L
Lutz
Gast
Hallo,
ich muss die Erlebnisse der heutigen Nacht einfach jemanden mitteilen ... es wird zwar ständig Zivilcourage eingefordert und davon geredet, aber wie das konkret aussehen soll, davon spricht meist niemand.
Jedenfalls war ich nach einer langen durchtanzten Nacht und nach einigen Bier zuviel auf dem Heimweg. An einer Haltestelle sah ich einen Mann eine Frau übel & anzüglich beschimpfen, vermutete erst, sie gehören zusammen. Als ich ihn im Vorbeigehen mit einem bösen Blick strafte, drohte er mir Prügel an und setzte mir einige Meter nach - ich ging erstmal weiter - auch unter dem Eindruck, dass er ein ganzes Stück kräftiger war als ich mich einschätze, und weil in einigen Metern Entfernung zwei junge Frauen saßen, die das Ganze scheinbar ignorierten - was mich zu der Annahme (oder dem Wunschdenken) verleitete, das es sich um etwas handelte, in das man sich besser nicht einmischte.
Zumindest gab er erstmal Ruhe ... als ich weiterging, kamen bittere & demütigende Erinnerungen hoch, wie ich in meiner Jugend von Skins verprügelt wurde ... unter den Augen zahlreicher Passanten, von denen zwar einige die Polizei riefen, aber niemand sich traute einzuschreiten, weder physisch noch verbal.
Ich blieb in einiger Entfernung stehen, und sah wie die Frau sich langsam von ihm wegbewegte, ihr Telefon ans Ohr gepresst - danach ging alles sehr schnell und ich kann mich auch nicht mehr genau erinnern wie das eine zum anderen kam: Er stellte ihr wieder nach, plötzlich warf er sie zu Boden und auf sie, sie schien wie gelähmt und brachte keinen Laut hervor - ich glaube nicht das er mich bemerkte - ich rannte hin und brüllte ihn an, worauf er von ihr abließ und sich mir 'widmete'. Was hieß, dass er sich vor mir aufbaute und wild Drohungen ausstieß, worauf ich langsam zurückwich und mich darauf einstellte, Schläge zu kassieren. Irgendwie redete ich dabei auf ihn ein - was wohl nichts brachte - er setzte mir nach und aus irgendeinem Grund blieben die Schläge aus, dafür fuhr er mit seinen Drohungen fort ...
Ich weiß nicht mehr was in diesen Momenten in meinem Kopf vorging - aber es muss eine Art pragmatischer Selbsterhaltungstrieb und Angst gewesen sein, der mich wegrennen ließ als ich mir sagte, dass die Zeit für sie gereicht haben muss, wegzulaufen.
Zu Hause angekommen saß ich lange Zeit wie gelähmt, es blieb nur noch dumpfe Benommenheit und endlose Beschämung darüber, einfach weggelaufen zu sein, ohne überhaupt einen Schlag eingesteckt zu haben. Auch das die Frau sich in Sicherheit bringen konnte, ist da kein Trost, da ich mich nichteinmal mehr selbst davon überzeugt habe.
Wie verhält man sich in so einer Situation richtig?
ich muss die Erlebnisse der heutigen Nacht einfach jemanden mitteilen ... es wird zwar ständig Zivilcourage eingefordert und davon geredet, aber wie das konkret aussehen soll, davon spricht meist niemand.
Jedenfalls war ich nach einer langen durchtanzten Nacht und nach einigen Bier zuviel auf dem Heimweg. An einer Haltestelle sah ich einen Mann eine Frau übel & anzüglich beschimpfen, vermutete erst, sie gehören zusammen. Als ich ihn im Vorbeigehen mit einem bösen Blick strafte, drohte er mir Prügel an und setzte mir einige Meter nach - ich ging erstmal weiter - auch unter dem Eindruck, dass er ein ganzes Stück kräftiger war als ich mich einschätze, und weil in einigen Metern Entfernung zwei junge Frauen saßen, die das Ganze scheinbar ignorierten - was mich zu der Annahme (oder dem Wunschdenken) verleitete, das es sich um etwas handelte, in das man sich besser nicht einmischte.
Zumindest gab er erstmal Ruhe ... als ich weiterging, kamen bittere & demütigende Erinnerungen hoch, wie ich in meiner Jugend von Skins verprügelt wurde ... unter den Augen zahlreicher Passanten, von denen zwar einige die Polizei riefen, aber niemand sich traute einzuschreiten, weder physisch noch verbal.
Ich blieb in einiger Entfernung stehen, und sah wie die Frau sich langsam von ihm wegbewegte, ihr Telefon ans Ohr gepresst - danach ging alles sehr schnell und ich kann mich auch nicht mehr genau erinnern wie das eine zum anderen kam: Er stellte ihr wieder nach, plötzlich warf er sie zu Boden und auf sie, sie schien wie gelähmt und brachte keinen Laut hervor - ich glaube nicht das er mich bemerkte - ich rannte hin und brüllte ihn an, worauf er von ihr abließ und sich mir 'widmete'. Was hieß, dass er sich vor mir aufbaute und wild Drohungen ausstieß, worauf ich langsam zurückwich und mich darauf einstellte, Schläge zu kassieren. Irgendwie redete ich dabei auf ihn ein - was wohl nichts brachte - er setzte mir nach und aus irgendeinem Grund blieben die Schläge aus, dafür fuhr er mit seinen Drohungen fort ...
Ich weiß nicht mehr was in diesen Momenten in meinem Kopf vorging - aber es muss eine Art pragmatischer Selbsterhaltungstrieb und Angst gewesen sein, der mich wegrennen ließ als ich mir sagte, dass die Zeit für sie gereicht haben muss, wegzulaufen.
Zu Hause angekommen saß ich lange Zeit wie gelähmt, es blieb nur noch dumpfe Benommenheit und endlose Beschämung darüber, einfach weggelaufen zu sein, ohne überhaupt einen Schlag eingesteckt zu haben. Auch das die Frau sich in Sicherheit bringen konnte, ist da kein Trost, da ich mich nichteinmal mehr selbst davon überzeugt habe.
Wie verhält man sich in so einer Situation richtig?