Ich habe mir jetzt nicht den ganzen Thread durch gelesen, bin aber an einer Stelle hängen geblieben, worauf ich dann doch gerne antworten möchte:
Es ist schlimm. Überall (Wirklich überall) hört man "Igitt ist der hässlich" oder "Ihh den würde ich nie küssen"
Ich wünschte man hätte mich mit nem Darmkrebs oder was weiß ich bestraft. Aber nicht mit der Hässlichkeit, das ist richtig schlimm.
Sag so was nicht.
Wenn du bislang nie an ein Krebsleiden erkrankt bist, dann solltest du froh sein und darauf hoffen für den Rest deines Lebens diese Erfahrung nicht machen zu müssen. Ich weiß was es bedeutet, ich habe vor ein paar Jahren eine Krebserkrankung knapp überlebt und kann dir ganz offen und ehrlich sagen: Ich wäre lieber hässlich als nochmal an Krebs erkranken zu müssen (wobei ich als Krebsrisikopatient jederzeit damit rechnen muss wieder neu zu erkranken).
Ich kann euch wirklich verstehen, wenn ihr wegen eures Aussehens leidet und ständig jeden Tag damit konfrontiert werdet. Leider ist die Welt oft oberflächlich, herzlos und beleidigend. Ich habe dies auch erfahren müssen, obwohl es bei mir nicht unbedingt das Aussehen betrifft. Aufgrund meines Charakters war ich jedoch immer sehr schnell der Außenseiter und beliebtes Opfer für Mobber. Dennoch bin ich immer noch da, versuche weiterhin mein Leben irgendwie zu bestreiten, obwohl ich mittlerweile sehr zurück gezogen lebe und durch ein wahrscheinlich akut gewordene Sozialphobie es sehr schwierig geworden ist nicht in einer Welle der Verzweiflung unterzugehen. Die Hoffnung ist immer noch nicht völlig verschwunden jemals glücklich zu werden, obwohl ich so oft schon damit abgeschlossen habe und immer wieder Suizidgedanken das Denken übernahmen.
Ich bin immer noch da; wankend, träge, schwermütig, aber ich stehe noch. Und ihr steht auch noch, auch wenn ihr es euch nicht eingestehen wollt. Ihr seid noch da...
Es ist nicht unbedingt eure Hässlichkeit, die euch im Weg steht; es sind diese Menschen, die euch einreden ihr wärt hässlich, wertlos und was sonst noch, die sich von der oberflächlichen, herzlosen und beleidigenden Welt okkupiert haben lassen. Zweifellos werdet ihr immer mehr kämpfen müssen als diese Menschen. Aber manpong hat bewiesen, dass es möglich ist, auch wenn man benachteiligt ist im Leben. Und wenn ihr intensiv genug sucht, dann werdet ihr auch Menschen finden, die euch so mögen wie ihr seid.
Ihr könnt aufgeben, über eure Benachteiligung jammern und den anderen Menschen die Schuld für euer Leid geben. Oder ihr kämpft euch Schritt für Schritt wieder ins Leben zurück, zweifellos die deutlich schwierigere Variante, aber dafür die Lohnenswertere.
@ The little things you do: Ich finde es toll, dass du dich gegen die Drogen entschieden hast. Ich hoffe du schaffst deinen Entzug.