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Zwang, alleine lange durch die Nacht laufen und mit der Bahn ziellos umher fahren

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G

Gastschinken

Gast
Hallo,

ja, was soll ich sagen. Ich kann nicht anders. Es wird immer schlimmer: ich laufe gerne lange durch die Nacht.
Bin weiblich, 19 und die Dunkelheit, die Nacht, die Ruhe, alles dies zieht mich auf unerklärliche Weise an.
meistens gehts um 21 uhr los oder um 24 uhr. Oft gehe ich auch zum Bahnhof, setz mich in die Bahn, fahr irgendwo hin und komm dann irgendwie wieder zurück. Ich gucke, was um mich passiert. ich sauge alles in mich hinein. Ich beobachte andere Menschen. Angeblich bin ich hochsensibel und hochbegabt und irgendwie durchgeknallt. Weiß aber nicht wirklich damit was anzufangen. Ich bin schnell verletzt, ich kriege schnell Angst und fühle mich immer unglaublich eingeengt. Ich fühle mich oft mit dem einfachen Alltag überfordert. In der nacht atme ich dann auf. Da erscheint mir alles halb so wild. Da ist die nacht meine einzige Rettung. Ich brauche ein eigenes Terrain, wo mich niemand findet, wo ich unantastbar bin. Ich bleibe auch gern bis zum Morgengrauen auf.

Ich weiß nicht, was mit mir los ist.
 
Hallo Gastschinken,

prinzipiell ist ja nichts schlimmeres daran die Nacht zu mögen. In meinen Augen spricht auch nichts dagegen zu machen, was du machst - bis auf die Tatsache, das es nicht ungefährlich ist Nachts alleine durch die Gegend zu ziehen. Aufgrund des Lebenszyklus unserer Gesellschaft kollidiert natürlich dein Nachtleben etwas....versuch sie zu reduzieren. Vielleicht machst du dir einfach feste Termine für diese Ausflüge bis zu einer festen Uhrzeit.

Ansonsten finde ich deine anderen Symtpome nicht unbedingt bedenklich. Es ist immer die Frage, wie sehr du dich selbst in deinem Alltag durch diese "Dinge" negativ beeinflusst. Wenn du sie nicht kontrollieren kannst, dann sprich mit jemanden darüber, z.B. Eltern, Freunde oder mit einem Hausarzt.
 
Hallo,

das kenne ich gut. Es gab mal eine Zeit, da hab ich mich fast jeden Abend ins Auto gesetzt und bin einfach drauf los gefahren. Heute mache ich das nicht mehr so oft, aber immer noch ab und zu.

Ich glaube aus deinem Beitrag heraus zu lesen, dass es dir so ähnlich geht wie mir: Der Kontakt mit Menschen erschöpft mich und dann brauche ich eine Erholungphase. Zuhause geht das nicht, mit Telefon, Computer und der Gefahr das jemand an der Tür klingelt geht der Druck einfach nicht weg. Wenn man aber durch die Nacht fährt ist das wie eine undurchdringliche Mauer aus Dunkelheit und Anonymität. Und wenn jemand doch noch was von einem will müsste er erst einmal hinterher kommen. Wenn dann die Haut, die tagsüber dünner geworden ist, regeneriert ist kann man sich wieder in die Action stürtzen.

Wie man mit dem Leben besser klar kommt kann ich dir leider auch nicht sagen (auch wenns mir etwas besser geht als füher ist meine Methode nur bedingt zu gebrauchen, da ziemlich extrem), aber versuche auf jeden fall dir Rückzugsmöglichkeiten zu bewahren, egal welcher Art.

Gruß
Ein Gast
 
Das mit dem "mit der Bahn herumfahren" ist bei mir auch so. Ich fahre auch oft mit dem Zug durch die Gegend, denn es verschafft mir Erleichterung. Ich genieße es, durch die Landschaften zu fahren, aus dem Fenster zu blicken, dabei meinen Gedanken nachzuhängen oder ein interessantes Buch zu lesen. Allerdings fahre ich nicht ganz so ziellos, sondern ich suche mir ein Ziel aus. Am Ziel angekommen unternehme ich meistens Besichtigungen, gehe dort spazieren oder gehe in ein Café oder ein Restaurant.

Im Prinzip würde ich sagen, ich leide an einer leicht pathologischen (weil übersteigerten) Form von Reiselust. In wieweit das noch normal ist? Ich weiß es nicht...
 
wann schläfst du denn? wie sieht "dein alltag" aus, der dich so überfordert?
du bekommst schnell angst.. aber jung, weiblich und alleine in der nacht herumzuirren, ohne dass jemand eine ahnung hat, wo du bist.. und da hast du keine angst? wenn man von zwang spricht, ist das nie gut. dann ist man abhängig.
 

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