Hallo Lena7 und andere!
Wir unterscheiden uns in der Beurteilung des Begriffs Angst.
Du sagst: Haltet euch an Gott und so braucht ihr keine Angst zu haben. Ansonsten triff euch der Zorn Gottes.
Ich meine auch, dass Menschen mit einiger Berechtigung Angst haben könnten, wenn sie mit Absicht ein schlechtes Leben geführt haben. Wer jahrzehntelang andere bewußt ausgebeutet hat, kann durchaus Angst haben, dass dieses Verhalten irgendwie negativ auf ihn zurückfällt. Zumindest kann er ein schlechtes Gewissen haben.
Was uns unterscheidet ist die "Krücke" Gott, auf die ich verzichte. Ich tradiere und benutze auch nicht die "brutale" Sprache der Bibel. Ich spreche nicht von Gericht und Hölle und ewiger Verdammnis etc.
Ich sehe die Angelegenheit von der positiven Seite. Jeder, der Mist baut oder gebaut hat, kann sich in ein positives Verhältnis zu seiner Schuld setzen. Es gibt immer die Möglichkeit für einen Neuanfang.
Während man bei Dir das Gefühl hat, dass die Schuldigen in Kürze Höllenqualen erleiden, sage ich ganz schlicht: Wer Böses getan hat oder tut, der kann sich darum bemühen, in Zukunft einen anderen Weg zu gehen. Man braucht keine Bibel oder einen hypothetischen Gott, um in einen angemessenen Umgang mit seiner Schuld zu kommen. Gerade weil Gott, Bibel etc Hypothesen darstellen, könnten sie sogar die Angst verstärken, weil man ja auf Hypothesen keinen sicheren Lebensentwurt aufbauen kann. Der Zweifel an einer Hypothese und damit die Angst um den Verlust seines Lebensentwurfs (oder Weltbildes) ist quasi vorprogrammiert.