Rhenus
Sehr aktives Mitglied
Weil ich der Meinung bin, dass man nicht alle Hartz IV Empfänger in einen Topf werfen sollte und einen Heiligenschein darüber hängen?
Das sehe ich ein. Und weshalb wird dann von mir erwartet ich solle pauschalierend alles durchwinken?
Leider nicht für jeden, das ist korrekt.
Meine Halbschwester verdient 1250 Brutto in einem kleinen Geschäft ( 7 Mitarbeiter ) für eine 57 Stunden Woche in den Bereichen Buchhaltung und Verkauf. Wenn ich dafür morgens aufstehen müsste, wäre ich bedient.
Wie nennen sich diese Zuschüsse offiziell? Ansonsten kann ich den Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte nicht beurteilen. Oder ich habe nicht genau verstanden was du meinst.
Du betrachtest doch überhaupt keine Einzelfälle, sondern alles ganz Volkswirtschaftlich und Arbeitsmarkttechnisch. Würdest du den Einzelfall betrachten, müsstest du ebenfalls innerhalb der Sozialfälle unterscheiden. Aber genau das tust du ja nicht. Und das ist genau das was ich von Anbeginn hier geschrieben habe. Ich tue es.
Nein, mich beunruhigt das meine Rente nicht ausreichen wird.
Und deswegen hoffe ich, dass Gott mir meine Gesundheit erhält und die Arbeitskraft meiner Freundin. ^^
Netter Versuch. Die Löhne sind bereits vor Jahren auf ein niedrigeres Niveau gesetzt worden. Allerdings betrifft das die "alte" Belegschaft ( Betriebszugehörigkeit meiner Freundin mit Lehrzeit 22 Jahre ) nicht. Also dürfte deiner Theorie zufolge Heute niemand mehr dieser alteingesessenen dort anzutreffen sein. Da man sie alle gegen billigere Arbeitskräfte hätte austauschen müssen. Ist aber nicht geschehen. Gerade die Alten halten sich weil sie wissen, woanders würden sie im Verkauf nicht mehr das gleiche Geld erhalten. Also passt deine Theorie nicht.
Tja, die Medaille hat aber auch noch eine Kehrseite. Notorische Faulenzer bekommen dann zu viel. Vielleicht solltest du das Ganze auch mal als Waage betrachen. Die einen bekommen zu viel, die anderen zu wenig. Also könnte man dann auch behaupten, dass das Sozialgefüge selbst innerhalb der Hartz IV Bezieher nicht passt - also auch hier eine soziale Ungerechtigkeit zu finden ist und zwar ganz unabhängig von der arbeitenden Bevölkerung. Und eigentlich müsste man diesen Punkt dann sogar noch ausweiten. Gerade solche, ganz egal ob Minderheit oder nicht, schädigen den Ruf aller Sozialhilfeempfänger. Warum hilft man sich von daher nicht, indem man innerhalb der eigenen Reihen motzt?
Dort aufgeräumt, wäre deutlich mehr übrig für Leute die eine adäquate Versorgung verdient haben. Und wieder sind wir bei dem Punkt: Unterscheidung wäre wichtig. Weshalb also eine solche Angst davor wenn du doch möchtest das für glücklose Menschen eigentlich mehr zur Verfügung stehen sollte? Also ich wäre dafür. Bedingungsloses Grundeinkommen und eine, in Relation passende, Erhöhung der Sozialhilfe.
Das tust du doch gerade. Ich weiss leider nicht wie sich diese Misstände beheben lassen. Mache einen Thread auf und du erhältst meine weitere Zustimmung.
Du, ich habe viel mehr getan, als einen Thread eingestellt... dies nur am Rande.
Dies ist nur mein hilfloser Versuch, Menschen zum Denken zu bewegen.
Mir wird die unzulänglichkeit, dies tatsächlich zu erreichen, jedoch zunehmend klar.
Letztendlich bestätigst du eine These des Stillstandes. Wie die Bundesregierung es auch in Sachen Erbschaftsteuer und Reichensteuer so macht. Weil eine Bedingung angeblich nicht erfüllbar ist, wird es keine Steuer geben.
Dabei ist es eine Sacher der Formulierung, bzw, der Bemessung.
Erst wenn man den letzten Arbeitsunwilligen ausgesondert habe, dann könne man dies und jenes tun.
Meine Meinung ist, das jede Gerechtigkeit Missbrauch verträgt,
eine Ungerechtigkeit jedoch bleibt eine Ungerechtigkeit, auch wenn sie vielen gerecht wird.
In Wirklichkeit geht es gar nicht um Gerechtigkeit an sich, sondern ein Verteilung von unten nach oben zu stoppen.
Wer das nicht will wird eine andere Gesellschaft mit vielen Parallelgesellschaften bekommen, wobei mir die USA und England als warnendes Beispiel, vorschweben.
Während die USA einen traurigen Rekord darstellen, mit der Pro Kopf Zahl an Gefangenen, ist es in Europa England, das erste Land, wo Hartz4 erfunden wurde.
Da ich viele Leute begleite, lache ich mich manchmal halb zu Tode...
Genau die, die du als diejenigen bloßstellen möchtest, die nicht wollen, werden von den Jobcentern durchaus höflich bedient, weil sie nicht gegen sie ankommen. Weil sie Rechtskonform handeln.
Sie werden meist in Ruhe gelassen, während Frauen mit 30-40 Jahren ununterbrochen Arbeitszeiten, unhöflich gemaßregelt werden, um zu zeigen wer Chef im Ring ist.
Ihnen wird rasch der Druck des Systems angekündigt.
Wer zu viel Gerechtigkeit fordert, der begibt sich in die Ungerechtigkeit.
Wer Vorbedingungen erfüllt haben möchte, um ein System zu ändern, der will es gar nicht ändern.
Auch bei Hartz gilt eine Unschuldsvermutung.