Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Woran erkenne ich, dass ich existiere?

[/B]Es ist möglich sich dessen bewusst zu sein, was um einen herum geschieht.

Es ist sehr gut möglich auch ohne Zorn, Hass usw. zu leben.


Wenn du diese Gefühle fühlst, wäre es vermessen, nicht dazu zu stehen. Es ist aber auch sehr gut möglich, diese Gefühle nicht zu fühlen.

So gesehen ist meine Wahrnehmung weniger illusionorisch als deine, weil es einfach nicht möglich ist, ohne Zorn und Hass zu leben.

Wovor sollen sie dich denn beschützen? Vertraust du dem Leben nicht?
Ich vertraue mir selbst und wenigen auserwählten Menschen oder Situationen.
Einem heranrasendem Auto mit einem potentiellen unaufmerksamen Fahrer an Bord, der am Radio rumfummelt, vertraue ich beispielsweise nicht.
 
Hallo Ryuzaki!

Wir nehmen die Wirklichkeit immer getrübt durch die Erfahrung unserer subjektiven Wahrnehmung wahr.

Aber was soll's? Ob ich träume oder nicht - ich kann immer entsprechend meinem Gewissen oder meiner Vernunft gemäß handeln.
 
Von der These, alles könnte nur Illusion oder andere Menschen ferngesteuert sein, hab ich auch gehört (bzw gelesen)
Aber ich hab mich davon nicht sonderlich beeindrucken lassen. Das Bewusstsein zb befindet sich in einem Teil des Gehirns und den hat jeder. Und selbst das, was ich erlebe, ist mir Beweis genug, dass andere Menschen existieren und sowas wie eine Seele haben. Das was jedenfalls für mich Existenz bedeutet (als Philosoph müsste man sich ja wieder fragen, wie man Existenz eigentlich definiert 😀...)
Eben alles was von anderen ausgeht, beweist mir, dass sie existieren und auch keine Maschinen sind oder sowas. Literatur, die Zivilation etc... selbst die Gedanken, die du ja eigentlich von irgendeinem Philosoph übernommen hast... oder zumindest ist ein Philosoph auf die gleiche Idee gekommen. Schließlich lernt man auch selbst von anderen. Beim Austausch merke ich eigentlich, derjenige ist so wie ich. Ein Mensch eben. Der Dinge "kennt", die ich auch kenne. Und wenn es von einem Bot kommt, dann steckte trotzdem ein Mensch dahinter, denn er hat ihn ja programmiert.

Die Frage, ob die Welt überhaupt existiert, wenn sie nicht wahrgenommen werden kann. Da sind wir wieder bei der Wahrnehmung. Die menschliche Wahrnehmung ist begrenzt, wie hier einer so schön sagte. Gäbe es die Wissenschaft nicht, würden wir nur mit dem Nötigsten Wissen leben. Das was wir zum "Leben" halt brauchen. Unsere Instinkte und wissen wo man zb einkaufen kann etc. So leben ja auch viele. Oberflächlich eben.
Da teile ich dieselbe Meinung wie naramudi.
Wir sollten schätzen, dass wir so eine komplexe Wahrnehmung/Körper überhaupt haben. Ich schätze das.

Und selbst wenn es noch eine "wirklichere" Wirklichkeit als diese geben sollte. Wir werdens wahrscheinlich nie herausfinden. Wir haben hier unsere Maßstäbe und physikalischen wie gesellschaftlichen Gesetze, nach denen wir uns richten müssen, um in dieser Welt zurecht zu kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Ryuzaki
diesmal ein etwas philosophisches Thema, über das ich oft nachgedacht habe und immernoch keine Lösung gefunden habe.

Woran erkenne ich, dass ich existiere und woran erkenne ich, dass andere Menschen existieren?
Deine Frage gehört zur Erkenntnistheorie. Damit beschäftigen sich die Philosophen seit 2000 Jahren. Eine Lösung gibt es nicht, aber es gibt eine Menge Ansätze.

Schon die alten Griechen haben sich deine Frage gestellt. Ihre Erklärung war, dass es eine wirkliche Welt gibt und eine Wahrnehmund der Menschen: Die wirkliche Welt ist die "Welt der Ideale". Das was die Menschen wahrnehmen, sind "Schatten" oder "Abbilder" aus dieser wirklichen Welt.
Das war damals zwar noch keine exakte wissenschaftliche Heransgehensweise, interessant ist aber, dass die alten Griechen garnicht mal so weit von den modernen Erkenntnissen weg waren.

Descarte war dann so ziemlich der erste, der sich streng logisch mit dem Problem befasst hat. Er hat sich, so wie du, gefragt, was von seinem Wissen und seinen Meinungen er eigentlich als sicher annehmen kann. Woher er überhaupt weiss, ob es z.B. ihn selbst gibt, oder ob er in Wirklichkeit jemand anders ist, der gerade träumt.
Um herauszufinden, was er wirklich sicher wissen kann, hat er Stück für Stück alles was er weiss und wahrnimmt angezweifelt. Er ist dabei zu dem Erbegnis gekommen, dass es eigentlich nichts gibt, was er nicht anzweifeln kann. Das Einzige, das er nicht anzweifeln konnte, war: Das er zweifelt.
Auf Grundlage von dieser Erkenntnis hat er dann überlegt, ob es Zweifel geben kann, ohne jemanden, der zweifelt. Das war für ihn unvorstellbar, also konnte er davon ausgehen, dass er selbst esistiert. 😎
Die nächste Frage war, ob die Dinge um ihn herum existieren - also das was er mit seinen Sinnen wahrnimmt. Er folgerte, dass wenn seine Gedanken existieren und darum er selbst als Denkender existiert und er eine Vorstellung von Dingen ausserhalb von sich selbst hat - dass dann auch irgendetwas von aussen auf seine Sinne einwirkt - dass es also auch Dinge um ihn herum geben muss. So hat er sich Stück für Stück seine Existenz und die Existenz der Welt um ihn herum bewiesen.

Die Beweise der Existens der Welt, die Descarts gefürht hat, sind auch nicht sehr konsequent, aber sein Grundsatz: "Ich denke, also bin ich." ist Wesentlich. So wie Darkside schon geschrieben hat: Auch wenn du gerade im Koma liegst und träumst - dass du träumst steht fest.

Woher wisst ihr eigentlich, dass ihr existiert, wenn ihr denn wirklich existiert?
Die moderne Erkenntnistheorie sagt, dass man diese Frage nicht beantworten kann. Aus dem einfachen Grund, dass du nicht über dein eigenes Denken hinaus denken kannst.
Das du denkst ist evident - aber dein Denken beruht auf gewissen logischen Prinzipien. Eines dieser Prinzipien ist z.B. Ursache und Wirkung. Das Prinzip wendest du z.B. an, wenn du Billard spielst: Du hast zwei Billardkugeln. Die 1. rollt auf die 2. zu und stösst diese an, so dass die 2. weiterrollt. Was wir denken ist: Die 2. Kugel rollt, weil sie von der 1. angestossen wurde. Die Frage ist, warum denken wir so ? Denn im Grunde sehen wir nur, dass die 2. Kugel rollt, nachdem die 1. sie angestossen hat.
Wir können ohne dieses Prinzip Ursache-Wirkung nicht denken - und weil wir diese Prinzipien zum Denken brauchen, können wir auch nicht logisch darüber urteilen, ob diese Prinzipen richtig oder falsch sind.
Ein anderes Prinzip wäre z.B. Raum und Zeit. Wir können uns nichts vorstellen, was nicht eine dreisimensionale Ausdehnung hat. Die Physik geht aber davon aus, dass es 15 Dimensionen gibt (...oder waren es 16 ?). Eine Welt in 15 Dimensionen können wir uns aber nicht vorstellen.

Wir können also nicht beurteilen, ob es wirklich z.B. das Naturgesetz Ursache und Wirkung gibt - oder ob das nur ein Prinzip in unserem Verstand ist.

Die Frage, ob du wirklich existierst, macht darum nur Sinn, wenn man berücksichtig, wie und in welchen Grenzen wir darüber nachdenken können.
Über diese Frage haben sich eine Menge schlauer Köpfe Gedanken gemacht. Google mal nach Kant, Hegel, Spinoza, Locke, Wittgenstein, Hume oder Leibniz.
Ein vieleicht ganz sinnvoller Ansatz kommt von Richard Rorthy, der einen Gedanken von Wittgenstein fortsetzt und vorschlägt, Begriffe wie "Existenz" oder "Wahrheit" als Abschlussvokablen (oder Totschlagargumente) anzusehen, die nur eine vernünftige Diskussion beeinden würden. Er schlägt vor, auf Fragen wie "Existiere ich wirklich?" nicht eine abschließende Antwort, sondern eine sinnvolle Diskussion zu suchen, mit der man bestehende Erkenntnisse detailieren kann.
 
So gesehen ist meine Wahrnehmung weniger illusionorisch als deine, weil es einfach nicht möglich ist, ohne Zorn und Hass zu leben.


Ich vertraue mir selbst und wenigen auserwählten Menschen oder Situationen.
Einem heranrasendem Auto mit einem potentiellen unaufmerksamen Fahrer an Bord, der am Radio rumfummelt, vertraue ich beispielsweise nicht.

Uuupss...wie kommst du darauf, dass ich illusioniorisch wahrnehme? Warum glaubst du, dass es nicht möglich ist ohne Zorn und Hass zu leben? Du hast aber komische Überzeugungen *lach. Es ist okay, wenn du so denkst und ich will dich auch nicht davon überzeugen, dass es nichts gibt, das nicht möglich wäre. Früher hätten die Menschen auch geglaubt, dass es nicht möglich ist, jemanden zu sehen und sich mit ihm zu unterhalten, der auf der anderen Seite der Weltkugel lebt. Internet. Also woran die Menschen glauben und was ihre feststehenden Überzeugungen sind...das ist immer so eine Sache.
 
"Cogito, ergo sum" " Ich denke also bin ich" Descartes

Du kannst dir sicher sein dass du existierst weil du denkst.

Ob andere existieren kannst du dir aber nie sicher sein 😉
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben