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Zwang, meine Selbstachtung zu zerstören?

Supida3

Mitglied
Hallo,

wenn ihr meine anderen Threads kennt, wisst ihr vielleicht, dass ich seit fast zweieinhalb Jahren sehr destruktiv unterwegs bin. Treffe bewusst falsche Entscheidungen, die mir (und leider teilweise auch anderen) schaden. Dabei verletze ich mich physisch meist nicht im klassischen Sinne, sondern durch falsches/kein Essen, stundenlanges Rumliegen/Masturbieren. Ansonsten kümmere ich mich kaum um mein Studium, verschwende Geld und lasse Beziehungen schleifen/sage Verabredungen ab, verschwende Zeit und Ressorcen. Der Grund ist tatsächlich: Ich tue genau das, was ich am wenigsten möchte.

Im Sommer vor zwei Jahren war ich sehr überfordert und habe Fehlentscheidungen getroffen und fand mich selbst so komisch und furchtbar (dabei habe ich zu dem Zeitpunkt gar nichts soo Schlimmes getan), dass ich irgendwann dachte: Ok, dann mache ich dich eben jetzt mit Absicht kaputt. Ich vermute, dass das ein Versuch war, wieder Kontrolle zu gewinnen- wenn ich Sachen schon nicht richtig machen konnte, dann eben mit Absicht falsch- davor hatte ich nämlich das Gefühl, dass ich nichts steuern kann und alles immer so kommt, wie ich es nicht möchte bzw. dass ich mich nicht wirklich steuern konnte.

Ich hatte so eine Phase schon mal vor 10 Jahren, die aber nach ca. 2-3 Monaten vorbei war und dann habe ich mich wieder sehr bemüht, erstmal meinen Körper und dann auch mein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Habe dann auch Therapie gemacht, aber irgendwie wurde das nie so richtig aufgearbeitet.

Tja, aber irgendwie hat sich das verselbstständigt und ich habe immer krassere Sachen gemacht, bin dann geschockt von mir selbst und denke dann, dass ich mein eigentlich ganz gutes, privilegiertes Leben nicht verdiene. Selbstmordgedanken kommen, aber eigentlich traue ich mich nicht und dann mache ich irgendwie doch so weiter...

Ich war jetzt mal bei meiner alten Therapeutin, aber die hat keine freien Plätze momentan und ich weiß auch nicht, ob die Therapieform die richtige ist, meine Langzeittherapie bei ihr hat ja anscheinend auch nicht so viel gebracht.

Verdrängung, Selbsthass, hohe Ansprüche, Fokus auf Negatives und Vergangenes ziehen sich leider schon durch mein ganzes Leben.

Ich weiß nicht, ob irgendjemand das nachvollziehen kann oder ganz eventuell sogar mal etwas ähnliches erlebt hat. Bitte nicht zu vernichtende Kritik, ich weiß, dass das total bescheuert und falsch ist. Ich weiß auch, dass es noch nicht zu spät ist, was zu ändern, irgendwie brauche ich ein anderes Mindset. Ich lese sehr viel darüber (Dankbarkeit, Ziele, radikale Akzeptanz), aber es fällt mir sehr schwer...
Irgendwie muss ich wieder Selbstachtung aufbauen. Ist nur sehr schwer...
 
Ich muss diese Gedanken loswerden, dass ich ein schlechter Mensch bin. Nur mein Verhalten ist schlecht...
Und weg von "Ich hasse mich sowieso, egal, was ich mache"- zu "Ich versuche, mein Bestes zu geben und wieder Menschen und Tätigkeiten zu lieben" und diese Liebe größer sein zu lassen als den Hass auf mich selbst. Leider fühle ich viel weniger als früher, das macht mir oft auch Angst... Ich möchte nicht, dass mir alles so egal ist. Aber ich möchte auch nicht mehr so Panik haben wie in den Überforderungssituationen früher...
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen. Mir scheint das auch recht komplex zu sein, vor allem, wenn das schon länger geht.

Hast du schon mal die Beziehung zu deinen Eltern in der Therapie beleuchtet?
 
Guten Morgen. Mir scheint das auch recht komplex zu sein, vor allem, wenn das schon länger geht.

Hast du schon mal die Beziehung zu deinen Eltern in der Therapie beleuchtet?
Ja, das war schon oft Thema, da mein Vater vor über 10 Jahren gestorben ist und es mit meiner Mutter sehr eng ist- ich war von ihr lange zu abhängig, habe mich aber teilweise auch sehr verantwortlich für sie gefühlt, als sie auch so ein gestörtes Essverhalten hatte...

Den Tod meines Vaters habe ich erst auch nicht richtig realisiert und war gar nicht traurig. Ich glaube, das macht meine Seele sehr oft, um mit Gefühlen nicht klarkommen zu müssen, sie verdrängen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es fällt mir wirklich sehr schwer, abzuschätzen, wozu ich gerade in der Lage bin und was sinnvoll ist für meine Zukunft. Ich habe das Gefühl, in einer Sackgasse zu sein und das Schlimmste ist, es wird mir immer egaler...
 
Ja, das war schon oft Thema, da mein Vater vor über 10 Jahren gestorben ist und es mit meiner Mutter sehr eng ist- ich war von ihr lange zu abhängig, habe mich aber teilweise auch sehr verantwortlich für sie gefühlt, als sie auch so ein gestörtes Essverhalten hatte...

Den Tod meines Vaters habe ich erst auch nicht richtig realisiert und war gar nicht traurig. Ich glaube, das macht meine Seele sehr oft, um mit Gefühlen nicht klarkommen zu müssen, sie verdrängen.
Ich habe meinen Vater auch früh verloren, ich war noch ein Kind. Trauern konnte ich damals ebenfalls nicht und ich hatte auch etwas Schuldgefühle deswegen. Erst später als Erwachsener, habe ich das emotional an mich rangelassen und Trauer zulassen können...
 
Hi
Eine professionelle Therapie wäre vermutlich hilfreich, wobei es natürlich etwas dauern kann den passenden Therapeuten für sich zu finden, aber die Zeit sollte man sich nehmen.

Ansonsten ist die Thematik eben sehr komplex, da wirklich sinnvoll drauf zu antworten würde zu viele vorher gehende Fragen beinhalten. Was sich in deinem Kopf verankert hat, wird sich durch Fremde im Internet auch nicht so einfach lösen lassen. Das muss auch nicht nur mit deinem Mindset zu tun haben, manche Dinge sind wesentlich komplexer und haben mit dem Hormonhaushalt des Körpers zu tun, den man selbst ohne medizinische Hilfe nicht so einfach steuern kann. Dopamin, Serotonin usw.
 
hm..ich fühle mit dir, aber da ich offensichtlich selbst unfähig bin mir zu helfen kann ich dir auch nicht helfen ...aber mir wird bewusst, dass man immer irgendwie einen Weg findet solange man noch etwas sehen kann..vielleicht ist es auch nur ne Phase, die nur wieder ein paar Monate andauern wird und es danach irgendwie weitergehen wird..ich frage mich was wäre wenn wir die ganzen Glückshormone die in unserem Körper ausgeschütet werden, nicht hätten . Wären wir alle von Natur aus depressiv oder einfach nur gefühllos....
Hi.
Die Antwort darauf willst du nicht wirklich haben. 🙂
Viele, psychische Erkrankungen hängen eben genau damit zusammen und können dann entsprechend auch medikamentös behandelt werden, andere wiederum nicht. Bei Leidensdruck empfiehlt es sich daher ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn man sich den Arm bricht, bleibt man ja auch nicht zu Hause sitzen und denkt sich: 'Ach, das ist nur eine Phase, geht vorbei.' Auch das viel angeratene: 'Denk doch positiv, geh mal in der Sonne spazieren...' hilft da nur bedingt und eingeschränkt (zuweilen auch einfach gar nicht) weiter. Dopamin Mangel (oder Überschuss) regelt sich nicht einfach durch 'denk doch mal was schönes.' Auch eine begleitende Verhaltenstherapie kann dann sehr hilfreich sein, weil es andere Perspektiven aufzeigt und andere Sichtweisen eröffnen kann, mit Dingen umzugehen.

Warum so viele Menschen davor zurück schrecken psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, liegt ja oft am negativ geprägten Bild/Meinung der Außenwelt, also der Gesellschaft. Niemand wird, wie angemerkt, kritisiert, wenn er/sie mit einem gebrochenem Arm zum Arzt fährt, hat jemand seelische Probleme wird damit meist anders umgegangen. Das sollte so aber nicht sein. Das ist nichts anderes, es erklärt einen auch nicht zum Verrückten, Wahnsinnigen, Serienmörder oder sonstwas. Bei einem gebrochenem Arm kann man sich auch nicht einfach 'zusammen reißen' und dann wird das schon wieder. Es bedarf eben ärztlicher Hilfe und genau dafür sind diese Menschen ausgebildet.
 
Ich muss diese Gedanken loswerden, dass ich ein schlechter Mensch bin. Nur mein Verhalten ist schlecht...
Und weg von "Ich hasse mich sowieso, egal, was ich mache"- zu "Ich versuche, mein Bestes zu geben und wieder Menschen und Tätigkeiten zu lieben" und diese Liebe größer sein zu lassen als den Hass auf mich selbst. Leider fühle ich viel weniger als früher, das macht mir oft auch Angst... Ich möchte nicht, dass mir alles so egal ist. Aber ich möchte auch nicht mehr so Panik haben wie in den Überforderungssituationen früher...

Wie wäre es, wenn du dein Verhalten mehr beobachten würdest und weniger bewerten?

Z B einfach: 'ich liege auf der Couch und fühle mich energielos und apathisch'

Anstatt dich auszuschimpfen, dass du nicht was tust.

Falls du möchtest, kannst du es auch mit Meditation versuchen, z. B. Metta.

Und: deine Würde und dein Wert als Mensch sind unabhängig von dem, was du (nicht) tust.

Alles Gute!
 

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