@digitus: Dann nennen wir das Ganze eben anders: Er will wissen, was ICH will. Daher evtl. auch die Frage, wie es jetzt ausschaut mit uns. Und eben diese Aussage, dass man sich um mich länger bemühen müsse….
Naja, es ist wie beim "ich liebe dich"-Spiel: Wer immer es beginnt, kann bestenfalls noch auf ein "Untentschieden" hoffen, nämlich dann, wenn das Liebesgeständnis sofort erwidert wird, ansonsten hat er "verloren". Hier ist es genauso. Er gibt Dir implizit zu verstehen, dass er eine "Beziehung" wünsche und fragt Dich, ob Du das auch willst. Du hältst ihn hin, damit hat er "verloren", und zwar umso höher je länger Du einer (positiven) Antwort ausweichst.
Beide, sowohl Liebesgeständnis als auch Beziehungswunsch ändern kein Iota an den reale Verhältnissen. Beides sind rein symbolische Deklarationen ohne echte, beobachtbare Auswirkungen. Letztendlich sind sie der hilflose Versuch, Sicherheit in einem Lebensbereich zu erlangen, in dem es keine Sicherheit und keine Garantien geben
kann, denn keiner kennt seine Gefühle von morgen, oder in einem Jahr oder in zehn Jahren - aber Liebe hat nunmal diesen Ewigkeitsanspruch.
Dennoch, da er die Frage nunmal ausgesprochen und Du sie unerwidert gelassen hast, hast Du damit, ob Du es willst oder nicht, seine Deklaration zu einer Unterwerfungsgeste gemacht und ihn damit natürlich gekränkt. Er hat sich damit in die Rolle des Unterlegenen maneuvriert und jede weitere Liebesbezeugung wird für ihn fortan den bitteren Beigeschmack einer Erniedrigung haben, für die sein Ego früher oder später Genugtuung fordern wird. Wenn Dir also was an ihm liegt, dann solltest Du ihn ehestmöglich aus seinem (selbstverschuldeten) Dilemma befreien.
digitus