehr respektvoll mit Gläubigen diskutiert, um zu verstehen, was Gläubige unter Gott verstehen und wofür es gut sein soll.

Das waren mitunter die spannendsten Diskussionen in meinem Leben. "Der Atheist" konnte wohl niemals verstehen bzw. nachvollziehen, warum oder wie man an einen Gott glauben könnte. Das macht ihn nicht weniger zu einem sehr intelligenten und sehr symphatischen Menschen, Partner und Familienvater. Und ich denke, dass er es tatsächlich nicht kann und auch nicht braucht.

Bei mir ist das aber anders. Ich fühle mich nicht wohl. Mir würde halt etwas fehlen.

Ja, vielleicht ist es nur nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Im Übrigen denke ich, dass Einsamkeit ein Gefühl (in einem selbst) ist, welches nicht unbedingt etwas mit anderen Menschen zu tun hat.
Naja wenn die Menschen anders ticken als du???

Partnerschaftliche Liebe finde ich merkwürdig kp warum. Ich persönlich nehme Probleme wie Liebeskummer nicht ernst. Da wird man als kaltherzig bezeichnet. Nur was soll ich machen?
 
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