Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Problem mit Bürgern

Acromantula74

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

ich hab hier derzeit mal wieder ein Problem "an der Backe".

Wir sind hier in unserer Stadt im Standesamt nur mit 2,5 Kräften besetzt.
Mein Chef und ich haben die Sachgebiete, die über das Standesamtliche hinausgehen, untereinander so aufgeteilt, dass er den Bereich Einbürgerungen bearbeitet und ich den Bereich der Friedhofsverwaltung.

Ich bin bei den Einbürgerungen nicht eingearbeitet und es gibt jedes Mal, wenn mein Chef in Urlaub ist, Ärger mit ausländischen Bürgern.

Ich erklär denen dann immer sehr freundlich, dass mein Chef eben von - bis in Urlaub ist, dann und dann wieder da ist und dass sie bitte dann nochmal vorsprechen. Länger als 2 Wochen ist er eh nie weg und da das Einbürgerungsverfahren beim Regierungspräsidenten ohnehin bis zu 1,5 Jahren dauern kann, fallen diese 2 Wochen nicht wirklich ins Gewicht.

Nur reagieren die Bürger dann - je nach Temperament - teils ziemlich heftig, beschimpfen mich, werfen mir Rassismus vor, drohen mit Beschwerde u.a. 🙁 und ich find das schon sehr heftig.

Wenn ich in Urlaub bin und es gibt umgekehrt Fragen zu Friedhofs-Angelegenheiten, macht mein Chef das genauso und verweist sie an mich. Nur dass die Bürger durchweg friedlicher reagieren.

Wie kann ich damit umgehen?
 
Hallo Acromantula74!

Geht es Dir um den Unterschied zwischen den Bereichen oder davon unabhängig um die Reaktion Deiner "Kunden"?

Dass Einbürgerung heikler ist als Beerdigung, dürfte klar sein. Ist es so, dass Du denen nicht weiterhelfen kannst, weil Deine Sachkenntnis in dem Bereich Deines Chefs nicht ausreicht oder warum ergeben sich die Probleme? Zwei Wochen warten finde ich jedenfalls auch nicht toll. Irgendwie typisch für eine (deutsche) Behörde.

Ich hoffe, meine Antwort war jetzt nicht zu böse 🙂. Irgendwie ist mir das ganze auch noch nicht so klar.
 
Geht es Dir um den Unterschied zwischen den Bereichen oder davon unabhängig um die Reaktion Deiner "Kunden"?

Dass Einbürgerung heikler ist als Beerdigung, dürfte klar sein. Ist es so, dass Du denen nicht weiterhelfen kannst, weil Deine Sachkenntnis in dem Bereich Deines Chefs nicht ausreicht oder warum ergeben sich die Probleme? Zwei Wochen warten finde ich jedenfalls auch nicht toll. Irgendwie typisch für eine (deutsche) Behörde.

Ich hoffe, meine Antwort war jetzt nicht zu böse 🙂. Irgendwie ist mir das ganze auch noch nicht so klar.

Ja, mir fehlt schlicht und ergreifend die Sachkenntnis im Bereich meines Chefs.

Das ist im öffentlichen Dienst (und im übrigen in jedem privatrechtlichen Betrieb auch) nun mal so, dass es so viele verschiedene Aufgabengebiete gibt, dass es schlicht und ergreifend unmöglich ist, dass jeder alles weiss und eine Aufteilung stattfinden MUSS.

Sicher ist 2 Wochen warten nicht das Gelbe vom Ei, lässt sich aber nirgendwo vermeiden.
Ich hab z.B. heut um einen Termin bei meiner Hausärztin gebeten - da es kein akuter Notfall ist, komm ich da auch erst am 13.04. dran.
Aber ich käm nie auf die Idee, dann da in der Praxis rumzumaulen und meiner Ärztin sonstwas vorzuwerfen.

Nur auf die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst kann man ja immer schön draufkloppen, weil das eh alles faule Sesselpupser sind. :mad:
 
Hallo Acromantula 74!

Ich glaube, dass die Leute einfach ängstlich und angespannt sind. Einbürgerung hat ja doch was Existenzielles an sich. Da gehts um viel. Wer weiß, was diese Menschen sonst so an Erfahrungen haben. Die kommen ja teilweise aus ganz anderen Kulturen und Gegenden.

Ohne viel Einblick in die Sache zu haben, würde ich mal sagen, dass man Leute mit solchen Ängsten etc nicht zwei Wochen alleine lassen sollte. Dass da manche "durchdrehen" kann ich irgendwie verstehen.

Wenn Du verwaltungs- und organisationstechnisch nichts änderen kannst, dann solltest Du vielleicht am (psychologischen) Umgang mit den Leuten noch etwas feilen. Persönlich mußt Du diese Reaktionen wohl nicht auffassen.
 
Hallo Acromantula 74!

Ich glaube, dass die Leute einfach ängstlich und angespannt sind. Einbürgerung hat ja doch was Existenzielles an sich. Da gehts um viel. Wer weiß, was diese Menschen sonst so an Erfahrungen haben. Die kommen ja teilweise aus ganz anderen Kulturen und Gegenden.


Sooo existenziell ist das nicht.
Keiner der Bürger, die die Voraussetzung für eine Einbürgerung erfüllen, ist von Abschiebung etc. bedroht, da ein gesicherter Aufenthaltstitel eine Voraussetzung für die Einbürgerung ist.

Ohne viel Einblick in die Sache zu haben, würde ich mal sagen, dass man Leute mit solchen Ängsten etc nicht zwei Wochen alleine lassen sollte. Dass da manche "durchdrehen" kann ich irgendwie verstehen.

Wenn Du verwaltungs- und organisationstechnisch nichts änderen kannst, dann solltest Du vielleicht am (psychologischen) Umgang mit den Leuten noch etwas feilen. Persönlich mußt Du diese Reaktionen wohl nicht auffassen.

Leider fehlt mir in diesen Situationen oft die Zeit, um da lange Gespräche zu führen...

So wie gestern etwa - einer der Bestatter hatte mir einen Sterbefall auf den Tisch gepackt, mit der Aufforderung, den doch bitte in einer Stunde fertig beurkundet zu haben.
Zeitgleich kam ein Pärchen, das die Eheschließung anmelden wollte.

Dazu hatte dann auch noch unsere Halbtagskraft Geburtstag - war aber nicht da - also rappelte dauernd das Telefon und ich musste den Gratulanten erklären, dass sie erst wieder nach Ostern da ist.
Chefs Telefon war auch auf mich umgestellt.

Und in die Situation kam dann ein Einbürgerungsbewerber. 🙁
Dass ich da dann schlicht und ergreifend nicht die Zeit hatte, mit dem ein langes Gespräch zum Abbauen eventueller Ängste zu führen, das sollte wohl jedem klar sein.
 
Hallo!

Ich war auch im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Einerseits versteh ich Deine Situation. Du solltest mit Deinem Chef sprechen und ihn bitten, dass er Dir zeigt, was bei den Einbürgerungen zumindest bei der Antragstellung oder allgemeinen Fragen zu tun ist.

Vielleicht kannst Du ihm ab und zu mal über die Schulter schauen, damit Du nicht alles kurz vor seinem nächsten Urlaub lernen musst.

Ich versteh was Du meinst, aber es ist nun mal öffentlicher Dienst, und grob gesagt können die Bürger nichts dafür, wenn Ihr Euch intern nicht absprecht 😱 ... ich wär auch sauer wenn ich auf ein Amt gehe und man mir sagt: der ist auf Urlaub, kommen sie in zwei Wochen wieder...
 
Einerseits versteh ich Deine Situation. Du solltest mit Deinem Chef sprechen und ihn bitten, dass er Dir zeigt, was bei den Einbürgerungen zumindest bei der Antragstellung oder allgemeinen Fragen zu tun ist.

Vielleicht kannst Du ihm ab und zu mal über die Schulter schauen, damit Du nicht alles kurz vor seinem nächsten Urlaub lernen musst.

Schwierig... da kommt nämlich noch ein internes Problem mit meinem Chef dazu. 😱

Der - hmmm - Knackpunkt ist der (wie schreib ich das jetzt??) dass mein Chef nicht der Fleißigste ist. Z.B. organisiert er die komplette Führung seines Schachclubs während der Dienstzeit, rennt auch häufig während der Dienstzeit mal eben nach Hause, weil angeblich ein Handwerker da ist usw.
Sobald er merkt, dass ich evtl. nicht komplett ausgelastet bin, hat er nämlich nichts eiligeres zu tun, als Aufgabengebiete, die vorher bei ihm lagen, an mich abzudrücken. So ist u.a. schon die Führung unserer Gebührenkasse und die öffentlich-rechtliche Namensänderung bei mir gelandet.

Und ich hab einfach Bedenken, dass, sobald ich Interesse am Bereich "Einbürgerung" zeige, er im Handumdrehen den kompletten Bereich an mich abdrückt.

Daher hüte ich mich tunlichst...

Zugegeben, das ist schon blöde, dass das dann für die Bürger so ausgeht - aber noch einen (dazu sehr zeitintensiven) Aufgabenbereich lass ich mir nicht aufdrücken. Irgendwo müssen die 3 Gehaltsklassen, die mein Chef über mir ist, ja auch noch ihre Rechtfertigung haben. 🙄
 
Hallo Acromantula74!

Danke für diese offene Beschreibung der Verhältnisse bei Euch! Das deckt sich mit einigen Erfahrungen, die ich selbst im öffentlichen Dienst gemacht habe.

Im Augenblick weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, wie man damit am besten umgeht. Müßte ich nochmal drüber reflektieren.
 
Wenn ich nicht da bin, wartet die Arbeit nach dieser Zeit auf meinem Schreibtisch, hat auch niemand in dieser Zeit für mich gemacht. Und alle müssen warten, bis ich wieder da bin.

Genau das - hatte ich vergessen, zu schreiben.

Wenn ich in Urlaub oder erkrankt bin, dann baut mein Chef in der Zeit einfach einen großen Turm auf meinem Schreibtisch, indem er alles auf einen großen Haufen schmeisst.

Er bekommt es nichtmal auf die Reihe, Fristsachen (z.B. Rechnungen für Bestattungsgebühren) einfach nur in einen Umschlag zu stecken und in den Postausgang zu legen.

EuFrank meinte:
Dass Einbürgerung heikler ist als Beerdigung, dürfte klar sein.


Definitiv - NEIN!
Der Verlust eines nahen Angehörigen (Ehepartner, Elternteil) ist m.E. einer der heikelsten Bereiche überhaupt.
Bei trauernden Hinterbliebenen würde ich wütende /verletzte Reaktionen eher noch verstehen - aber seltsamerweise bleiben sie da aus und mich hat noch nie ein Trauernder so bepöbelt, wie es bei den Einbürgerungsbewerbern an der Tagesordnung ist.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben