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zu viel Freizeit?

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Gast

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Hallo ihr Lieben,
ich studiere und stehe kurz vor meinem Abschluss, doch am Liebsten würde ich alles hinwerfen. Ich bin irgendwie unzufrieden. Wenn ich mich mit Freunden treffe, empfinde ich das als Pflicht, als ob ich to-do listen abhake. Das verstehe ich selbst nicht. Ich bin ein lebensfroher Mensch, doch mein Privatleben besteht irgenwie nur aus warten. Warten auf den nächsten Arbeitstag, an dem ich endlich was sinnvolles mache. Meine freien Tage scheinen endlos. Es ist verrückt, denn eigentlich müsste ich mich über Freizeit freuen. Hab jetzt noch einen zweiten Nebenjob und hoffe, dass das warten ein Ende nimmt. Ich habe eigentlich viel für die Uni zu tun, doch dafür kann ich mich nicht mehr begeistern. Ich mache fast gar nichts mehr und meine Energie stecke ich in meine Arbeit, sodass ich gar keine Lust und Kraft mehr habe für Freunde und Bekannte. Was ich den ganzen Tag mache? Ich hänge vorm PC rum, esse und träume vor mich hin. Einerseits gefällt mir das, andererseits finde ich es furchtbar so die "Zeit tot zu schlagen". Ich bin doch noch jung und möchte Spass haben.
Was ist nur los mit mir? Habt ihr Ratschläge?

Vielen Dank
 
Ich glaube du hast ein Problem mit dem Abschalten. Ich kenne das. Wenn ich mal wirklich ein paar richtig harte Arbeitstage hatte, dann kann ich nicht loslassen - vor allem wenn ich noch ordentlich was vor der Brust habe.
Dann träume ich vom Job, fange an Planungen anzustellen und fühle mich unwohl, weil ich etwas in mir habe, dass mich vor sich her treibt.
Workaholics geht es sicher genauso.
Ich bin eigentlich eine absolut faule Sau (richtig übel), ich schiebe Arbeiten auf und mache sie häufig auch gar nicht (habe nie Hausaufgaben für die Schule gemacht oder für Klausuren gelernt, obwohl ich wusste, dass es so besser wäre). Aber wenn ich dann mal meinen A**** hochkriege und in die Arbeite eintauche, mutiere ich zum krassen Workaholic. Ich habe meine Facharbeit in der 12. in 3 Tagen geschrieben...bin teilweise Nachts aufgewacht und zum PC gegangen und habe weitergearbeitet...ich habe mir 300 Seiten lange Studien Studien durchgelesen und bin absolut perfektionistisch gewesen. Ich hatte nach der Abgabe auch meine Probleme mich von der Arbeit zu lösen...fühlte mich danach unerfüllt...Entzugserscheinungen also 🙄
War auch viel leistungsfähiger...normalerweise habe ich ziemlich starke Konzentrationsprobleme und bin schlampig, aber in dieser kurzen Phase war es genau umgekehrt.
Auf Dauer macht dich sowas kaputt glaube ich. Es geht um Sinn, wie du schon angemerkt hast. Arbeit kann zur Religion werden.
Und je mehr man arbeitet, desto intensiver muss der Ausgleich sein (Drogen zum Beispiel...ohne Kokain könnte viele Investbanker überhaupt nicht ihr Arbeitspensum bewältigen)
Irgendwann beginnt man dann auch seine Freizeit zu managen, die Spontanität geht flöten, weil man seine Arbeitseinstellung noch hat.
Urlaub hilft generell gut dagegen.

Freizeittechnisch wäre Sport eine gute Sache, die lenkt sehr gut ab.
Könnte mir auch vorstellen, dass Rituale helfen (bei mir ist dann das tägliche Dösen, wenn ich nach Hause komme...danach hab ich abgeschaltet...ich denke mal, da wird der Arbeitstag dann schon teilweise verarbeitet).

Und es ist normal, dass man in der Woche nichts mehr groß unternimmt (außer Fußballabende mit den Jungs). Ansonsten mache ich mache eigentlich nur noch am Wochende was. Geht meinen Freunden aber genauso.

Edit: Uni geht vor. Verschwende deine Energie nicht für Nebenjobs.
 

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