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Wozu?

Covfefe

Mitglied
Ich bin in der Mitte meines Lebens angekommen, habe bisher viel gekämpft, ein paar Dinge erreicht.

Aber ich merke, wie ich immer mehr den Lebenswunsch verliere. Ich frage mich immer wieder, wozu noch kämpfen? Die momentane Kriegssituation gibt mir irgendwie gerade den Rest. Wozu noch kämpfen, wenn dann irgend ein beschissenes A******* kommt und die Welt in Brand setzt, gerade, wenn ich vielleicht ein bisschen davon habe, daß ich bisher nicht aufgegeben habe?
Meinem Mann kann ich das alles so nicht sagen, er wird es nicht verstehen, er meint ich bin übertrieben ängstlich. Aber es geht gar nicht um Angst, sondern viel mehr darum, daß ich dad Gefühl habe, es ist alles so sinnlos.
Ich frage mich warum ich mir Mühe geben sollte diesem Leben etwas abzuringen und das auch noch schön zu finden, wenn es alles vergebens ist.
Es ist verlockend einfach, (sich) aufzugeben und seit Jahren rückt der Gedanke, dem allen ein Ende zu machen wieder in Sichtweite.
Wie geht man mit solchen Gedanken um? Das sind keine Selbstmordpläne, vielmehr die Suche nach einem Grund, nicht darüber nachzudenken.
Kann das jemand von euch verstehen? Ich hoffe, ihr verurteilt mich nicht dafür.
 

Hallo Covfefe,

schau mal hier: Wozu?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ich finde den Gedanken im Leben etwas erreichen zu müssen ist eine zweischneidige Sache. Und dafür kämpfen sollte man schon gar nicht.

Stell dir vor, morgen gerät die Welt in Brand. Und dann passiert es doch nicht. Weil du dir dann einen Tag sorgen gemacht hast und in eine Art Starre verfallen bist, hast du einen Tag deines Lebens verschwendet. Denn an Tagen wie diesen kann man unmöglich glücklich sein. Reihen sich mehrerer dieser Tage aneinander, dann wird es immer schwerer dich aus der Situation zu befreien.

Du kannst was gestern war nicht mehr ändern und was morgen kommt weiß keiner von uns.

Du kannst jedoch und solltest versuchen heute glücklich zu sein und das Leben zu genießen. Einen Tag nach dem Anderen.

Und ja, ich kann dich verstehen, da ich in einer ähnlichen Situation wie du war. Und ich brachte mehr als zwei Jahre und drei Therapeuten um zu lernen, mich selbst zu finden und meine Depression hinter mir zu lassen.
 
Hallo C.,

ich kann sehr gut nachvollziehen, dass jüngste politische Ereignisse dich in eine depressive Stimmung versetzt haben. Aber ich finde deine Reaktion ziemlich positiv!
Sicherlich hat dich die Nachricht gleich in deine negative Denkspirale gedrückt. Aber eigentlich hast du darum gebetet, dass dieser Herr dir nicht das Weg nimmt, was du erreicht hast und wofür du lebst. Du hast dir vorgestellt was wäre, wenn Krieg dir dein Leben nehmen würde und du hast gemerkt, dass das Leben lebenswert ist. Dass du es nicht hergebe möchte, dass du darum weinen würdest und dass du es schätzt. Ich finde deine Reaktion zeigt, dass deine jüngste Vergangenheit dich im Leben halten kann und dass du noch mehr an deinem Leben arbeiten möchtest, damit es sich noch mehr lohnt das Leben.
Das ist es, was ich aus deinen Worten heraus lese.

Ich kämpfe auch nicht. So gut es geht nicht.
Ich will und wenn es nicht geht, dann warte ich so lange bis es einfacher geht.
Wenn ich kämpfen muss, dann ist es zu schwer für mich.
Man kann ein paar Jahre kämpfen, aber irgendwann begreift man, dass man so leben muss, wie man kann und wie es geht. Sonst macht man schlapp.

lg t
 
Wozu noch kämpfen, wenn dann irgend ein beschissenes A******* kommt und die Welt in Brand setzt, gerade, wenn ich vielleicht ein bisschen davon habe, daß ich bisher nicht aufgegeben habe?
Was KONKRET hat die Situation in der Ukraine aktuell mit deinem Leben zu tun? Wenn du die Medien und die Schwätzer meidest exakt NICHTS.
Es ist verlockend einfach, (sich) aufzugeben und seit Jahren rückt der Gedanke, dem allen ein Ende zu machen wieder in Sichtweite.
Findest du es verlockend, die Sonne nicht mehr rosa-orange aufgehen zu sehen? Oder den Vögeln zuzuhören? Oder mit einem geliebten Menschen einzukuscheln? Oder einen Christstollen zu verputzen? Oder schöne Musik zu genießen?
Dann solltest du einen Facharzt aufsuchen und dir etwas verschreiben lassen.
Und die graue Brille absetzen.
 
Hallo liebe Covfefe

Ich fände es sehr schade, wenn mein derzeitiger Luxus genommen wäre. Aber falls, dann sage ich mir, zumindestens gabs noch Luxus pur, bevor der weg war und bis dahin genieße ich den noch.
Vorm Fenster ist mein Garten, den habe ich mir über die Jahre ausgebaut zu einem stillen, geheimen Wunderort, mit leisem Plätschern, einem Schwimm-tauglichem Biotop und allem drum und dran. Niemand kann mich daran hindern, diesen auch heuer wieder voll auszukosten. Tja und einen Kameraden habe ich auch, der wird beknutscht und betutelt weiter, so wie auch meine Freunde und Verwandten samt Enkelchen. Mein heutiger Tag ist dem Frühjahrsputz gewidment, wie der gestrige ebenso. Nur noch ein paar "Meter" und die Winterspuren sind beseitigt, auf das Ergebnis freue ich mich schon. Ebenso drauf, wenn meine Freundinnen wieder auftauchen mit Pizza im Kofferraum, das machen wir regelmässig, wir gehen von diesem Brauch nicht weg, egal, wie lang die Welt besteht, hier wird nicht dran gedreht- auch nicht am täglichen Usus, mir ein Frühstück zu bereiten, etwas für Mittag zu kochen und bis zum Abend das alles zu machen, was man halt so macht..

Ich wünsche dir ein gutes Zurechtkommen DIESES Tages, der dir gerade auf den Gabentisch gelegt wurde. Er wird dir viele Geschenke bringen, wenn du richtig hinschaust. Mehr, als du tragen kannst. Morgen wieder und übermorgen, so Gott will auch noch. Selbst, wenn nichts mehr nachkommt an Tagen, es hat sich gelohnt für mich, sie anzunehmen bis jetzt.
Bei dir wird es auch so sein. Musst nur richtig hinschauen.
 
Was KONKRET hat die Situation in der Ukraine aktuell mit deinem Leben zu tun? Wenn du die Medien und die Schwätzer meidest exakt NICHTS.

Findest du es verlockend, die Sonne nicht mehr rosa-orange aufgehen zu sehen? Oder den Vögeln zuzuhören? Oder mit einem geliebten Menschen einzukuscheln? Oder einen Christstollen zu verputzen? Oder schöne Musik zu genießen?
Dann solltest du einen Facharzt aufsuchen und dir etwas verschreiben lassen.
Und die graue Brille absetzen.
Hallo Schroti,

die Situation in der Ukraine hat insofern etwas mit meinem Leben zu tun, dass ich traurig bin über das, was dort unnötigerweise geschieht, dass dort Kinder, Frauen, Männer sterben, weil der Mensch es einfach nicht schafft, friedlich zu sein.
Und da ich mit Menschen lebe, wird diese Bedrohung nie vergehen.

Und ja, momentan ist mir die aufgehende Sonne egal, die Vögel, Musik. Das alles macht mein Denken und Fühlen nicht besser. Ich habe einige Diagnosen und bin auch in Behandlung, danke für den Tipp. Und ich glaube, meine Brille ist nicht grau, sondern die reale Welt ist es. Die Vögel werden auch über Kinderleichen singen, und Blumen auf Gräbern blühen.
 
Hallo liebe Covfefe

Ich fände es sehr schade, wenn mein derzeitiger Luxus genommen wäre. Aber falls, dann sage ich mir, zumindestens gabs noch Luxus pur, bevor der weg war und bis dahin genieße ich den noch.
Vorm Fenster ist mein Garten, den habe ich mir über die Jahre ausgebaut zu einem stillen, geheimen Wunderort, mit leisem Plätschern, einem Schwimm-tauglichem Biotop und allem drum und dran. Niemand kann mich daran hindern, diesen auch heuer wieder voll auszukosten. Tja und einen Kameraden habe ich auch, der wird beknutscht und betutelt weiter, so wie auch meine Freunde und Verwandten samt Enkelchen. Mein heutiger Tag ist dem Frühjahrsputz gewidment, wie der gestrige ebenso. Nur noch ein paar "Meter" und die Winterspuren sind beseitigt, auf das Ergebnis freue ich mich schon. Ebenso drauf, wenn meine Freundinnen wieder auftauchen mit Pizza im Kofferraum, das machen wir regelmässig, wir gehen von diesem Brauch nicht weg, egal, wie lang die Welt besteht, hier wird nicht dran gedreht- auch nicht am täglichen Usus, mir ein Frühstück zu bereiten, etwas für Mittag zu kochen und bis zum Abend das alles zu machen, was man halt so macht..

Ich wünsche dir ein gutes Zurechtkommen DIESES Tages, der dir gerade auf den Gabentisch gelegt wurde. Er wird dir viele Geschenke bringen, wenn du richtig hinschaust. Mehr, als du tragen kannst. Morgen wieder und übermorgen, so Gott will auch noch. Selbst, wenn nichts mehr nachkommt an Tagen, es hat sich gelohnt für mich, sie anzunehmen bis jetzt.
Bei dir wird es auch so sein. Musst nur richtig hinschauen.
Hallo Hollunderzweig,

vielen Dank für den Einblick in Dein Leben 🙂. Es ist sehr schön, dass Du das alles genießen kannst, das meine ich ganz ehrlich.
Ich habe auch viele schöne Dinge, viele liebe Menschen um mich rum, eine sinnstuftende, wertvolle Arbeit, der ich nachgehe.
Aber das alles bedeutet mir nichts zur Zeit. Über Nacht, es kostet nur ein Fingerschnipsen, kann das alles ausgelöscht werden, mir genommen werden. Wozu also kämpfen? Ich bin einfach nur müde.
 
Hallo Hollunderzweig,

vielen Dank für den Einblick in Dein Leben 🙂. Es ist sehr schön, dass Du das alles genießen kannst, das meine ich ganz ehrlich.
Ich habe auch viele schöne Dinge, viele liebe Menschen um mich rum, eine sinnstuftende, wertvolle Arbeit, der ich nachgehe.
Aber das alles bedeutet mir nichts zur Zeit. Über Nacht, es kostet nur ein Fingerschnipsen, kann das alles ausgelöscht werden, mir genommen werden. Wozu also kämpfen? Ich bin einfach nur müde.

Ja es ist wirklich so- mit einem Fingerschnipsen ist man heraus. So geht es mir auch immer wieder.
Wie wenn ich in zwei unterschiedlichen Realitäten leben würde.
Wenn ich mit guter Laune und Zuversicht "angezogen bin" kann alles so leicht sein, so bewältigbar, so locker erreichbar, es funktioniert dann einfach alles bestens, auch zehn Kilometer in einem durchmaschieren und tagsdrauf natürlich wieder, oder mit einem Projekt unermüdlich beschäftigt sein, voll davon überzeugt, dass es gelingen wird...was auch der Fall wäre, würde man auf dieser Ebene bleiben können und diese halten, beibehalten können.
Das kann ich manchmal ganz und gar nicht. Dann schleppe ich mich über gefühlte Berge, es ist, als ob ich mit größter Anstrengung selbst kleinste Aufgaben nicht zu schaffen scheine, ich will dann niemanden sehen, besonders reden fällt mir schwer, noch dazu, falls ich rede, dann rede ich mich in noch ärgere Befindlichkeiten hinein, ich bin dann der totale Versager, trau mich nichts, schon gar nicht daran denken, dass ich je all das Angefangene brauchen kann, es ist doch sinnlos, keiner will das, was ich da herstelle ständig und zehn Jahre Vorarbeit sind dem Erdboden gleichgemacht- ich will nicht mehr..
So ist es, wenn man auf der anderen Ebene wandelt, die ist so.
Nachdem ich aber nicht nur dieses eine Auge habe, das alles SO sieht, vertraue ich immer wieder darauf, dass sich baldmöglichst das andere Auge wieder öffnet, das alles wieder umkehrt und wo ich eben ganz anders fühle, mich ganz anders benehme, in einer ganz anderen Haltung wieder bin und eben anders hinschau.
Ich habe mir viele Anker aufgestellt. Bilder, wo ich verliebt mit meinem Lebensgefährten und überaus glücklich bin, Bilder meiner geliebten Enkel und Kinderschar, Bilder von meiner wirklich guten Freunde, solche hängen herum, ebenso stehen meine "Trophäen" herum, die beweisen, dass ich sehr wohl Grund habe, an meine Werke zu glauben, denn meine Erfolge lassen sich nicht leugnen.
Ich konnte mal bei einer Ausstellung innerhalb von nur zwei Tagen 33 Bilder verkaufen, alle, die ich mitgebracht habe- obwohl, bis dato dachte ich auch, wer will die schon...dann meinte ich wieder andersrum- ich fantasierte von Siegeszügen und so wechselt das- je nach Kraft und Laune.
 
Liebe Covfefe, mir scheint, das ist nicht nur bei uns so- wir können alles umdrehen ins Verkehrte.

Wenn mir auffällt, dass ich wieder Tonnen ziehe ( vermeintlich), das geht oft schleichend, ohne dass mir das sofort auffällt, gerate ich da hinein in diesen Modus, dann besinne ich mich. Hoppla, ich trifte nach unten, ich muss gegensteuern- was dann auch gelingt, darin bin ich geübt. Ich brauch mich nur dafür anders benehmen- statt schlurfen wieder normal gehen zB, oder statt Mundwinkel nach unten, den Mann bissi in die Schulter beißen und ihn abknutschen, oder statt sitzen und in dieses Narrenkästchen sehen, aufstehen und irgendwas Nützliches machen, etwas das die Welt besser macht- wie zum Beispiel über meine Augenringe beige Deckfarbe legen- oder das Schwarze unter den Fingernägeln wegschrubben, oder Mist wegräumen, oder unter der Spüle trockenpolieren etc etc.....ich kann mich so was von gehen lassen, aber so was von durchhängen, das ist echt arg- ich kann dermaßen mies denken, furchtbar flennen und sauer sein, unvorstellbar träge sein, ich kann total tief gehen und müde sein und richtig sinnlos herumstochern in der Luft, ich kann auch anders sein und wenn du mich fragst, irgendwie tut mir das gut, von Zeit zu Zeit unmöglich zu sein- das ist wie zurückgehen in den Nullmodus. Also, nicht immer steuere ich dagegen, manchmal kann ich gut brauchen, auch so zu sein. Das ist, wie wenn man seine Energie abschaltet. Ich glaube, das hat auch seinen Sinn. Mit voller Fahrt voraus, ohne solche Pausen, ob das gesund ist?? Wir wären nie depressiv, wenn das nicht auch gut wäre. Da hat man finster, seine Ruhe, ist im Rückzug. Schade wäre es aber, wenn dieser sich nicht mehr mit einem Fingerschnipsen ändern lassen würde- daher übe ich das immer wieder, damit ich flexibel bleibe.
Erzähle mal, was betreibst du mit deinem Team?
 
Liebe Covfefe, mir scheint, das ist nicht nur bei uns so- wir können alles umdrehen ins Verkehrte.

Wenn mir auffällt, dass ich wieder Tonnen ziehe ( vermeintlich), das geht oft schleichend, ohne dass mir das sofort auffällt, gerate ich da hinein in diesen Modus, dann besinne ich mich. Hoppla, ich trifte nach unten, ich muss gegensteuern- was dann auch gelingt, darin bin ich geübt. Ich brauch mich nur dafür anders benehmen- statt schlurfen wieder normal gehen zB, oder statt Mundwinkel nach unten, den Mann bissi in die Schulter beißen und ihn abknutschen, oder statt sitzen und in dieses Narrenkästchen sehen, aufstehen und irgendwas Nützliches machen, etwas das die Welt besser macht- wie zum Beispiel über meine Augenringe beige Deckfarbe legen- oder das Schwarze unter den Fingernägeln wegschrubben, oder Mist wegräumen, oder unter der Spüle trockenpolieren etc etc.....ich kann mich so was von gehen lassen, aber so was von durchhängen, das ist echt arg- ich kann dermaßen mies denken, furchtbar flennen und sauer sein, unvorstellbar träge sein, ich kann total tief gehen und müde sein und richtig sinnlos herumstochern in der Luft, ich kann auch anders sein und wenn du mich fragst, irgendwie tut mir das gut, von Zeit zu Zeit unmöglich zu sein- das ist wie zurückgehen in den Nullmodus. Also, nicht immer steuere ich dagegen, manchmal kann ich gut brauchen, auch so zu sein. Das ist, wie wenn man seine Energie abschaltet. Ich glaube, das hat auch seinen Sinn. Mit voller Fahrt voraus, ohne solche Pausen, ob das gesund ist?? Wir wären nie depressiv, wenn das nicht auch gut wäre. Da hat man finster, seine Ruhe, ist im Rückzug. Schade wäre es aber, wenn dieser sich nicht mehr mit einem Fingerschnipsen ändern lassen würde- daher übe ich das immer wieder, damit ich flexibel bleibe.
Erzähle mal, was betreibst du mit deinem Team?
Hallo Hollunderzweig,

tatsächlich versuche ich gerade nur, irgendwie durch den Tag zu kommen, benutze meine Pflichten als Anker.
Mir geht es nicht gut, aber das versuche ich für mich zu behalten, meine Familie hat dafür nicht viel Verständnis. Ist ja auch okay, ist mein Ding. Ich lebe einen Tag nach dem anderen und hoffe, ich komme so noch ein paar Tage weit.
 

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