Hallo Nathi!
Glaub mir, ich kann dich sehr gut verstehen, meine Situation ist gerade etwas ähnlich. Von daher weiß ich auch, wie schwer es ist, loszulassen und diese verdammte Hoffnung, es könnte - trotz aller Probleme und trotz allem, was vorgefallen ist - nochmal was werden, aufzugeben. Allerdings machst du es dir auch selber schwerer, als es sein müsste. Ich weiß, dass ist hart, gerade weil du ihn dadruch quasi "ganz" verlierst, aber du solltest wirklich schnellstmöglich ausziehen!!!! Das tut dir doch nur weh, wenn du ihn siehst. Denn du scheinst dir, obwohl du einsiehst, dass es nicht mehr werden könnte, wie zuvor, weil das Vertrauen weg ist, noch Hoffnungen zu machen. Du wunderst dich, warum er nichts mehr mit dir unternimmt. Warum er nicht mehr neben dir schläft. Du hoffst, dass ihr wenigstens - wenn schon nichts anderes mehr möglich scheint - von der Beziehung sozusagen fließend in eine Freundschaft rutscht, die ihr ja davor auch hattet. Aber das wird nicht möglich sein, falls überhaupt jemals ganz sicherlich nicht sofort. Es ist normal, dass er auf Abstand geht, und das solltest du wirklich auch. Du wirst sehen, dass es dir besser geht. Vielleicht könntest du ja erstmal bei deiner Freundin unterkommen? Dann wärst du in Gesellschaft und hätttest nicht so extrem das Gefühl des Einsamseins. Ansonsten halte ich auch die WG-Lösung für sehr gut - auch wenn du da skeptisch bist und es dir vielleicht anfangs schwer fallen wird auf diese "Fremden" zuzugehn. Aber du wirst sehen, dass es viele Leute gibt, die dich mögen, wenn du ihnen die Chance dazu gibst.
Das ist jetzt auch allgemein ganz wichtig, dass du wieder mehr zu dir findest und neue Leute kennenlernst - du hast dich die letzte Zeit anscheinend sehr abhängig von deinem Freund gemacht und hast jetzt das Gefühl, deine einzige Bezugsperson zu verlieren. Das ist ein schreckliches Gefühl, ich spreche aus Erfahrung und habe diesen dummen Fehler selbst einmal begangen. Ich weiß also, dass es schwer ist, das jetzt wieder zu ändern und neue Kontakte zu knüpfen. Eine Arbeitsstelle wäre natürlich auch hier nützlich für dich, ist ja aber kein Muss. Falls du wirklich anfängst zu studieren wirst du mit Sicherheit auch dort neue Leute kennenlernen - Zweifel nicht an dir, es gibt Millarden Menschen auf der Welt und keiner davon ist so einzigartig, dass es keine anderen Menschen mit denselben Interessen und anderen Gemeinsamkeiten gibt - du findest also mit Sicherheit neue Freunde, die du magst und die dich auch mögen.
Um jetzt erstmal die Zeit zu überbrücken, bis du eine Arbeit hast oder studierst, solltest du viel in die Öffentlichkeit gehen. Geh schwimmen, in ein Fitnessstudio oder beleg einen Tanzkurs. Dann lernst du a) neue Leute kennen und b) wirst du dich durch die sportliche Betätigung zufriedener und glücklicher fühlen, da dein Körper beim Sportmachen Glückshormone ausschüttet. Außerdem wirst du dich stärker, attraktiver fühlen, wenn du selbst aktiv wirst und verlierst das Gefühl der Machtlosigkeit, das ich meine aus deinen Texten herauszulesen. Glaub mir, bis vor einem Jahr hätten mich keine zehn Pferde dazu gebracht, Sport zu machen - dann hab ich in einer Trennungssituation damit begonnen und es hat mir wahnsinnig geholfen!! Wenn du das nicht versuchen möchtest, dann versuche zumindest, so viel unter Leute zu gehen wie möglich. Du musst nicht auf Fremde zugehen, wenn du dazu jetzt noch nicht bereit bist. Aber du solltest lernen, wieder unter Leuten zu sein, denn das ist der erste Schritt um deine Einsamkeit zu überwinden. Schnapp dir ein gutes Buch, setz dich in ein nettes Café und lass es dir gut gehn - so bist du für den Anfang nicht komplett allein, aber musst keine Angst vor Ablehnung haben und kannst dich erstmal wieder langsam an deine Umwelt "gewöhnen". Und auch in diesem Forum siehst du, dass du gemocht wirst, dass Leute, die dich noch nicht mal kennen, dir helfen wollen, dass du nicht alleine bist.
Ich wünsch dir alles, alles Gute und viel Erfolg!