Genau das könnte zum Problem werden. Denn wer bisher mit 1000 Euro auskam, für den ändert sich nichts, wenn er ab sofort nur noch die Beine hochlegt und gar nichts tut. Wer bisher 2000 verdient hat, kann seine Arbeit entsprechend reduzieren, und hat trotzdem genau das gleiche. Wer 3000 verdient hat dito. Und so weiter. Und es ist keineswegs gesagt, daß das, was die Leute in der eingesparten Arbeitszeit machen, dem Staat oder der Gesellschaft irgendwie zugute kommt. Der Zwang, Miete und Essen zahlen zu müssen, ist ein guter Motivator, jeden Tag um 6 Uhr aufzustehen. Wenn das mit Miete oder Essen wegfällt, weil das ja vom BGE finanziert wird, stehen vermutlich alle, die nicht gerade "Lerchen" sind, frühestens um 9 Uhr auf. Und machen Mittag vielleicht schon wieder Schluß, weil ja gerade so schön die Sonne scheint.Meine persönliche Meinung (aus menschlicher Sicht) Es ist mit den 1000 Euro schon besser, da kann man besser einteilen wie viel man arbeiten möchte.
Ich arbeite Vollzeit, bin keine Lerche, und wenn ich meine Arbeitszeit reduzieren würde, würde ich die Zeit z. T. ins Ausschlafen und den Rest in meine Hobbys stecken - Ölmalerei z. B. kostet Zeit, wenn das Ergebnis vernünftig aussehen soll - und von beidem hätte der Staat/die Gesellschaft nichts. In einem Ehrenamt z. B. ist man auch wieder in Zeit- und Tätigkeitsvorgaben eingezwängt wie in ein Korsett, sowas liegt mir nicht, da ich meistens sehr kurzfristig entscheide, was ich in meiner Freizeit jeden Tag machen will oder nicht. Es reicht, wenn ich mich einzwängen lasse, wenn ich dafür Kohle sehe und meine monatlichen Ausgaben bestreiten kann, aber mich "freiwillig" in meiner Freizeit einspannen lassen - nein danke.
Nimm mein Beispiel mal ein paar Millionen, auf jeden arbeitenden Deutschen, der sich mehr Freizeit wünscht oder öfter gern mal ausschlafen täte, und dann übertrag die ganzen dadurch verlorenen Gegenwerte an Arbeitszeit und -Leistung als Abzug auf die Finanzierung des BGE. Was glaubst Du, wie da die Rechnung aussehen täte?
Die Annahme, daß die Menschen, die sich mit BGE ihre "Arbeitszeit besser einteilen" könnten, die gesparte Zeit dann altruistisch in gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten investieren würden, ist ein Trugschluß.