AW: Gut kann man sein - aber nicht dumm!
Hallo, Du lieber, so überaus gütiger und nachsichtiger Stief-Vater!
Mit fällt zu Deinem erschütternden Bericht der Weisheitsspruch meiner seeligen Großmutter ein: "Gut kann man sein, aber nicht dumm!"
Du holst Sie aus dem Polizeigewahrsam ab, ohne ihr Vorwürfe zu machen, obwohl Sie mehr als das verdient hätte und zum Dank, weigert sie sich den Mülleimer runter zu tragen! Das nennt man bodenlose Undankbarkeit und provozierende, egoistische Frechheit!
Alle Eueren, so überaus verständnissvollen und nachsichtigen, milden Erziehungsmaßnahmen, haben in dieser jungen Damen das Bewußtsein wachsen lassen:
"Im Grund kann mir gar nichts passieren und denn kleinen Pipifax-Strafen sind ja nur milde, nicht der Rede wert und kratzen mich überhaupt nicht an!"
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil und im Notfall auch der Rauswurf und die Trennung, denn ihr habt doch auch eine Verantwortung Euerer eigenen seelischen und körperlichen Gesundheit gegenüber, die dieses Fräulein so konsequent und gnadenlos mit Füßen tritt!
Hier noch einige, vielleicht wirksamere Handlungsmöglichkeiten, die so beschaffen sein müssen, daß Sie auch bei ihr ankommen und eine nachhaltige Wirkung zeitigen:
1. Wenn sie noch in die Schule gehen sollte und dort auch nichts tut, dann soll sie besser in eine Lehre und in die Fabrik zu Arbeiten gehen!
2. Das Taschengeld sollte nur bezahlt werden, wenn auch die Mitarbeit im Haushalt und das höfliche Benehmen klappt!
3. Die Mitarbeit im Haushalt sollte auch auf das selbständige Waschen Ihrer eigenen Wäsche ausgedehnt werden, oder sie muß in stinkenden Kleidern rumlaufen.
4. Wenn Sie wieder einmal von der Polizei verhaftet wird, dann last Euch etwas mehr Zeit mit dem Abholen, oder sie besser gleich in ein Heim einweisen!
5. Wenn Sie wieder stielt, oder sonst ein Gesetzt übertritt, dann zeigt sie bei der Polizei an, denn bei solchen Jugendlichen hat oft nur noch eine Jugendstrafe ein bessernde Wirkung wenn überhaupt!
6. So hart es klingt, aber im Notfall und den sehe ich schon sehr nahe, müßt ihr Euch von Ihr trennen und ihrem und Euerem besten!
Ich habe in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, der Jugendpsychatrie und therapeutischen Wohnheimen, schon viel mit solchen schwierigen und uneinsichtigen Jugendlichen zu tun gehabt und jene, die wieder auf den rechten Weg fanden, waren mir später stets sehr dankbar, für meine unnachsichtige, konsequente und lebensdienliche, gesunde Härte, zu der sich heute leider nur noch wenige Erziehungspersonen durchringen können!
Hallo Rainer,
wenn Du alles kennst, dann müsstest Du doch wissen, wie schwierig es für Eltern bei fast volljährigen Jugendlichen, ist, diese andersweitig unterzubringen, wenn die Jugendlichen dieses aber selber nicht wollen.
Ich habe wirklich exakt das gleiche Theater mit meiner Tochter mitgemacht. Als sie beim klauen erwischt wurde, wurde mir bevor ich in das Zimmer kam, wo ich sie abholen musste gesagt, ich solle nicht so streng sein, das macht fast jeder Jugendliche in dem Alter, meine Tochter hatte diese Aussage sogar mitbekommen. Wenn irgendwelche Sachen vor dem Jugendgericht landen, wird nur du du du gemacht und das war`s dann auch.
Wenn Kinder anfangen die Schule zu schwänzen, wird z.T. garnichts von den Schulen unternommen. Wenn Du dich dann als Elternteil an die Schulaufsichtsbehörde wendest, bekommst du die Ausage, das muss die Schule dort anzeigen, als Elternteil kannst du das nicht. Einige Schulen kümmern sich aber nicht darum. Man wird ans Jugendamt zur Erziehungsberatung verwiesen. Dort wird einem aber gesagt, man könne den Jugendlichen ja nicht auf den Arm nehmen und zur Schule tragen. Unterstützung Fehlanzeige.
Diese ganzen Konsequenzen, die man als Elternteil zur Verfügung hat, bringen am Ende meistens rein garnichts.
Als ich meiner Tochter mal Stubenarrest gab, weil sie mit 13 Jahren nachts um 3 Uhr erst nachhause kam, schloss ich die Haustür ab, damit sie nicht einfach so abhauen kann. Kurze Zeit später rief mich die Polizei auf unserem Festnetztelefon an und teilte mir mit, das meine Tochter vom Kinderzimmer aus dort vom Handy angerufen hätte, das ich sie einsperren würde und ich musste mir einen Vortrag anhören, das ich dieses nicht darf. Als ich den Polizist fragte, ob meine Tochter denn in dem Alter Nachts noch draussen rumlaufen dürfe, meinte er nur, achso das hat mir ihre Tochter natürlich nicht erzählt. Trotzdem durfte ich die Haustür nicht abschließen um zu ermeiden, das meine Tochter einen langen Schuh macht.
Das Jugendamt verwies mich an die Polizei, wenn es um den Jugendschutz ging und die Polizei verwies mich ans Jugendamt. Von der Polizei musste ich mir schon mal anhören, ob ich hinter dem Mond leben würde und ich solle doch mal nachts raus gehen um zu sehen wie viele Minderjährige da noch unterwegs wären.
Ich habe meine Tochter 2x von der Polizei abgeholt, beim 3.ten Mal habe ich nein gesagt. Man sagte mir zwar, so würde das nicht laufen aber wer wollte mich denn zwingen sie abzuholen. Ich habe es nicht mehr gemacht. Und das war auch gut so. Sie musste ein paar Stunden dort bleiben und durfte morgens dann alleine los gehen.
Umso älter die Kinder werden umso weniger Möglichkeiten hast Du auch.
Ich persönlich wollte mein Sorgerecht abgeben, weil ich mich total hilflos fühlte gegen das Benehmen meiner Tochter, weil ich im Grunde genommen keine Sorge mehr tragen konnte, weil sie gegen alle Regeln usw. verstieß. Ging nicht. Ich war nervlich und kräftemäßig völlig fertig, hätte fast meine Arbeit weger der ganzen Eiertänze meiner pubertierenden Tochter verloren, weil ich so manche Nacht voller Sorgen und Ängste nicht schlafen konnte.
Ich wollte mit Hilfe des JA das meine Tochter vorübergehend auszieht in ein betreutes Wohnen, ging auch nicht, weil sie es nicht wollte.
Bei meiner Tochter hat es dann irgendwann klick gemacht und seitdem versucht sie ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und geht jetzt zur Erwachsenenschule um ihren Realschulabschluß nachzumachen und bereut inzwischen den ganzen Mist, wodurch sie sich so einiges erschwert hat.
Ich habe meine Tochter mit 18 Jahren rausgeschmissen. Erst kam sie bei Freunden unter und später hatte sie ihre eigene kleine Wohnung und wir verstehen uns seitdem wirklich gut.
Mein jüngerer Sohn, der alles miterlebt hat, hat sich trotz das er vieles mitbekommen hat gut entwickelt und mir so gut wie keinen unnormalen Kummer gemacht. Es müssen nicht zwangsläufig die kleineren Geschwister, den gleichen Weg einschlagen.
Musste ich mal loswerden, weil ich absolut nachvollziehen kann, wie hilflos sich diese Eltern fühlen.