B
Blackjack
Gast
Moment mal.
Die These, die ich vertreten habe war, dass die Vernunft des Menschen ein Abglanz der göttlichen Vernunft ist.
Das heißt, dass laut deiner Interpretation jeder so verfahren könnte. Würdest du denn so verfahren? Würdest du es nicht als amoralisch betrachten, kleine Kinder zu misbrauchen?
Natürlich würde es dir gegen den Geist gehen. Genauso, wie den meisten anderen Leuten auch; laut theologischem Standpunkt grade desshalb, weil der Mensch Gottes wegen fähig ist, gutes vom schlechten zu unterscheiden (und kindesmissbrauch fällt wohl in letztere kathegorie).
Das nenn ich mal naiv. Du legst deine moralischen Vorstellungen an alle anderen an und bezeichnest diese als die eine von Gott gegebene Moral. Schau dich mal um in der Welt und der Geschichte wie unterschiedlich diese Vorstellungen aussehen bzw. aussahen. Diese selbst sind von Mensch zu Mensch nicht gleich.
Der Mensch sollte sich in dieser welt NUR vor seinem gewissen verantworten, und nicht vor gott, das kommt erst nach dem tod.
Da das Gewissen des Menschen aber gottgegeben ist, kann er ja nichts falsch machen, wenn er danach handelt.
Du hast in diesem Punkt denselben engstirnigen Blickwinkel wie EuFrank. Und zwar deinen eigenen, den du als Maßstab für allgemeingültig erklärst für alle anderen.
Dein Gewissen als göttlicher Maßstab. Überleg mal bisschen. *kopfschüttel*
Wenn eine Willensfreiheit vorliegt, muss es allerdings auch möglich sein, gegen die göttliche vernunft - also gegen das eigene gewissen zu handeln. Das haben dann wohl diese Kirchenleute ganz gut verwirklicht.
Das Gewissen, und damit die göttliche Vernunft wirken nicht determinierend.
Allerdings zeigt die Art, wie die Leute auf Kindesmissbrauch reagieren wohl doch, dass hier laut allgemeinem empfinden etwas nicht in ordnung ist, und WENN DIE KIRCHENLEUTE ES VERHEIMLICHEN, DANN ZEIGT ES, DASS SOGAR DIE WISSEN DASS SIE ETWAS GETAN HABEN DAS MIT IHREM GEWISSEN NICHT VEREINBAR IST; DASS SIE GEGEN IHR GEWISSEN GEHANDELT HABEN.
Hätten sie absolut keinen Gewissenskonflikt, würden sie doch hergehen und sagen "ja, ich hab halt n kind Ge****. ist doch nichts dabei... was guckt ihr nun alle so böse?"
ich glaub ich spinne.:mad:
Oprah's Conversation with Child Molesters - Oprah.com
Ich finds auch geil das du dir dann in folgendem Beitrag zu dem vollkommen widersprichst.
In dem Fall muss ich dir wiedersprechen.
Moralität, also das Prinzip sein Handeln moralisch zu gestalten, ist zeitlos und von jeder Religion geforndert.
Die konkrete Moral dagegen ist von Kultur zu Kultur wandelbar, und verändert sich. So war es zB bei den Eskimos Gang und Gebe, dass man Alte Menschen mit einer Monatsration Nahrung in der Kälte aussetzt, und diese dann verhungern lässt. Diese Norm war auch von den Alten, die dem Tode geweiht waren akzeptiert, weil sie als nicht Erwerbstätige ihrem Stamm bei ohnehin schon schlechten Nahrungsbedingungen nur zur Last gefallen wären.
Logisch ist es für uns Nachvollziehbar, dass sich diese Menschen dann für den Tod im Sinne der Gemeinschaft entscheiden, aber aus unserer heutigen moralischen sichtweise wäre so ein handeln trotzdem nicht mit unserem gewissen vereinbar.
Wo es allerdings nur eine moral geben kann, ist innerhalb einer kultur. Gibt es da nämlich mehrere ausprägungen von moral, wird er zwangsläufig zu konflikten kommen...