Ich empfinde mich selbst auch als hässlich und bin früher damit schwerer klar gekommen, mittlerweile ist es besser.
Was mir hilft, ist, mir hin und wieder Dokus anzuschauen, über Menschen, die mit schweren Behinderungen oder Krankheiten zu kämpfen haben. Weil ich dann sehr demütig werde und sehr froh darüber bin, gesund zu sein, zwei Beine zu haben z.B. und viele Dinge tun zu können, während andere von Geburt an darum kämpfen müssen, z.B. atmen zu können.
Außerdem gibt es kleinwüchsige, Querschnittsgelähmte, Menschen mit Down-Syndrom etc... die jemanden finden, der sie liebt. Dass ich einen solchen Menschen noch nciht gefunden habe, liegt vielmehr an meiner Ausstrahlung.
Ich selbst habe oft erlebt, wie ich Menschen hässlich fand, ehe ich sie kennenlernte, und seit sie meine Freunde sind, und ich sie mag, empfinde ich sie als schön. Hingegen Menschen, die einen miesen Charakter haben, kann ich einfach nicht als schön empfinden. Selbst wenn sie "objektiv" schön sind, sind sie es für mich nicht, sondern ich sehe ihre fiesen Augen und ihre arroganten Gesichtszüge, meine runzlige Oma, die etwas zu dick ist jedoch ist für mich ein wunderschöner Mensch.
Es kostet auch etwas Überwindung, die von der Gesellschaft anerzogenen Schönheitsvorstellungen über Board zu werfen.
Damit möchte ich niemanden absprechen, unter seiner Hässlichkeit zu leiden. Kleinreden braucht es ja nicht.
Wenn ich Kraft tanken muss, dann gehe ich viel raus in die Natur, wo ich alleine bin. Mit Tieren arbeiten oder sich umgeben hilft auch.
Oder sich z.B. so kleiden, dass man sich Pudelwohl fühlt, habe das Gefühl, das strahlt man dann sehr nach Außen.
Ich bin ja an der Kunstakademie, und da gibt es teils ganz andere Vorstellungen von Schönheit. Hier kleiden sich viele Menschen "absichtlich hässlich", ist grade so eine Art Trend, dass die Leute sich nicht schminken, teils fettige oder verwuschelte Haare haben, uralte Brillen tragen und absolut scheußliche Klamotten aus den 90er. So ein bisschen anti-cool. Und ich muss sagen, nach ner Weile gewöhnt man sich dran 🙂 Also ich glaube schon, dass uns vieles von der Gesellschaft anerzogen ist und wir uns mal wieder dran gewöhnen müssen, einen eigenen Blick zu kriegen.
Z.B. Falten nicht gleich als hässlich abtun, sondern darin sehen, dass der Mensch gelebt hat. M.Meinung nach gibt es auch einen Unterschied bei dicken Leuten, es gibt Leute, denen sieht man an, dass sie einfach eine andere Statur haben, sie sprühen trotzdem voller Leben und wirken total anziehen. Hingegen solche, die des lebens müde sind, und die nur deshalb dick sind, weil sie sich kaum bewegen und das falsche essen, haben etwas "ungesundes dickes" an sich und strahlen eher etwas negatives aus.
Und so ist es auch bei Gesichtern. Hässliche Gesichter sind für mich vergrämte Gesichter. Lächelnde Gesichter können eigentlich schon per se gar nicht hässlich sein 🙂
Naja viel geschwafelt 🙂