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Was ist, wenn ein Christ Selbstmord begeht? Frage an Christen und Atheisten

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Ehrlich gesagt, als gläubiger Christ hätte ich damit sehr große Probleme.
Der Selbstmord - Mord! - ist ganz klar in den 10 Geboten festgehalten - eine Todsünde.
Mich wundert es, wie hier Christen so einfach darüber hinweggehen können. Wir hatten ja erst kürzlich die Diskussionen um den Freitod von Gunter Sachs. Ich wüßte keinen Kirchenvertreter, der dies nicht als Todsünde benannt hätte.
 
Ehrlich gesagt, als gläubiger Christ hätte ich damit sehr große Probleme.
Der Selbstmord - Mord! - ist ganz klar in den 10 Geboten festgehalten - eine Todsünde.
Mich wundert es, wie hier Christen so einfach darüber hinweggehen können. Wir hatten ja erst kürzlich die Diskussionen um den Freitod von Gunter Sachs. Ich wüßte keinen Kirchenvertreter, der dies nicht als Todsünde benannt hätte.

Vertreter.
 
Es hat was damit zu tun, daß man die 10 Gebote noch nicht mal ernst nimmt und sich den Glauben nach Lust und Laune zurechtschnitzt.
Es ist ein ernstes Thema! Und wenn man sich dann "Fälle" konstruiert - oder noch schlimmer erlebt -
dann macht man sich auch noch zum selbsternannten Richter.
 
Ich möchte nochmals einen Aspekt hier beleuchten, auf den die Fragestellerin ja auch eingeht.
Du sprichst ja hier von einer kleinen religösen Gruppierung, Glaubensgemeinschaft. Manchmal verwenden wir ja auch - sicher plakativ - den Begriff Sekte.

In solchen Gruppierungen ist oft eine sehr große theologische Strenge, oder besser Enge angesagt. Oft ist es eben das einzige, markante Unterscheidungsmerkmal einer solchen Gruppe, das sie von all den anderen Glaubensgemeinschaften und Kirchen, unterscheidet, ja ihnen im theologischen Stimmengewirr eine Existenz sichert.

Ohne gerade diese spezielle theologische Sicht würde man eine solche Gruppierung gar nicht erkennen.

Für den einzelnen Gläubigen oft bedrängend ist dabei der Umstand, dass persönliches Missgeschick, persönliches Leid als eine Folge nicht gottgefälligen Glaubens, einer nicht richtig gelebten Glaubenshaltung gedeutet wird.

Die Logik ist klar und brutal. Gehts dir schlecht, dann glaubst Du eben falsch. Missgeschick, persönliches Leid ist demzufolge eine Strafe Gottes. Das verstößt nach der Tradition und der Theologie Luthers, der ich als Protestant mich verpflichtet fühle, gegen das Prinzip "Allein aus Gnade". Wir sind nicht durch unsere eigenen Klimmzüge, durch unsere eigenen Anstrengungen erlöst, sondern einzig und allein durch die Gnade (ich verwende lieber die Vokabel "Liebe") Gottes.

Unverdient eben. Ein solches Denken ist vielen "Sekten" fremd.

H.
 
[...]

Zurück zum Thema:
Wenn ein Christ Selbstmord begeht.... .

Irgendwie wird von Christen immer mehr erwartet. Sie sollen die "besseren Menschen" sein. Mit dem Satz "Wir sind ja alle Sünder", da kann ich mich auch nicht zufrieden geben.

LG
Landkaffee
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, Christen müssen nicht mehr leisten als andere.

Ich wüßte keine Antwort auf die Frage. ( wenn ich glaübig wäre )
Selbstmord akzeptiere ich in jeder Form. Ich biege mir das auch nicht zurecht auf den einzelnen Fall - wie das ja hier versucht wird - sondern bin der Ansicht, daß jemand der nur noch graue Tage hat, auch diesen Ausweg suchen darf.
Aber - und das ist das Dilemma - wenn sich z.B. eine 16jährige wegen unerfüllter Liebe umbringt....dann wüßte ich auch nicht, ob ich noch richtig liege.
Mich hat erstaunt, daß ich - altersbedingt erlebt man ja solche Fälle - zumeist Selbstmorde im weiteren bekanntenkreis erlebt habe, von Menschen, die augescheinlich eigentlich immer sehr lustige Gesellen waren. Von denen ich annahm, daß sie ihr Leben im Griff haben.
 
Hallo Christa,

mit dem Gott der Bibel komme ich ehrlich gesagt nicht klar. Ich habe noch nicht rausgefunden, wer oder was er/das ist. Ich ändere da oft meine Meinung.

Die Bibel, so finde ich, gibt uns aber ein klares Bild von Jesus Christus. Und wir können mit Sicherheit sagen, dass das Göttliche zu 1/3 aus Liebe besteht. Da fühle ich mich sehr viel mehr Zuhause. Seine Haltung ist stimmiger zu meinem Gewissen. Und letztendlich bin ich ein Mensch, der seinen Gefühlen und seinem Gewissen Rede stehen muss.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus diesem Mädchen zürnt. Er wird ihren Schmerz und ihre Verzweiflung spüren und sein Herz war als Mensch ja schon so groß, dass er ein solches Kind (und das war sie ja beinahe noch) niemals ohne Trost gelassen hätte. Und jetzt, wo er seine göttliche Macht wieder besitzt, sollte er weniger liebevoll sein? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Für mich steckt im Neuen Testament unglaublich viel Liebe und Trost. Und das ist mein Wegweiser.

Tuesday
 
Hallo Tuesday,

deine Aussagen zum Gott des AT kann ich gut verstehen. Wir müssen hier sicher auch immer im Auge behalten, dass die Bibel ein Glaubenszeugnis von Menschen ist und kein von Gott diktiertes Glaubensbuch.
Allerdings empfehle ich dir zu der Frage nach dem grausamen Gott, wenn ich es mal so nennen soll, ein meiner Meinung nach hervorragendes Buch. "Wenn guten Menschen böses widerfährt" heißt es und stammt aus der Feder des jüdischen Rabbi Harold Kushner, der sich sehr schlüssig mit der Frage beschäftigt, warum Gott Leid überhaupt zulässt.

In seinem Buch entfaltet Kushner das Bild eines leidenden Gottes, der sich uns im Leiden nahe weiß, uns also gerade in solchen Situationen nahe ist.
Und damit kann ich nahtlos an Jesus anknüpfen, der Gott seinen Vater nannte. Wörtlich heißt das hebräiische Urwort abba sogar eher Papa und beschreibt also eine Beziehung der Liebe. Ich habe von Kushner gelernt, dass dieser Gott, der Jesus in seiner letzten Stunde so sehr nahe war, auch bei all jenen ist, denen unendliches Leid begegnet.
Es gibt eine Geschichte von Elie Wiesel, in dem der KZ - Überlebende die Hinrichtung eines Jungen in einem KZ beschreibt. Als sie den Knaben aufgehängt haben und die angetretenen Häftlinge abrücken, fragt einer der Augenzeugen nach Gott. Aus der Menge hört man die Antwort: "Dort, dort hängt er am Galgen."
Insofern knüpft der Jude Elie Wiesel an die Geschichte von der Kreuzigung Jesu an.
Natürlich wünschen wir uns alle einen Gott, der eingreift, der uns vor Not und Elend bewahrt.
Der von mir zitierte Kushner sagt dazu, dass Gott eben nicht allmächtig ist, dass er die Gesetze des Lebens und der Natur nicht außer Kraft setzen kann.
Und er beschreibt dann einen Gott, der auch an seiner Schöpfung und seinen Geschöpfen leidet. Genau darin ist er uns dann nahe.

H.
 
Ehrlich gesagt, als gläubiger Christ hätte ich damit sehr große Probleme.
Der Selbstmord - Mord! - ist ganz klar in den 10 Geboten festgehalten - eine Todsünde.
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Die Kirchenvertreter sind längst zur Ansicht gekommen, dass die meisten Selbstmörder krank sind, sehr krank. Vorzüglich psychisch krank. Und es gibt auch sonst Ausnahmesituationen, die den freien Willen eines Selbstmörders sehr stark einschränken.
Jedenfalls verweigert die Kirche keinem Selbstmörder mehr ein christliches Begräbnis. Zu Recht!



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