Ja ich sehe auch viele Widersprüche in ihren Worten und in ihrem Verhalten. Und vielleicht hätte ich mich direkt am Anfang mehr bemühen sollen um sie und sie nicht wochenlang in ruhe gelassen. Vielleicht hätte ich mich auch nicht nach nur 10 Tagen bereits in einer Singlebörse wieder anmelden dürfen und sie es bemerkte und vielleicht dachte, sie wäre mir ohnehin egal. Aber das spielt jetzt alles keine Rolle, sie weiß sehr genau wie verletzend ihre Worte zu mir waren, so verletzend dass es einfach kein zurück mehr gibt, für uns beide. Wahrscheinlich wollte sie damit genau das erreichen, dass ich sie hasse und wirklich loslasse. Nun ja, das hat sie ja jetzt damit erreicht.
Also, ich will in Dir keine falschen Hoffnungen wecken. Und wahrscheinlich wäre es besser, das nicht zu sagen. Zumal ich die genauen Umstände nicht kenne. Aber: Wenn es verletzende Worte gab, dann haben die einen Grund. Und dann verbindet euch noch etwas. Nur leider sind es im Moment negative Gefühle bei ihr. Ob sich das ändern kann, wage ich nicht zu prognostizieren. Ob diese negativen Gefühle aus Enttäuschung hervorgehen oder sie sich auch einfach nur etwas schönredet, kann ich Dir auch nicht sagen. Nur höre nicht auf die, die sagen, dass doch alles offensichtlich ist. Ich habe das getan und bereue das wirklich. Blende aus, was andere Dir sagen. Bei mir führte das zu Skepsis, Zweifeln und großem Druck, der alles sehr verkompliziert hat. Sowohl während meiner Beziehung als auch nach der Trennung. Nahezu alle Ratschläge haben es schlimmer gemacht. Das wichtigste wäre gewesen, die Ruhe zu bewahren bzw. sie wieder zu erlangen. Die meisten Ratschläge haben aber nur dazu geführt, dass mein Gehirn auf Trab blieb und ich mir Gedanken gemacht habe. Und nachdem was ich so lese, ist es bei Dir im Moment ähnlich. Nur leider ist das ganz schlecht.
Aber ich hatte auch so eine Phase wie Du. Bei mir hat es nicht geholfen. Ich konnte so nicht loslassen. Der Zorn, den ich in mir hatte, hat mich aufgefressen und lies mich nicht in Ruhe. Er war ungerecht und tief in meinem Herzen wusste ich das. Sie konnte und sie kann im Moment nicht anders handeln und ich kann ihr das nicht wirklich vorwerfen.
Diese Gedanken, ob das oder dies besser gewesen wäre, hatte ich auch. Inzwischen bin ich mir fast sicher, dass es bei mir besser gewesen wäre, anders vorzugehen. Anstelle einer KS und dem Respekt vor ihrer Entscheidung, hätte ich am Anfang mehr alles direkter aber gleichzeitig vorsichtig probieren müssen. Nur was ändert das? Man kann in den anderen nicht hineinschauen. Und man kann auch selbst nicht aus seiner Haut. Emotional war ich dazu damals nicht in der Lage und hätte alles noch schlimmer gemacht. Das wird bei Dir wohl ähnlich sein. Also vergiss diese Selbstvorwürfe und schaue nach vorn - was auch immer das bei Dir heisst.
Inzwischen weiß ich zu 99% dass bei mir alles nur ein Missverständnis und eine Macke bei ihr war. Das mag bei Dir vielleicht ähnlich sein. Aber am ehesten kannst Du das wissen. Ich will Dir nur einen Ratschlag geben: Verrenne Dich nicht in künstliche Rechtfertigungen und höre auf das, was Dein Gefühl Dir sagt. Wenn Du kämpfen willst, dann kämpfe nur sei Dir im klaren darüber, dass es Dich kaputtmachen kann (und wahrscheinlich auch wird). Mir war und ist es das auch nach über 8 Monaten Trennung noch wert. Aber wenn Du kämpfen willst, dann setze sie nicht unter Druck. Wenn Du aufgeben willst, dann tue das. Aber wenn es für eine der beiden Alternativen künstlicher Rechtfertigungen bedarf, dann wäre ich sehr skeptisch, ob Du Dir nicht etwas vormachst.
Ich fühle mich auch verletzt und ungerecht behandelt von meiner Ex. Sie hat mir weh getan und wirft mir Dinge vor, von denen sie wohl selbst weiß, dass sie nicht stimmen. Aber ich bin nicht wütend oder zornig auf sie. Ich vermisse sie nicht akut, aber ich denke stündlich an sie. Ich fühle mich schlecht ihretwegen - auch weil ich weiß, dass sie unglücklich ist im Moment - habe einen Alptraum durchlebt ihretwegen und noch einen ebensolchen vor mir. Und es ist fast aussichtslos, dass wir nochmal zusammen kommen. Trotzdem gebe ich nicht völlig auf und ich hege keinen Groll gegen sie.
Wenn es in meiner Situation nicht so wäre, dass sie bald das Land verlassen will, dann würde ich mir größere Chancen ausrechnen. Denn objektiv gesehen, verliefen die letzten Kontakte langsam und stetig besser. Nur spielt die Zeit und ihr persönlicher Stress bei mir gegen mich. Trotz alledem, habe ich den Plan, den Kontakt zu halten; auch nach fast 9 Monaten Trennung; trotz neuer Partnerin. Auch wenn meine Ex den Kontakt nicht will, werde ich mich ihr in Erinnerung bringen.
Jeder Mensch ist anders und ich will Dir nichts raten. Ich ahne aber, dass Du Dir etwas vormachst und nach Rechtfertigungen suchst, damit es für Dich einfacher ist. Das solltest Du prüfen und ggfs sicher sein, dass Du auch wirklich auf Dauer so denkst. Ich weiß, was passieren würde, wenn ich mir sowas vormache und da nehme ich lieber Liebeskummer, schlechte Gefühle und trügerische Hoffnung in Kauf. Da kommt der Absturz wahrscheinlich auch, aber zum einen in Raten und zum anderen bin ich mit mir selbst im Reinen.
André