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Woran erkennt ihr, dass ihr jemanden liebt und es sich lohnen könnte?

Verstehe ich - nicht. Man liebt doch nicht einfach so, sondern weil was bei rumkommen soll. Wenn man jemanden liebt und es sich dabei herausstellt, dass der Mensch gar nicht der ist, wo man dachte, hoffte und fühlte, dann fühlt man sich doch verarscht. Nicht?

Deine Frage setzt ja schon voraus, dass man nur jemanden liebt, damit, oder weil es sich lohnt. Somit wird die Liebe als Wert, als Gut, als Vorausleistung, als Investition betrachtet. Aus der Fähigkeit des Menschen zu lieben, wird Berechnung. Aus der Begegnung zweier Menschen wird ein Handel, ein liebloses Geschäft.
 
Ich schätze nicht vorher ab, ob sich da was "lohnt", es geschieht mir einfach.
Erst ist die, nicht nur körperliche, Anziehung da. Das Sich-Verlieben und jemanden begehren.
Ein Gesamtphänomen, das mich erfasst, derjenige oder diejenige ist - anziehend, interessant, erregend, erscheint mir außergewöhnlich toll.
Dann folgt die Annäherung. Es wird nahezu unausweichlich denjenigen oder diejenige näher kennen zu lernen. Es ist ein Drang, Sehnsucht, Verlangen, Neugier usw.

Wenn es nicht passt, also die Vorstellung von der Person nicht mit ihrem wirklichen Sein übereinstimmt, oder ein äußerst fieser Charakter unter schöner Maske steckt oder ähnliche Täuschungen und Selbsttäuschungen, stellt sich das bald heraus und daraus wird nicht viel Miteinander. Oder es wird eine irgendwie quälende Beziehung, bis man sich aus einer nicht passenden Konstellation wieder lösen kann.

Und Lieben, das ist nochmal ganz was Anderes... ob ich denjenigen in seinem So-Sein voll bejahe und sich das als Gefühl im Herz, als ein bestimmtes Wärmegefühl für den Anderen äußert. Plötzlich kann ich die drei Worte für jemanden denken bzw. das Gefühl wahrnehmen. Das ist jedenfalls der Begriff den ich mir bisher vom Lieben gemacht habe. Also Liebe wäre dann ein Sekundärphänomen. Lieben-Können hab ich vorher in mir, aber es entsteht als Gefühl für jemanden erst später, wenn ich den oder die genau erkundet habe.
Demnach stellt sich mir deine Frage in dieser Reihenfolge nicht. Ich fange erstmal an und stelle hinterher fest ob das was wird - bzw. ob das so bleiben kann 🙂
 
Das finde ich schön beschrieben. Lieben können ist eine Fähigkeit, die man sich und dem anderen schenkt und gibt. Liebe ist also etwas was man gibt. Wird die Liebe erwidert, dann wächst und gedeiht die Liebe gegenseitig.
 
Der Lohn der Liebe... vielleicht liegt da ja der Hase im Pfeffer (begraben). Daß die Menschen in unserem Kulturkreis heute derart auf ihren (auch materiellen) Vorteil bedacht sind, daß sie selbst die Liebe da nicht aussparen.
Dabei erklärt die Bibel schon, was Liebe ist...

Die Liebe ist langmütig und freundlich - die Liebe eifert nicht - die Liebe treibt nicht Mutwillen - sie bläht sich nicht auf - sie verhält sich nicht ungehörig - sie sucht nicht das Ihre - sie lässt sich nicht erbittern - sie rechnet das Böse nicht zu - sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit - sie freut sich aber an der Wahrheit - sie erträgt alles - sie glaubt alles - sie hofft alles - sie duldet alles.
 
Dabei erklärt die Bibel schon, was Liebe ist...

Die Liebe ist langmütig und freundlich - die Liebe eifert nicht - die Liebe treibt nicht Mutwillen - sie bläht sich nicht auf - sie verhält sich nicht ungehörig - sie sucht nicht das Ihre - sie lässt sich nicht erbittern - sie rechnet das Böse nicht zu - sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit - sie freut sich aber an der Wahrheit - sie erträgt alles - sie glaubt alles - sie hofft alles - sie duldet alles.

Ein sehr schönes Beispiel dafür, wieviel Unsinn in der Bibel steht.

Die Liebe erträgt alles ? Glaubt alles ? Hofft alles ? Duldet alles ?
Ist das dein Ernst ??!!!???!?

Für mich ist das eine Beschreibung eines krankhaften Abhängigkeitsverhältnisses. Mit partnerschaftlichen Liebe zwischen Mann und Frau hat das relativ wenig zu tun.
 
Es steht und fällt wohl alles mit dem richtigen Partner.

Und so sehr ich glaube, dass Liebe bedeutet, dass man automatisch "den Richtigen" liebt, so sehr glaube ich, dass es auch kreuzfalsch sein kann.

Kann es sein, dass es bei der Liebe gar nicht um den "richtigen Partner" (im Sinne einer gesunden und glücklichen Beziehung) geht, sondern einfach nur um das Gefühl, zu lieben und geliebt zu werden.

Hat nicht Liebe sehr oft gar nichts mit gesunden und glücklichen Beziehungen zu tun, sondern gar sehr oft mit unerwiderter Liebe, Unehrlichkeit, Vernachlässigung, hin und wieder auch Gewalt, Rettersyndromen und Co-Abhängigkeiten (im weitesten Sinne).

Mir erscheint also die Schlussfolgerung des einen oder anderen hier, dass Liebe auch gleich gesunde und glückliche Beziehung bedeutet oder gar den "richtigen Partner", nicht so klar.

Daher war meine Frage auch nicht nur danach, wie ihr erkennt, dass ihr liebt, sondern eben auch und insbesondere, woran ihr erkennt, "dass es sich lohnt".
 
Man liebt, weil man liebt, man sucht es sich nicht aus wen man liebt.
Dieses Gefühl kann ein ganzes Leben lang anhalten, selbst wenn der geliebte Mensch es nie erwiedern sollte.
Die Liebe fragt nicht nach Lohn und Nutzen sie existiert einfach.
 
Über Liebe wurde und wird viel geschrieben. Meine Frage: Hast Du Dir schon Geschriebenes „reingezogen“? Und was sind Deine Erkenntnisse daraus? Darauf aufzusetzen, würde Deine Frage ggf. schneller beantworten können und Romane hier vermeiden helfen.

An Deiner Fragestellung lässt sich ablesen, dass Du unter Liebe nur die (sexuelle) Beziehung zwischen zwei Menschen verstehst. Eine solche Liebe basiert nach meinem Dafürhalten auf Begehren „des Anderen“ und findet Erfüllung im „Bekommen“. Das ist eine Form der Liebe. Wenn Du begehrst, ist das gut oder kann zumindest gut sein bzw. sich zum Guten entwickeln. Wenn Du das Begehren (noch) nicht kennengelernt hast, ist es auch gut. Ich persönlich finde die anderen Formen der Liebe interessanter.

 

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