L
Lost in time
Gast
Zusammen
Eine junge Frau saß vor einem großen Schrotthaufen und weinte. Ein Mann lief vorbei, betrachtete den Schrotthaufen nachdenklich und ging zu ihr hin. „Hey, ist deine Bude abgefackelt oder was ist hier passiert?“, fragte er sie. Die junge Frau nickte. „So ähnlich… Naja, was soll’s… Da kann man nix machen…“, antwortete sie und schniefte leise. Der Mann schaute sie an. „Hey, kein Weltuntergang… Aber was ist denn abgebrannt?“, fragte er. Die junge Frau gab zurück: „Naja, meine Wohnung eben…Mein “Haus“ könnte man so sagen… Ich hab nicht viel Geld und hab hier in ’ner Gartenhütte gewohnt…“ Der Mann lachte. „Wie zur Hölle hast du denn ’ne Gartenhütte abgefackelt?“, wollte er wissen. Die junge Frau guckte zu ihm hoch. „Nicht ICH! Das waren so abgefuckte Kerle! Und sie wollen wiederkommen… Und mir alles nehmen…“, rief sie aus, ihre Stimme wurde zum Ende des Satzes hin immer leiser. „Wie meinst du alles? Du hast doch schon nichts mehr…“, sagte der Mann, er schaute langsam etwas betrübter drein. Die junge Frau zog die Nase hoch. Dann antwortete sie: „Nun, ich habe immer noch meine Ehre… Und ich habe mein Leben. Noch… Sie sagen, wenn ich nicht genug Geld auftreibe, bringen sie mich um…“ Der Mann hustete. „Willst du … mit mir kommen?“, fragte er leise. Die junge Frau schaute überrascht auf. „Mit dir?“, fragte sie leise, eine einzelne Träne tropfte auf den Asphalt, genau zwischen sie beide. „Wohin?“, setzte sie hinzu. Der Mann lächelte matt. „In … mein Haus…“, antwortete er. „A … aber…“, die junge Frau legte den Kopf schief. „Warum? Wir … kennen uns doch kaum…“, murmelte sie. Der Mann nickte. „Ja… Ich weiß … aber… ich will nicht dass sie dir was antun…“, antwortete er. Die junge Frau schniefte. „Das… Das ist sehr nett… Aber … nein, ich bleibe lieber hier und nehme mein Schicksal hin…“, sagte sie, sie versuchte ihrer Stimme einen festen Klang zu geben. Der Mann schüttelte den Kopf. „Aber … sie … werden dich umbringen… Man kann gegen das Schicksal ankämpfen…“, sagte er leise. Die junge Frau hob trotzig den Kopf. „Dann werden sie das eben… Ich … ich will dir aber nicht zur Last fallen und … überhaupt … vielleicht verdiene ich es auch zu sterben…“, gab sie zurück und nickte. Der Mann schüttelte erneut entschieden den Kopf. „Du … würdest mir ganz bestimmt nicht zur Last fallen, glaub mir… Und niemand verdient den Tod… Nun ja, vielleicht ganz wenige… Aber du gehörst bestimmt nicht dazu.“, sagte er mit entschlossenem Unterton in der Stimme. Die junge Frau schaute zu ihm hoch. „Nein, nein. Ich bleibe hier… Sie … werden ja vielleicht gar nicht kommen… Oder Gnade walten lassen…“, meinte sie und schluckte. Der Mann seufzte. „Ich glaube nicht, dass Leute … die so etwas…“, er deutete auf den Schrotthaufen und sprach weiter: „So etwas tun, Gnade walten lassen…Sie werden kommen… Komm mit mir…. Ich bringe dich in Sicherheit… Und dann kümmere ich mich um diese Leute…“, bat er sie. Doch die junge Frau schüttelte entschieden den Kopf. „Nein! Geh … geh, bevor sie dich auch erwischen…“, sie wurde blass. „Sie … sie kommen…“, wimmerte sie. „Komm mit mir!“; rief der Mann hektisch. „Nein!“, gab sie zurück. „Warum nicht? Ich tu dir nichts! Du wirst es nicht bereuen! Ich kümmere mich um diese Kerle!“, meinet der Mann, seine Stimme klang hektisch. Doch die junge Frau schüttelte energisch den Kopf und schubste den Mann weg. „Verschwinde schon! Ich… komm alleine klar.“, sagte sie dabei leise. Der Mann war völlig aufgebracht. „Warum? WARUM willst du keine Hilfe?“, fragte er laut. „Weil ich allein besser zurechtkomme.“, gab die junge Frau zurück und versuchte weiterhin, den Mann wegzuschubsen. „Und jetzt hau ab!“, setzte sie barsch hinzu. Der Mann schüttelte den Kopf. „Es geht nicht immer alleine! Zusammen, gemeinsam! Das ist meistens die Lösung!“, er ließ sich nicht wegschubsen, er war zu stark. „Komm mit! Danach werden wir es ihnen zeigen!“, rief er und fasste die junge Frau bei der Hand. „Nein!“, gab diese zurück und wich plötzlich zurück, sodass der Mann sie losließ und beinnahe hinfiel. „Hau endlich ab!“, rief sie aus. Die Typen waren inzwischen schon herangekommen. Es waren fünf Stück, alle bewaffnet und mit grimmigen Gesichtern. Der Mann blickte die junge Frau verzweifelt an. „Komm mit mir, verdammt nochmal! Oder ich muss diese Kerle jetzt allein erledigen!“, rief er. Mittlerweile standen die fünf Männer direkt vor ihnen und zielten mit Waffen und kaltem Lächeln in den Gesichtern auf die junge Frau.
„Verdammt!“, rief der Mann. Er machte ein Handzeichen, packte die junge Frau und warf sie hin, die Luft war mittlerweile von einem Kugelhagel erfüllt. „Bleib unten!“, murmelte er beschwörerisch. Die junge Frau hatte Angst, große Angst, das konnte man ihrer Stimme anhören als sie fragte: „Was soll das?“ Der Mann gab nur schlicht zurück: „Lass einfach den Kopf unten!“ Er drückte die junge Frau mit einer Hand am Boden fest und zog mit der anderen Hand eine Pistole aus der Jacke, mit der er in Richtung der Kerle feuerte. „WAS SOLL DAS?“, schrie die junge Frau in Panik. Sie riss sich los und versuchte wegzurennen, was ihr allerdings nicht gelang, da der Mann sch mit den Worten „Nein verdammt, bleib hier!“, auf sie warf und sie zu Boden riss. „Verdammt!“, rief er erneut aus, eine Kugel hatte ihn scheinbar in den Rücken getroffen. Die junge Frau riss sich von ihm los und nahm ihm die Pistole weg, mit zitternder Hand zielte sie auf die Kerle, die noch immer mit gezückten Waffen da standen, vom Kugelhagel scheinbar unberührt. „Hör auf! Nein! Das hat alles nichts mit dir zu tun!“, schrie der Mann und richtete sich auf, er warf sich mit voller Wucht gegen die junge Frau, sodass sie umfiel und vor Schmerz aufschrie. Der Mann achtete jedoch nicht darauf, er entwendete ihr die Pistole und zielte auf die Kerle, er verpasste einem von ihnen einen gezielten Kopfschuss, auch die anderen Kerle lagen inzwischen wie von Geisterhand tot am Boden. „Bleib jetzt liegen!“, wies er die junge Frau an und machte ein weiteres Handzeichen. Doch die junge Frau versuchte sich aufzurichten und erneut wegzulaufen. „Verdammt! Haltet sie auf!“, rief der Mann, drei Polizisten kamen aus einer Gasse gelaufen und packten die junge Frau. Doch diese trat die Typen und riss sich los. Der Mann murmelte: „Ihr seid aber auch zu gar nix zu gebrauchen!“, richtete sich auf und lief der jungen Frau nach und fasste sie bei der Hand. Er hielt sie fest und flüsterte ihr ins Ohr: „Beruhige dich! Diese ganze Sache … hat nichts mit dir zu tun!!! Wir waren schon lang hinter denen her!“ Doch die junge Frau schrie nur ängstlich: „Lass mich LOS!“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Nein… Beruhig dich! Es ist alles in Ordnung, bitte! Bleib ruhig… Du kannst mir vertrauen! Ich habe dich gerettet… Bitte gib mir die Gelegenheit zur Erklärung… Bitte…“, sagte er eindringlich. „Ich…“, gab die junge Frau zurück, plötzlich wurde sie ganz ruhig. Der Mann ließ ihre Hand los, lief vor sie und legte ihr die Arme um die Schultern. „Bleib ruhig ... es ist alles in Ordnung... Wir waren schon lange hinter diesen Leuten her... Wir wussten, sie würden dich angreifen, warum auch immer, aber diese Typen waren hinter allen ärmeren Menschen her...
Wir ... wir benutzten dich als Köder... Es tut mir Leid... Aber es musste sein…Ich habe dich seit Tagen beobachtet ... und am Anfang ... ging es mir nur um den Auftrag... Doch ... nach einigen Tagen ... achtete ich mehr ... auf dich als auf den Auftrag…“, sagte er leise und seine Stimme klang unsicher. Die junge Frau blickte ihn ruhig an und sagte nichts. Er seufzte leise auf. „Ich … ich … habe mich in dich…“, er wurde rot und seine Stimme versagte. Die junge Frau stand immer noch stumm da, doch plötzlich riss sie sich los und rannte mit Tränen in den Augen davon. „Heee! Bleib hier!!!“, rief der Mann hinter ihr her, er folgte ihr und holte sie ein, da er besser trainiert war als sie. Er hielt sie auf und fragte: „Was… Was ist? Ich … habe ich dir wehgetan? Habe ich dich verletzt?“ Die junge Frau schüttelte nur den Kopf und sackte dann in seinen Armen zusammen wie eine leblose Puppe. Der Mann fragte besorgt: „Bist du verletzt? Was ist?“ Er hielt sie fest, blickte in ihre Augen als sie zu ihm hochschaute. „Ich weiß nicht…“, murmelte sie und schloss die Augen. „Heee! Was ist? Bitte…“, flüsterte der Mann mit leiser, beinahe erstickter Stimme. Doch die junge Frau sagte nichts mehr, sie lag bewusstlos in den Armen des Mannes. „He, nein! Wach auf!“, bat der Mann sie und tastete ihren Körper nach Wunden ab. Er fand keine, und leise murmelte er: „Bitte…“ Die junge Frau sagte noch immer nichts. „Bitte…“, murmelte der Mann erneut, er rüttelte sie durch, doch sie wurde nicht wach. „Du… Du musst aufwachen!“, rief der Mann und rüttelte sie weiter, er strich ihr übers Gesicht. Da endlich öffnete sie langsam die Augen. „Ja…“, sagte der Mann leise und hielt sie weiter im Arm. „Ganz ruhig…“, setzte er hinzu. Die junge Frau hustete. „Was hast du… Bleib ruhig…Wo tut’s weh?“, fragte der junge Mann eindringlich. Die junge Frau räusperte sich. „N… Ich … weiß nicht…“, stöhnte sie, dann hustete sie erneut. „Ganz ruhig bleiben… Wo ... tut … es … dir … weh?“, fragte er, er sprach langsam und betonend, damit die junge Frau seine Worte au jeden Fall verstand. Diese hustete. „Ich… Oh…“, murmelte sie und machte die Augen wieder zu. „Nein! Du musst wach bleiben!!!“, rief der Mann verzweifelt. Er rüttelte sie wieder durch, bis sie die Augen aufschlug. „WO ... TUT ... ES ... DIR ... WEH?“, rief er aus. Die junge Frau hustete wieder. „Ich… Mein Bauch tut weh…“, würgte sie hervor und hustete erneut. Der Mann riss ihr T-Shirt hoch und entdeckte in ihrer blutenden Wunde einen Splitter eines durch eine Kugel zerfetzten Steines. „Bleib ruhig!“, wies er sie an. „Atme ruhig und gleichmäßig und schließ auf keinen Fall die Augen!!!“, sagte er noch. Die junge Frau versuchte seinen Anweisungen Folge zu leisten, auch wenn sie nicht genau verstand warum. Der Mann winkte einem anderen Polizisten, der ihm eine Pinzette reichte. Der Mann entfernte vorsichtig den Splitter und improvisierte einen Druckverband. „Rufen Sie einen Krankenwagen!“, rief er einem vorbeieilenden Polizisten zu, der nickte und sein Handy zückte. „Nein! Ich … ich will nicht… Das ist schon okay…“, rief die junge Frau aus und hustete wieder, sie versuchte sich dennoch loszureißen. „Nein! Verdammt nochmal, warum ist es so schwer für dich Hilfe zu akzeptieren?“, schrei der Mann hilflos und hielt die junge Frau fest. Diese jedoch riss sich mühsam los und versuchte wegzulaufen. Doch der Mann war schneller und holte sie ein. Während er die junge Frau erneut festhielt, sagte er leise: „Hör zu…“, diese jedoch gab zurück: „Ich … will … nicht zuhören und“, sie hustete, „Und auch keinen Krankenwagen… Lass mich bitte los…“ „Nein!“, rief der Mann und ließ sie nicht los. „Du wirst nicht überleben wenn du mir nicht vertraust! Diese Typen ... besitzen mächtige Freunde! Komm einfach mit mir! Der Krankenwagen wird dich behandeln ... und dann ... komm bitte mit… Bitte! Ich will nicht ... dass jemand Besonderes wie du hier draußen verreckt!“, bat der Mann mit eindringlicher Stimme. „Ich bin nichts Besonderes! Lass … lass mich einfach gehen…“, presste die junge Frau unter Schmerzen hervor und machte mit letzter Kraft einen Versuch sich loszureißen, was ihr aber nicht gelang. „Doch du bist etwas Besonderes...“, murmelte der Mann, er umarmte die junge Frau und drückte sie fest, wobei er aber auf ihre Verwundung achtete. „Gib doch bitte nach… Ich kann dir helfen… Ich will dir helfen… Ich liebe dich…“, flüsterte er zärtlich. Die junge Frau hob den Kopf. „Du… Du tust was…“, fragte sie mit heisere Stimme, wurde aber plötzlich ganz ruhig. „Ja… Das tue ich…“, antwortete der Mann und hielt sie noch fester. „Bitte … komm … mit…“, sagte er leise. Die junge Frau lag ruhig in seinen Armen. Plötzlich jedoch zuckte sie zusammen. „Mir ist … schlecht … ich…“, sie hustete. Der Mann lockerte seinen Griff ein wenig und schleppte die junge Frau zu einer Grasfläche, er sagte leise: „Wenn du kotzen musst... Tu dir keinen Zwang an... Gleich ist der Krankenwagen hier... Ich verlass dich nicht… Ich werde bei dir sein... Und danach ... werden wir weiter sehen... Wir schaffen das...“ Doch die junge Frau schüttelte nur den Kopf. Sie flüsterte: „Lass mich… Bitte, geh weg… Ich … kann das nicht…“, sie machte die Augen zu. „Warum? Warum kannst du es nicht…?“, fragte der Mann und küsste sie auf die Stirn. Die junge Frau machte die Augen auf und schaute ihn traurig an. „Ich… Ich verliere alles was mir wichtig ist… Nicht…“, sie musste husten. „Nicht dich auch noch…“, sie wurde ganz blass. „Du ... wirst mich nicht verlieren! Wir werden uns nicht verlieren...“, meinte der Mann als der Krankenwagen kam. Er hob sie hoch und trug sie behutsam zum Krankenwagen. „Wir werden es schaffen!!! Wir müssen es schaffen! HALT DURCH!!!“, rief er aus. Die junge Frau ließ sich von ihm tragen, aber sie wehrte sich leise: „Lass … mich runter! Ich will das nicht…“ „Nein! Ich habe dich gerade gefunden … ich werde dich nicht mehr gehen lassen! Bitte…“, gab der Mann mit leiser, trauriger Stimme zurück. „Lass…“, brachte die junge Frau hervor und schüttelte den Kopf. „Warum? Ich ... ich muss dir helfen... Ich kann nicht anders... Ich ... will dich nicht verlieren... Ich will dich für immer bei mir behalten…“, sagte der Mann nur. Die junge Frau versuchte aufzustehen und wegzulaufen, fiel dabei jedoch hin. „Bleib hier!“, reif der Mann aus und sprang hinter ihr her aus dem Wagen, er trug sie wieder hinein. „Behandeln Sie sie!“, befahl er einem Sanitäter. Dann beugte er sich zu der jungen Frau hinunter. „Bitte ... warum kannst du es nicht akzeptieren, dass es jemanden gibt der dich so gerne hat? Warum machst du es dir so schwer... Bitte ... ich ... will dir nur helfen… Ich liebe ... dich.“, sagte er nun mit fester Stimme. „Du … kennst mich nicht!“, rief die junge Frau aus. Der Mann gab zurück: „Ich ... ich will dich aber so gern kennen... Bitte ... gewähr mir diese Chance...“ Die Türen des Krankenwagens wurden geschlossen und er fuhr los. „Wir ... wir können ... gemeinsam ... weiterkommen im Leben…“, setzte er hinzu und lächelte sie an, während er vorsichtig ihre Hand in seine nahm. „Ich hoffe … du gibst mir diese Chance...“, flüsterte er, bevor er sich über sie beugte und sie lange küsste. „Und ich hoffe ... dass aus der Chance ein neuer Anfang wird.“, sagte er dann. Die junge Frau legte ihre Arme um seinen Hals. Ja… Wir … zusammen…“, murmelte sie. „Ja … zusammen…“, flüsterte der Mann.
Eine junge Frau saß vor einem großen Schrotthaufen und weinte. Ein Mann lief vorbei, betrachtete den Schrotthaufen nachdenklich und ging zu ihr hin. „Hey, ist deine Bude abgefackelt oder was ist hier passiert?“, fragte er sie. Die junge Frau nickte. „So ähnlich… Naja, was soll’s… Da kann man nix machen…“, antwortete sie und schniefte leise. Der Mann schaute sie an. „Hey, kein Weltuntergang… Aber was ist denn abgebrannt?“, fragte er. Die junge Frau gab zurück: „Naja, meine Wohnung eben…Mein “Haus“ könnte man so sagen… Ich hab nicht viel Geld und hab hier in ’ner Gartenhütte gewohnt…“ Der Mann lachte. „Wie zur Hölle hast du denn ’ne Gartenhütte abgefackelt?“, wollte er wissen. Die junge Frau guckte zu ihm hoch. „Nicht ICH! Das waren so abgefuckte Kerle! Und sie wollen wiederkommen… Und mir alles nehmen…“, rief sie aus, ihre Stimme wurde zum Ende des Satzes hin immer leiser. „Wie meinst du alles? Du hast doch schon nichts mehr…“, sagte der Mann, er schaute langsam etwas betrübter drein. Die junge Frau zog die Nase hoch. Dann antwortete sie: „Nun, ich habe immer noch meine Ehre… Und ich habe mein Leben. Noch… Sie sagen, wenn ich nicht genug Geld auftreibe, bringen sie mich um…“ Der Mann hustete. „Willst du … mit mir kommen?“, fragte er leise. Die junge Frau schaute überrascht auf. „Mit dir?“, fragte sie leise, eine einzelne Träne tropfte auf den Asphalt, genau zwischen sie beide. „Wohin?“, setzte sie hinzu. Der Mann lächelte matt. „In … mein Haus…“, antwortete er. „A … aber…“, die junge Frau legte den Kopf schief. „Warum? Wir … kennen uns doch kaum…“, murmelte sie. Der Mann nickte. „Ja… Ich weiß … aber… ich will nicht dass sie dir was antun…“, antwortete er. Die junge Frau schniefte. „Das… Das ist sehr nett… Aber … nein, ich bleibe lieber hier und nehme mein Schicksal hin…“, sagte sie, sie versuchte ihrer Stimme einen festen Klang zu geben. Der Mann schüttelte den Kopf. „Aber … sie … werden dich umbringen… Man kann gegen das Schicksal ankämpfen…“, sagte er leise. Die junge Frau hob trotzig den Kopf. „Dann werden sie das eben… Ich … ich will dir aber nicht zur Last fallen und … überhaupt … vielleicht verdiene ich es auch zu sterben…“, gab sie zurück und nickte. Der Mann schüttelte erneut entschieden den Kopf. „Du … würdest mir ganz bestimmt nicht zur Last fallen, glaub mir… Und niemand verdient den Tod… Nun ja, vielleicht ganz wenige… Aber du gehörst bestimmt nicht dazu.“, sagte er mit entschlossenem Unterton in der Stimme. Die junge Frau schaute zu ihm hoch. „Nein, nein. Ich bleibe hier… Sie … werden ja vielleicht gar nicht kommen… Oder Gnade walten lassen…“, meinte sie und schluckte. Der Mann seufzte. „Ich glaube nicht, dass Leute … die so etwas…“, er deutete auf den Schrotthaufen und sprach weiter: „So etwas tun, Gnade walten lassen…Sie werden kommen… Komm mit mir…. Ich bringe dich in Sicherheit… Und dann kümmere ich mich um diese Leute…“, bat er sie. Doch die junge Frau schüttelte entschieden den Kopf. „Nein! Geh … geh, bevor sie dich auch erwischen…“, sie wurde blass. „Sie … sie kommen…“, wimmerte sie. „Komm mit mir!“; rief der Mann hektisch. „Nein!“, gab sie zurück. „Warum nicht? Ich tu dir nichts! Du wirst es nicht bereuen! Ich kümmere mich um diese Kerle!“, meinet der Mann, seine Stimme klang hektisch. Doch die junge Frau schüttelte energisch den Kopf und schubste den Mann weg. „Verschwinde schon! Ich… komm alleine klar.“, sagte sie dabei leise. Der Mann war völlig aufgebracht. „Warum? WARUM willst du keine Hilfe?“, fragte er laut. „Weil ich allein besser zurechtkomme.“, gab die junge Frau zurück und versuchte weiterhin, den Mann wegzuschubsen. „Und jetzt hau ab!“, setzte sie barsch hinzu. Der Mann schüttelte den Kopf. „Es geht nicht immer alleine! Zusammen, gemeinsam! Das ist meistens die Lösung!“, er ließ sich nicht wegschubsen, er war zu stark. „Komm mit! Danach werden wir es ihnen zeigen!“, rief er und fasste die junge Frau bei der Hand. „Nein!“, gab diese zurück und wich plötzlich zurück, sodass der Mann sie losließ und beinnahe hinfiel. „Hau endlich ab!“, rief sie aus. Die Typen waren inzwischen schon herangekommen. Es waren fünf Stück, alle bewaffnet und mit grimmigen Gesichtern. Der Mann blickte die junge Frau verzweifelt an. „Komm mit mir, verdammt nochmal! Oder ich muss diese Kerle jetzt allein erledigen!“, rief er. Mittlerweile standen die fünf Männer direkt vor ihnen und zielten mit Waffen und kaltem Lächeln in den Gesichtern auf die junge Frau.
„Verdammt!“, rief der Mann. Er machte ein Handzeichen, packte die junge Frau und warf sie hin, die Luft war mittlerweile von einem Kugelhagel erfüllt. „Bleib unten!“, murmelte er beschwörerisch. Die junge Frau hatte Angst, große Angst, das konnte man ihrer Stimme anhören als sie fragte: „Was soll das?“ Der Mann gab nur schlicht zurück: „Lass einfach den Kopf unten!“ Er drückte die junge Frau mit einer Hand am Boden fest und zog mit der anderen Hand eine Pistole aus der Jacke, mit der er in Richtung der Kerle feuerte. „WAS SOLL DAS?“, schrie die junge Frau in Panik. Sie riss sich los und versuchte wegzurennen, was ihr allerdings nicht gelang, da der Mann sch mit den Worten „Nein verdammt, bleib hier!“, auf sie warf und sie zu Boden riss. „Verdammt!“, rief er erneut aus, eine Kugel hatte ihn scheinbar in den Rücken getroffen. Die junge Frau riss sich von ihm los und nahm ihm die Pistole weg, mit zitternder Hand zielte sie auf die Kerle, die noch immer mit gezückten Waffen da standen, vom Kugelhagel scheinbar unberührt. „Hör auf! Nein! Das hat alles nichts mit dir zu tun!“, schrie der Mann und richtete sich auf, er warf sich mit voller Wucht gegen die junge Frau, sodass sie umfiel und vor Schmerz aufschrie. Der Mann achtete jedoch nicht darauf, er entwendete ihr die Pistole und zielte auf die Kerle, er verpasste einem von ihnen einen gezielten Kopfschuss, auch die anderen Kerle lagen inzwischen wie von Geisterhand tot am Boden. „Bleib jetzt liegen!“, wies er die junge Frau an und machte ein weiteres Handzeichen. Doch die junge Frau versuchte sich aufzurichten und erneut wegzulaufen. „Verdammt! Haltet sie auf!“, rief der Mann, drei Polizisten kamen aus einer Gasse gelaufen und packten die junge Frau. Doch diese trat die Typen und riss sich los. Der Mann murmelte: „Ihr seid aber auch zu gar nix zu gebrauchen!“, richtete sich auf und lief der jungen Frau nach und fasste sie bei der Hand. Er hielt sie fest und flüsterte ihr ins Ohr: „Beruhige dich! Diese ganze Sache … hat nichts mit dir zu tun!!! Wir waren schon lang hinter denen her!“ Doch die junge Frau schrie nur ängstlich: „Lass mich LOS!“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Nein… Beruhig dich! Es ist alles in Ordnung, bitte! Bleib ruhig… Du kannst mir vertrauen! Ich habe dich gerettet… Bitte gib mir die Gelegenheit zur Erklärung… Bitte…“, sagte er eindringlich. „Ich…“, gab die junge Frau zurück, plötzlich wurde sie ganz ruhig. Der Mann ließ ihre Hand los, lief vor sie und legte ihr die Arme um die Schultern. „Bleib ruhig ... es ist alles in Ordnung... Wir waren schon lange hinter diesen Leuten her... Wir wussten, sie würden dich angreifen, warum auch immer, aber diese Typen waren hinter allen ärmeren Menschen her...
Wir ... wir benutzten dich als Köder... Es tut mir Leid... Aber es musste sein…Ich habe dich seit Tagen beobachtet ... und am Anfang ... ging es mir nur um den Auftrag... Doch ... nach einigen Tagen ... achtete ich mehr ... auf dich als auf den Auftrag…“, sagte er leise und seine Stimme klang unsicher. Die junge Frau blickte ihn ruhig an und sagte nichts. Er seufzte leise auf. „Ich … ich … habe mich in dich…“, er wurde rot und seine Stimme versagte. Die junge Frau stand immer noch stumm da, doch plötzlich riss sie sich los und rannte mit Tränen in den Augen davon. „Heee! Bleib hier!!!“, rief der Mann hinter ihr her, er folgte ihr und holte sie ein, da er besser trainiert war als sie. Er hielt sie auf und fragte: „Was… Was ist? Ich … habe ich dir wehgetan? Habe ich dich verletzt?“ Die junge Frau schüttelte nur den Kopf und sackte dann in seinen Armen zusammen wie eine leblose Puppe. Der Mann fragte besorgt: „Bist du verletzt? Was ist?“ Er hielt sie fest, blickte in ihre Augen als sie zu ihm hochschaute. „Ich weiß nicht…“, murmelte sie und schloss die Augen. „Heee! Was ist? Bitte…“, flüsterte der Mann mit leiser, beinahe erstickter Stimme. Doch die junge Frau sagte nichts mehr, sie lag bewusstlos in den Armen des Mannes. „He, nein! Wach auf!“, bat der Mann sie und tastete ihren Körper nach Wunden ab. Er fand keine, und leise murmelte er: „Bitte…“ Die junge Frau sagte noch immer nichts. „Bitte…“, murmelte der Mann erneut, er rüttelte sie durch, doch sie wurde nicht wach. „Du… Du musst aufwachen!“, rief der Mann und rüttelte sie weiter, er strich ihr übers Gesicht. Da endlich öffnete sie langsam die Augen. „Ja…“, sagte der Mann leise und hielt sie weiter im Arm. „Ganz ruhig…“, setzte er hinzu. Die junge Frau hustete. „Was hast du… Bleib ruhig…Wo tut’s weh?“, fragte der junge Mann eindringlich. Die junge Frau räusperte sich. „N… Ich … weiß nicht…“, stöhnte sie, dann hustete sie erneut. „Ganz ruhig bleiben… Wo ... tut … es … dir … weh?“, fragte er, er sprach langsam und betonend, damit die junge Frau seine Worte au jeden Fall verstand. Diese hustete. „Ich… Oh…“, murmelte sie und machte die Augen wieder zu. „Nein! Du musst wach bleiben!!!“, rief der Mann verzweifelt. Er rüttelte sie wieder durch, bis sie die Augen aufschlug. „WO ... TUT ... ES ... DIR ... WEH?“, rief er aus. Die junge Frau hustete wieder. „Ich… Mein Bauch tut weh…“, würgte sie hervor und hustete erneut. Der Mann riss ihr T-Shirt hoch und entdeckte in ihrer blutenden Wunde einen Splitter eines durch eine Kugel zerfetzten Steines. „Bleib ruhig!“, wies er sie an. „Atme ruhig und gleichmäßig und schließ auf keinen Fall die Augen!!!“, sagte er noch. Die junge Frau versuchte seinen Anweisungen Folge zu leisten, auch wenn sie nicht genau verstand warum. Der Mann winkte einem anderen Polizisten, der ihm eine Pinzette reichte. Der Mann entfernte vorsichtig den Splitter und improvisierte einen Druckverband. „Rufen Sie einen Krankenwagen!“, rief er einem vorbeieilenden Polizisten zu, der nickte und sein Handy zückte. „Nein! Ich … ich will nicht… Das ist schon okay…“, rief die junge Frau aus und hustete wieder, sie versuchte sich dennoch loszureißen. „Nein! Verdammt nochmal, warum ist es so schwer für dich Hilfe zu akzeptieren?“, schrei der Mann hilflos und hielt die junge Frau fest. Diese jedoch riss sich mühsam los und versuchte wegzulaufen. Doch der Mann war schneller und holte sie ein. Während er die junge Frau erneut festhielt, sagte er leise: „Hör zu…“, diese jedoch gab zurück: „Ich … will … nicht zuhören und“, sie hustete, „Und auch keinen Krankenwagen… Lass mich bitte los…“ „Nein!“, rief der Mann und ließ sie nicht los. „Du wirst nicht überleben wenn du mir nicht vertraust! Diese Typen ... besitzen mächtige Freunde! Komm einfach mit mir! Der Krankenwagen wird dich behandeln ... und dann ... komm bitte mit… Bitte! Ich will nicht ... dass jemand Besonderes wie du hier draußen verreckt!“, bat der Mann mit eindringlicher Stimme. „Ich bin nichts Besonderes! Lass … lass mich einfach gehen…“, presste die junge Frau unter Schmerzen hervor und machte mit letzter Kraft einen Versuch sich loszureißen, was ihr aber nicht gelang. „Doch du bist etwas Besonderes...“, murmelte der Mann, er umarmte die junge Frau und drückte sie fest, wobei er aber auf ihre Verwundung achtete. „Gib doch bitte nach… Ich kann dir helfen… Ich will dir helfen… Ich liebe dich…“, flüsterte er zärtlich. Die junge Frau hob den Kopf. „Du… Du tust was…“, fragte sie mit heisere Stimme, wurde aber plötzlich ganz ruhig. „Ja… Das tue ich…“, antwortete der Mann und hielt sie noch fester. „Bitte … komm … mit…“, sagte er leise. Die junge Frau lag ruhig in seinen Armen. Plötzlich jedoch zuckte sie zusammen. „Mir ist … schlecht … ich…“, sie hustete. Der Mann lockerte seinen Griff ein wenig und schleppte die junge Frau zu einer Grasfläche, er sagte leise: „Wenn du kotzen musst... Tu dir keinen Zwang an... Gleich ist der Krankenwagen hier... Ich verlass dich nicht… Ich werde bei dir sein... Und danach ... werden wir weiter sehen... Wir schaffen das...“ Doch die junge Frau schüttelte nur den Kopf. Sie flüsterte: „Lass mich… Bitte, geh weg… Ich … kann das nicht…“, sie machte die Augen zu. „Warum? Warum kannst du es nicht…?“, fragte der Mann und küsste sie auf die Stirn. Die junge Frau machte die Augen auf und schaute ihn traurig an. „Ich… Ich verliere alles was mir wichtig ist… Nicht…“, sie musste husten. „Nicht dich auch noch…“, sie wurde ganz blass. „Du ... wirst mich nicht verlieren! Wir werden uns nicht verlieren...“, meinte der Mann als der Krankenwagen kam. Er hob sie hoch und trug sie behutsam zum Krankenwagen. „Wir werden es schaffen!!! Wir müssen es schaffen! HALT DURCH!!!“, rief er aus. Die junge Frau ließ sich von ihm tragen, aber sie wehrte sich leise: „Lass … mich runter! Ich will das nicht…“ „Nein! Ich habe dich gerade gefunden … ich werde dich nicht mehr gehen lassen! Bitte…“, gab der Mann mit leiser, trauriger Stimme zurück. „Lass…“, brachte die junge Frau hervor und schüttelte den Kopf. „Warum? Ich ... ich muss dir helfen... Ich kann nicht anders... Ich ... will dich nicht verlieren... Ich will dich für immer bei mir behalten…“, sagte der Mann nur. Die junge Frau versuchte aufzustehen und wegzulaufen, fiel dabei jedoch hin. „Bleib hier!“, reif der Mann aus und sprang hinter ihr her aus dem Wagen, er trug sie wieder hinein. „Behandeln Sie sie!“, befahl er einem Sanitäter. Dann beugte er sich zu der jungen Frau hinunter. „Bitte ... warum kannst du es nicht akzeptieren, dass es jemanden gibt der dich so gerne hat? Warum machst du es dir so schwer... Bitte ... ich ... will dir nur helfen… Ich liebe ... dich.“, sagte er nun mit fester Stimme. „Du … kennst mich nicht!“, rief die junge Frau aus. Der Mann gab zurück: „Ich ... ich will dich aber so gern kennen... Bitte ... gewähr mir diese Chance...“ Die Türen des Krankenwagens wurden geschlossen und er fuhr los. „Wir ... wir können ... gemeinsam ... weiterkommen im Leben…“, setzte er hinzu und lächelte sie an, während er vorsichtig ihre Hand in seine nahm. „Ich hoffe … du gibst mir diese Chance...“, flüsterte er, bevor er sich über sie beugte und sie lange küsste. „Und ich hoffe ... dass aus der Chance ein neuer Anfang wird.“, sagte er dann. Die junge Frau legte ihre Arme um seinen Hals. Ja… Wir … zusammen…“, murmelte sie. „Ja … zusammen…“, flüsterte der Mann.