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ziemlich am Ende - keine Lebensfreude mehr

viel

Mitglied
Hallo Ihr
Ich bin ziemlich am Ende. Ich bin 57 Jahre alt. Ich habe vor 6 Jahren meine 26-jährige Ehe verloren und ein Jahr danach meinen 33-jährigen Job an derselben Anstellung. Ich wurde mit 51 mitten aus dem Leben gerissen. Es hat mir den Boden unter den Füssen weggerissen. Dann hatte ich ein Jahr nach der Scheidung eine 2-jährige Beziehung, welcher Mann mich dann verlassen hat, da ich aufgrund der Ereignisse dann depressiv wurde und in eine Klinik musste. Mein damaliger Freund hat mich in der Klinik vor dem Pfleger/Psychologin verlassen, da er zu feige war, mir dies selbst zu sagen (ich war die Wochenenden immer zuhause und wir waren zusammen und er hätte Gelegenheit genug gehabt, mit mir persönlich die Beziehung zu beenden). Ich bin nun seit 4 Jahren arbeitslos. Ich hatte vor 2 Monaten eine Anstellung und wurde von einer Arbeitskollegin, die mich hätte einarbeiten müssen, auf's Schlimmste hinausgemobbt. Ich denke oft, was habe ich im Leben verbrochen, dass es mich nun so schlimm trifft in jedem Belang. Ich habe auch finanzielle Probleme und bin auch nicht gesund, da ich seit diesem Mobbing vor 2 Monaten und vorlauter Einsamkeit und Arbeitslosigkeit wieder an der Schwelle einer Depression stehe, bzw. wieder bin. Ich bin antriebslos, ohne Lebensfreude und Perspektive mehr. Ich bin voller Selbstmitleid, welches man auch haben darf, wenn seit 6 Jahren alles zusammengebrochen und seither einfach nichts mehr weitergeht, keinen kleinen Schritt. Ich weiss seit der letzten Depression, "unter die Leute gehen" "Medikamente nehmen" "Sport treiben" "eine Tagesstruktur einrichten" etc. Aber ich bin ohne Antrieb und Freude! Medikamente will ich keinesfall mehr nehmen und in eine Klinik auch nicht! Bei einer Psychiaterin war ich in Behandlung, was ich abgebrochen habe, da ich seit 4 Jahren auch mit psychologischer Begleitung keinen Schritt weiterkomme. Da ist guter Rat teuer! Aber vielleicht hat jemand doch einen, welchen ich noch nicht ausprobiert habe oder ist in einer ähnlichen Situation. Vielen lieben Dank für's Zuhören/lesen!
 
Hallo,
würdest du denn noch mal die Kraft aufbringen wollen,eine neue Arbeitsstelle aufzunehmen?Oder könntest du dir vorstellen vorzeitig in Rente zu gehen?Vielleicht einen Minijob aufnehmen,der dich erfüllt und dir zusätzlich Tagesstruktur verleiht?Etwas,was du schon immer mal machen wolltest und was mit einer Rente im Hintergrund vielleicht realisierbar wäre?


Danke für deine Antwort. Dies mache ich seit 4 Jahren. Bewerbungen noch und nöcher. Es ist schwierig, mit 57 noch eine Anstellung zu bekommen. Dies ist ein saublödes Alter. Niemand will einem mehr und in Frührente zu gehen, ist bei uns mit 57 noch nicht möglich. So lebe ich vom Sozialdienst. Das Gefühl, nutzlos geworden zu sein, ist schlimm. Ich hatte vor 2 Monaten eine Anstellung bekommen und wurde von einer Angestellten hinausgemobbt, weil ich ihr altersmässig und weiss Gott was nicht alles nicht in den Kram passte. Das Selbstwertgefühl sinkt mehr und mehr. Ich überlege grad, was ich immer schon machen wollte. Das ist grad schwierig. Ich denke, wenn man so lange verheiratet war und so lange im selben Betrieb wird man festgefahren. Es ist wie eine Neugeburt. So fühle ich mich. Nur ist die Orientierung schwierige, denn man wird nicht beschützt und behütet und geleitet von Eltern. Das grosse Glück ist mein kleiner Chihuahua, für den Verantwortung tragen muss/will und mir ein kleines Gefühl des Gebrauchtwerdens gibt. Ich glaube, dies ist es, wieder an kleinen Dingen sich zu freuen zu begnügen. Er hilft mir vielleicht aus meiner derzeitigen Depression.
 
vielleicht gelingt es dir den Gedanken umzukehren und als Chance zu sehen die Zeit die du jetzt ohne Arbeit hast zu genießen mit deinem Hund.Bewerbungen kannst du ja weiterhin rausschicken,nur unter dem Gedanken Just for Fun und wenn sich doch jemand meldet wäre die Freude um so größer oder?Ist es nicht auch eine Chance,jetzt wo du nicht mehr verheiratet bist,dass du all die Dinge machen kannst,die sonst untergegangen wären?Nur an sich zu denken und die Welt für sich neu zu entdecken.


Ja, wenn ich jetzt nicht vom Sozialamt abhängig wäre, könnte ich evtl. geniessen. Aber man bekommt nur 2 Jahre Arbeitslosengeld und dann lebt man von Sozialhilfe und soweit bin ich jetzt nach 4 Jahren Arbeitslosigkeit. Dies ist alles andere als lustig. Man kommt gerade so knapp über die Runden und ich gar nicht, da ich eine Hypothek abzuzahlen habe und meine beiden Jungs noch bei mir leben. Keine Arbeitsstruktur zu haben ist das eine, finanziell nicht über die Runden zu kommen noch schlimmer. Aber vielen Dank für deinen Tipp. Der ist zu Überdenken. Du hast sicherlich recht, denn ich habe immer zu 100 % gearbeitet und vieles kam zu kurz. Vielen Dank für deine Worte, die wirklich Hand und Fuss haben, wenn man es von dieser Seite her betrachtet, ist es so.
 
Hallo, ich möchte Dir ein Ehrenamt vorschlagen. Da bekommst Du zwar keinen Lohn, höchstens eine Aufwandsentschädigung. Aber Du kommst unter Leute, hast einen geregelten Tagesablauf und erhälst auch wieder Anerkennung (hoffe ich). Manchmal knüpfen sich neue Kontakte unter den absonderlichsten Umständen und wer weiß, vlt. ist ja auch für Dich noch mal ein "Glückstreffer" dabei. -- Viele Grüße
 
Ich frage mich auch manchmal was ich machen würde, wenn mir das Leben dermaßen Stöcke zwischen die Beine schmeissen würde wie dir. Ich denke dann immer ans Auswandern. Deutschland ist ein schönes Land um gesellschaftlich strukturiert darin zu leben. Wenn die Struktur aber wegfällt, ist Deutschland ehe Mittelfeld. In den Vereinigten Arabischen Emiraten leben qualifizierte Deutsche die hierzulande keinen Job finden wie Könige. Zwar ist das Land politisch und menschenrechtlich nicht so toll, aber das betrifft eher die pakistanischen und indischen Gastarbeiter. Man muss schließlich selbst schauen wo man bleibt.

Danach fällt mir Malaysia, Thailand und Mosambik ein. Das sind alles recht junge Tigerstaaten, in denen man mit dem was man kann mit offnen Armen aufgenommen wird. Nicht zu empfehlen sind die Alt-Industriestaaten und die ehemaligen Tigerstaaten (Singapur, Taiwan usw), dort pendeln sich allmählich die gleichen verkrusteten Zustände wie in Deutschland ein. (z.b. man muss einen perfekten Lebenslauf haben, 50 Bewerber auf einen Job usw).

Ich glaube sowieso, dass das einzige was die Leute davon abhält sofort in diese Staaten zu gehen ist die ständige negativ-Berichterstattung über Länder in Asien und Afrika. Dadurch haben wir ständig dieses Bild von Hunger, Kriminalität und Elend dort.
 

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