Dass viele Frauen heute dank eines eigenen hinreichenden Erwerbseinkommens nicht mehr darauf angewiesen sind, in einer schrecklichen, unglücklichen Ehe zu verharren, nur um finanziell versorgt zu sein, ist eine positive Entwicklung.
Völlig richtig! Es gibt - wie bei jeder Medaille - auch eine Kehrseite.
Früher hielten viele Ehen nur, weil die Frauen, gerade wenn sie auch noch Kinder hatten, keine andere Wahl hatten. Längst nicht alle langen Ehen waren glücklich.
Die Ehe wird aus meiner Sicht als Glücksbringer falsch verstanden, mit Erwartungen überfrachtet. Dazu wird Glück heute sicher oftmals anders verstanden, als früher.
Heute erwarten allerdings viele Menschen zuviel von der Ehe. Der andere soll alle Ansprüche erfüllen. Die materiellen Ansprüche (Lebensstandard) sind unersättlich, führen zur Überschuldung und tragen zur Trennung bei. Die Kinder müssen super funktionieren und sich zum Angeben eignen.
Genau!
Und so manche harmonische Familie schottet sich auch sehr nach außen ab und will mit Alleinstehenden möglichst wenig zu tun haben, weil mit denen ja wohl "irgendwas nicht stimmen kann". Familienmenschen machen sich auch herzlich wenig Gedanken darüber, wie es dazu gekommen sein könnte, dass jemand keine Familie hat.
Ich würde das nicht auf Familie beziehen wollen, eher auf Gruppen jeder Art. Wer bestimmte gruppentypischen Merkmale nicht aufweist, ist anders, wird eher abgelehnt, gehört eben nicht dazu. Das ist nach meinem Empfinden falsch - aber überall häufig anzutreffen.
Diese Einstellung finde ich abstoßend, sodass es mich seit einigen Jahren nicht mehr so sehr berührt, wenn Familien zerbrechen. Wer keine Familie hat, der wird gesellschaftlich erst recht allein gelassen und muss sehen, wo er bleibt.