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zu verkopft, send help

  • Starter*in Starter*in therealsimone
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therealsimone

Gast
hi community,

ich bin total verkopft, muss bestimmte dinge bis zu monate vorher planen. allgemein bin ich sehr organisiert, habe überall ordner und listen um den überblick zu behalten. kontrolle abgeben und dinge einfach ihrem lauf überlassen fällt mir ehrlich schwer. ich bin grad mal anfang zwanzig und will nicht in eine zwangstörung abdriften... könnt ihr mir tipps geben, wie ich das leben ein bisschen lockerer nehmen kann? wie handhabt ihr es wenn ihr euch dabei ertappt zu verkopft zu sein?

eine therapie möchte ich deshalb nicht, ich habe zb nicht zwangsgedanken im sinne von den ofen 5 mal überprüfen ob er aus ist oder sowas...mir gehts eher darum, dass ich versuche alles richtig zu machen, so dass mir nichts in die quere kommen kann, aber ich kann halt nicht alles kontrollieren, ich weiss auch, dass das nicht in meiner macht steht. aber wie gehe ich am besten damit um?
 
Woher kommt das Deiner Meinung nach? Es klingt als hättest Du ein sehr großes Sicherheitsbedürfnis, als hättest Du Angst vor dem Unbekannten.

Es klingt ein bisschen diffus, was Du schreibst, könntest Du etwas konkreter beschreiben, was Du genau möchtest?

Ordnung und Organisation ist ja erstmal ziemlich gut und hilfreich. Was Du machen könntest, um lockerer zu werden?

Vielleicht mal mit kleinen Dingen anfangen:
Feste Abläufe in deinem Leben etwas varieren, einen anderen Weg nachhause fahren, woanders einkaufen gehen.
Jemanden kontaktieren, den Du lange nicht kontaktiert hast
Was Unbekanntes tun, was Du noch nie gemacht hast: eine Veranstaltung besuchen, einen Kursus machen. Alleine ins Kino gehen. Was Unbekanntes kochen.

Überlegen, was Du genau wie machst und was Du gerne anderes machen würdest.

Tagebuch schreiben
Sich regelmäßig Massagen geben lassen
Einen Yogakurs besuchen
Einen Mediationskurs besuchen
Im Tierheim aushelfen
Sich ein Tier kaufen, falls Du keins hast

Öfter in die Natur gehen und einfach im Park oder im Wald mal auf einer Bank sitzen

Dich beobachten, wenn Du zwanghaft etwas machen möchtest und versuchen, es zu unterlassen. Zu überlegen, was das auslöst.
 
Hallo Simon,
ich kenne diese Muster selbst von mir. Ich habe auch ein sehr großes Bedürfnis nach Kontrolle und auch Sicherheit. Für mich müssen Dinge erledigt, abgeschlossen sein und alles ungeplante, unvorhergrsehene, überraschende wirft mich völlig aus der Bahn. In der Therapie lernte ich, mich diesen Mustern zu stellen (auch wenn es noch nicht sonderlich klappt).
Geholfen hat mir, mir Stopp zu sagen, wenn ich wieder in einen Kontrollwahn rutsche und mir dann die Konsequenzen bewusst zu machen, die es hätte, wenn ich Dinge nicht erledigt habe, Dinge nicht abgeschlossen bleiben. Bei mir hängt dieses Muster viel mit Vergangenem zusammen. Ich fürchte oft negative Konsequenzen. Aber wenn ich mir die Situation und die Konsequenzen dann tatsächlich aufgerufen habe, erkenne recht oft, dass es gar nicht so schlimm ist und kann dann auch Dinge ruhen lassen oder unsortiert oder unerledigt. Es ist ein Sammeln an Erfahrungen und ein Überschreiben alter Ängste. Mir hat es sehr geholfen, mir im Alltag diese Dinge bewusster zu machen. Ob es für dich ein Weg sein könnte, müsstest du ausprobieren.
Es ist gut, dass du dies für dich erkannt hast.

Alles Gute dir.
 

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