M
michaw
Gast
Vielleicht etwas unpassend nach den letzten Beiträgen, aber hier vielleicht noch etwas Genaueres zur "Körperchemie" des Tavor(vielleicht interessiert es ja auch Melli, was sie sich da antut):
Tavor/Lorazepam ist ein sogenanntes Benzodiazepin und hilft die Nerventätigkeit zu senken. Das passiert, indem es einen Chloridkanal, den man an der Oberfläche vieler Nerven findet, länger offen hält. Dieser Chloridkanal wird geöffnet, wenn GABA - ein wichtiger hemmender Transmitter des Nervensystems -ausgeschüttet wird. Daraufhin fließt Chlorid in die Nervenzelle und - da es ja negativ geladen ist - senkt die Erregbarkeit des Nervs. Benzodiazepine verstärken also die Wirkung von GABA. GABA ist ein uralter Transmitter im Tierreich und wir finden ihn deswegen in allen Regionen des Gehirns und Rückenmarks. Man kann Benzodiazepine als Muskelrelaxanz bei Krämpfen geben oder Epileptikern verabreichen, bei Angststörungen etc. Tavor wird aber leider als Psychopharmakon viel zu oft zu leichtfertig verschrieben wie ich finde. Benzodiazepine machen nämlich relativ schnell(nach 1-2 Monaten regelmäßiger Einnahme) süchtig. Außerdem senken sie das kognitive Leistungsvermögen und erleichtern das Auftreten depressiver, lethargischer Zustände. Das schreckt jedoch einige Psychiater trotzdem nicht davon ab dieses Zeug leichtsinnig zu verteilen, um die Patienten ruhig zu kriegen. Heutzutage werden viel zu viele Patienten in der Psychiatrie zu stark sediert/betäubt/dem Zombiestatus näher gebracht. Und zu betonen ist, dass bis heute niemand genau die Wirkung von Psychopharmaka im Gehirn nachvollziehen kann. Die pharmakologische Forschung auf dem Gebiet ist nicht weit. Man kann aus neurophysiologischer Sicht mutmaßen, was da passiert. Die Medikamente verändern irgendwie die emotionale Bewertung und Motivationsbildung, aber keiner weiß 100%ig wie. Das Gehirn kann sich plastisch verändern, d.h. es verändert seine Verknüpfungen, wenn es ein neues Signal erhält. Wie diese Tabletten die Gehirne der Patienten verändern, ist nicht untersucht. Aber was man aus Missbrauchsfällen gelernt hat: nimmst du zu viel Tavor und versuchst es dann abzusetzen, hast du evtl. mit (verstärkten) Angststörungen zu rechnen.
Tavor/Lorazepam ist ein sogenanntes Benzodiazepin und hilft die Nerventätigkeit zu senken. Das passiert, indem es einen Chloridkanal, den man an der Oberfläche vieler Nerven findet, länger offen hält. Dieser Chloridkanal wird geöffnet, wenn GABA - ein wichtiger hemmender Transmitter des Nervensystems -ausgeschüttet wird. Daraufhin fließt Chlorid in die Nervenzelle und - da es ja negativ geladen ist - senkt die Erregbarkeit des Nervs. Benzodiazepine verstärken also die Wirkung von GABA. GABA ist ein uralter Transmitter im Tierreich und wir finden ihn deswegen in allen Regionen des Gehirns und Rückenmarks. Man kann Benzodiazepine als Muskelrelaxanz bei Krämpfen geben oder Epileptikern verabreichen, bei Angststörungen etc. Tavor wird aber leider als Psychopharmakon viel zu oft zu leichtfertig verschrieben wie ich finde. Benzodiazepine machen nämlich relativ schnell(nach 1-2 Monaten regelmäßiger Einnahme) süchtig. Außerdem senken sie das kognitive Leistungsvermögen und erleichtern das Auftreten depressiver, lethargischer Zustände. Das schreckt jedoch einige Psychiater trotzdem nicht davon ab dieses Zeug leichtsinnig zu verteilen, um die Patienten ruhig zu kriegen. Heutzutage werden viel zu viele Patienten in der Psychiatrie zu stark sediert/betäubt/dem Zombiestatus näher gebracht. Und zu betonen ist, dass bis heute niemand genau die Wirkung von Psychopharmaka im Gehirn nachvollziehen kann. Die pharmakologische Forschung auf dem Gebiet ist nicht weit. Man kann aus neurophysiologischer Sicht mutmaßen, was da passiert. Die Medikamente verändern irgendwie die emotionale Bewertung und Motivationsbildung, aber keiner weiß 100%ig wie. Das Gehirn kann sich plastisch verändern, d.h. es verändert seine Verknüpfungen, wenn es ein neues Signal erhält. Wie diese Tabletten die Gehirne der Patienten verändern, ist nicht untersucht. Aber was man aus Missbrauchsfällen gelernt hat: nimmst du zu viel Tavor und versuchst es dann abzusetzen, hast du evtl. mit (verstärkten) Angststörungen zu rechnen.