Sich selbst neu interpretieren
Bleibt die Vergangenheit ungeheilt, so wird sie unser Leben zerstören. Sie begräbt unsere einzigartigen Gaben, unsere Kreativität und unsere Talente unter sich. Wenn diese Teile von uns nicht zum Zuge kommen, dann stagnieren sie in uns: Wir benutzen sie gegen die Welt, anstatt in Harmonie mit ihr. Wir glauben, wir seinen wütend auf die Welt, wir müssten die Welt ändern und würden unsere Träume verwirklichen, wenn nur die Welt anders wäre. Aber wir sind es, die sich verändern müssen. Wir sind böse auf uns selbst, weil wir nicht beharrlich sind, weil wir die guten Kräfte in uns nicht ehren und wir uns und nicht die Erlaubnis geben, uns so zum Ausdruck zu bringen, wie wir es ersehnen. Wir glauben, wir grollen unseren Eltern, dass sie uns in frühen Jahren unterdrückt haben. In Wirklichkeit grollen wir uns selbst, weil wir dies Unterdrückung immer noch fortsetzen. Es ist, als hätte uns jemand vor langer Zeit in einen Käfig gesperrt, und obwohl der Käfig schon seit vielen Jahren offen ist, kämpfen wir gegen seine imaginären Wände. Der Käfig besteht aus unseren selbstauferlegten Begrenzungen, unseren Selbstzweifeln und unserer Angst. Uns wurde beigebracht, dass es harte Arbeit sei, unsere Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben vielleicht nicht verstanden, dass es noch schwieriger ist, Tag für Tag in dem Wissen zu leben, dass wir es erst gar nicht versuchen. Unsere Sehnsucht, die der Schlüssel zur Erfüllung unseres ganzen Potentials ist, erlischt. Stille Verzweiflung baut sich langsam in uns auf, die sich in unserem Körper als Krankheit und in der Psyche, als Wut niederschlägt. Wenn wir nicht bereit sind, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, dann schleppen wir unsere Verzweiflung und Wut einfach mit in die Zukunft. Die Kraft, die Vergangenheit klar anzusehen und die Aspekte zu sich zurückzuholen, die sie weggegeben haben, liegt in Ihnen.
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Die Kraft, die sie brauchen, ist da, aber sie steht ihnen nur zur Verfügung, wenn ihre Sehnsucht nach Veränderung größer ist als ihre Neigung, alles beim alten zu lassen. Es ist immer leichter, anderen für den Zustand ihres Lebens die Schuld zu geben. Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, dann verlieren wir auch den Kontakt mit unserer Göttlichkeit. Weil wir uns selbst nicht vertrauen, meinen wir, wir könnten auch anderen Leuten nicht vertrauen. Bei manchen Menschen ist der Schmerz der Vergangenheit so groß, dass sie glauben, sie könnten nur damit fertig werden, wenn sie andere dafür anklagen oder ihn verdrängen. Sie müssen die Vergangenheit liebevoll annehmen, wenn sie die Gegenwart verändern wollen. Wollen sie ihre Träume und Sehnsüchte verwirklichen, dann müssen sie die Verantwortung für alles übernehmen, was sich in ihrem Leben ereignet.
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Debbie Ford ~ Schattenarbeit