Jusehr
Sehr aktives Mitglied
Gegen ein Alter von knapp 1000 knackigen Jahren spräche zum Beispiel, dass Skelettfunde niemals ein solches Lebensalter aufwiesen - zu keiner Zeit. Auch die Physis des Menschen spräche absolut dagegen.
Ich glaube nicht, dass man dem Christentum mit solchen Erläuterungen Gutes tut, im Gegenteil. Statt ganz in der Neuzeit stattzufinden und sich auf die Werte Jesu zu berufen (Vergebung, Liebe, Empathie, Heilung), die heute von eklatanter Wichtigkeit sind, sie herüberzubringen in diese Zeit, wird sich auf vollkommen unerheblichen Nebenschauplätzen verloren. Es ist vollkommen irrelevant, ob jemand zig Jahre alt wurde, ein Schiff von unendlichen Dimensionen angeblich alle Tierarten beherbergte oder sich wie magisch die Wogen teilten. Dies alles sind Gleichnisse, mehr nicht. Sie sind nur dann wortwörtlich verteidigt, um den eigenen Glauben "rund" zu machen. Wahrer Glaube allerdings braucht das nicht. Sondern der lebt sich durch Taten und Vertrauen. Er geht über ein Buch hinaus und wohnt im Herzen, nicht in der Defensive. Wissenschaft und Gott schließen sich nämlich keinesfalls aus.
Dem möchte ich zustimmen. Es ist für den religiösen Menschen, der ohne Aberglauben leben möchte, vollkommen egal, wie er zu naturwissenschaftlichen Phänomen steht. Denn die Qualität des Wissens, die ein Mensch hat, sagt im Hinblick auf Religion so viel aus wie etwa die Qualität seiner Intelligenz. Kein Mensch ist allwissend. Und daher sollte man auch nicht korrektes Wissen oder hohe Intelligenz als Vorraussetzung für Religiosität ansehen.
Selbst jemand, der gegen seinen eigenen Verstand die Evolution anzweifelt (=Aberglaube; Kreationisten), kann durchaus in positivem Sinne religiös sein. Es ist wohl eher eine moralische Frage, inwieweit man sich an seinen Verstand hält oder ihn ohne Not bekämpft.