Ich komm mal wieder zum eigentlichen Thema zurück 😉
Ich glaube, das was Jaclyn meint, ist die Tatsache, dass der einzelne Mensch an sich heute nicht mehr viel Wert ist. Es geht vor allem darum, ihn für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Ich war vor einigen Monaten auf einer Fortbildung zu dem Thema "Wa(h)re Bildung". Als ich die Worte des Autoren Jochen Krautz vernahm, der unter dem selben Thema ein Buch verfasst hat, wurde mir regelrecht schlecht. Er erklärte unter anderem, in welchem Abhängingkeitsverhältnis die Schulen zur Wirtschaft stehen. DAS allein mag nicht so schlimm sein, aber was daraus gemacht wird, ist das Letzte. Da werden Schulen zu Werbezwecken missbraucht, Wissensinhalte und Methoden vorgeschrieben und diejenigen, die nicht mitziehen wollen, fliegen einfach raus. Auf gut Deutsch, jede Schule wird irgendwann von ihrem eigenen wirtschaftlichen Engagement abhängig sein, muss sich selbst finanzieren (einen "tollen" Schritt in diese Richtung haben wir bereits mit dem neuen Schulgesetz vollbracht), kann und muss dann natürlich auch selbst entscheiden und wird letztendlich zum Hampelmann der großen Wirtschaftszweige (wie unsere Politik schon heute). Wie sonst kam es dazu, dass unsere Bildungsstandards nicht von Lehrern etc. festgelegt wurden, sondern von hochrangigen Wirtschaftsbossen? WIR selbst sind im Übrigen bereits mitten drin in dieser Maschinerie, denn auch unsere Ausbildung ist vollkommen auf dieses "Muster" zugeschnitten. Als ich das realisiert habe, wurde mir Himmel, Angst und Bange. Die Zukunft unseres Landes für wirtschaftliche Zwecke nutzbar machen - auch Kosten - Nutzen - Faktor genannt. In den 60er Jahren gab es so etwas schon einmal. Damals ging es um den wirtschaftlichen Nutzen von behinderten Menschen. Dieser wurde dann unter anderem durch eine Aktion mit dem Namen T64 "gelöst".
Oh man, ich muss aufhören, sonst reg ich mich nur noch mehr über dieses Thema auf.
Insofern kann ich gut verstehen, was Jaclyn meint. Und die Sache mit dem Musik und Kunstunterricht ist regional gesehen völlig unterschiedlich. Während ich vor 14 Jahren noch Musik oder Kunst bis in die 12 Klasse wählen konnte und viele andere von euch heute auch, hat meine Tochter heute seit der 9.Klasse kein Musik mehr. Häufig sind es gerade auch DIE Fächer, die einfach fachfremd unterrichtet werden. Fragt doch mal spaßenshalber nach, wie viele ausgebildete Musiklehrer es an den Schulen in eurer nähren Umgebung gibt 😉.
Liebe Grüße
mutti123