Hallo schnappschuss!
Ich wiederhole mal Deinen Grundgedanken: Rationalität und Denken sind schlecht, weil sie unter anderem Probleme verursachen, Gefühle sind dagegen gut.
Ein paar Gedanken zum Denken:
Aus dem Denken entspringt die Erkenntnis. Es basiert auf dem Verstand. Ich kann kein Urteil fällen, ohne dass ich in einem Denkakt bestimmte Vorstellungen vereinige.
Wenn ich mich ganz vom Denken losmachen würde, dann wäre ich wie ein Tier und würde nur meinen Instinken und Gefühlen folgen. Mein Wert als frei entscheidendes Wesen wäre nicht mehr gegeben.
Du hast Recht. Tiere haben in dieser Hinsicht keine Probleme. Aber der Sinn des Lebens besteht ja auch nicht darin, Probleme zu vermeiden. Die wenigsten Probleme hat man, wenn man erst gar nicht geboren wäre. Aber das kann ja wohl auch nicht Sinn der Sache sein, oder?
Es ist doch schön, dass uns die Evolution das Denken geschenkt hat. Per Denken können wir uns nun für das Gute entscheiden und uns so einen Wert geben. Ein echtes Problem hätte man, wenn man selbst keinen Wert mehr hätte - weil man sich zB verantwortungslos in Richtung Tier entwickeln möchte.
Der letzte Satz soll aber bestimmt keine Kritik gegen Dich sein! Ich verstehe ja, dass man von der Rationaltiät genervt sein kann. Aber Rationalität ist alternativlos. Man muss sich eben den Problemen stellen, die auftauchen, wenn man eigenständig zu denken anfängt.
Übrigens geht wirkliche Spiritualität nicht ohne Denken. Kinder und Tiere sind zB aufgrund ihrer gewissen Unreife nicht fähig zur Spiritualität. Ich befürworte im übrigen die Spiritualität. Aber ohne Denken ist sie nicht möglich.