hoffentlich kann ich mich morgen auf die Arbeit konzentrieren wenn ich heute hier so an den Pranger gestellt werde. Aber ich bin ja selber schuld, hätt ja meine Klappe halten können.
Also nochmal:
eine fehlerhafte Bewerbung (Rechtschreibfehler, Tippfehler) lässt auf die Sorgfalt im Berufsleben Rückschlüsse zu.
Und wenn ich schon kein Deutsch-Genie bin lass ich doch die Bewerbung Frau oder Freunden durchlesen bevor ich sie absende.
Deshalb sortiere ich grundsätzlich da aus.
Bei Rechtschreibfehlern ist noch nichts passiert, aber wenn er genauso sorgfältig im Straßenverkehr fährt und mit dem LKW umgeht, soll er bitte beim Mitbewerber arbeiten aber nicht bei mir.
Ich hoffe, jetzt ist es verständlich ausgedrückt.
Geld:
ich zahle wie jeder brave AG zumindest Kollektivverträge, großteils sogar eine Spur mehr.
Daß davon jetzt bei keinem meiner Leute der große Reichtum ausbricht ist mir klar.
Ich glaube manche hier haben etwas eigenartige Vorstellungen davon, was so ein Betrieb in der heutigen Zeit abwirft.
Ich beklag mich nicht, aber verglichen mit den Zahlen aus den 90er Jahren ist die große Dürre ausgebrochen.
Allgemein in der Branche.
Rhenus:
ja, es ist das Grundübel, daß Kinder aus ärmeren Familien sehr geringe Chancen auf gute Ausbildung haben.
Da fängt ja der Fisch zum stinken an.
Da müsste man ansetzen.
Keiner kann sich aussuchen wo er reingeboren wird.
Ich hatte aus finanzieller Sicht Glück, ganz sicher.
Aus seelischer Sicht (oder wie man es nennen soll) sicher nicht.
Denn meine Kindheit und Jugend, der Druck, immer besser sein zu müssen, Benimmregeln de luxe, Drill, stundenlang keep smiling bei Veranstaltungen..... da habe ich wiederum meine Schulfreundinnen aus den "normalen" Familien beneidet weil die echte Freizeit an Wochenenden hatten während ich überall mit musste zu Geschäftspartnern, auf Golfplätze (für Kinder äußerst uninteressant) usw.... immer das brave aufgeputzte Töchterchen, daß stundenlang brav grinst während Geschäfte gemacht werden.
Ja, vielleicht habe ich dadurch sogar einen Knacks abbekommen, wär kein Wunder.
Vielleicht sind dadurch meine beiden Beziehungen gescheitert.
Weil man sich automatisch einen Schutzpanzer anlegt.
Und weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie man über längere Zeit arbeitslos sein kann wenn man gesund ist und auch den Willen hat, etwas zu finden.
Vor allem bei der jüngeren Generation sehe ich das absolut nicht ein.