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Wollen Betriebe , dass ihre Azubis Ausbildung verkürzen ??

Unknown92

Mitglied
Hallo,

ich möchte meine Ausbildung verkürzen, da ich wegen Abi dazu das Recht habe auf 2 Jahre zu kürzen.

Aber das haben wir mündlich nicht abgesprochen und ich möchte diesen Wunsch jetzt nicht äußern, da ich Angst habe gekündigt zu werden.

Denn ich überlege und auf der Seite des Betriebes gibt es keinen Grund, warum der Azubi kürzen sollte. Ganz im Gegenteil. Je länger der Azubi noch "Azubi" ist, desto besser ist es doch für den Betrieb oder ? Weil für einen Arbeitgeber gehen locker 2300€ Brutto oder so weg bei einem Azubi sind es nur 500-800€. Da will man doch, dass er ewig Azubi bleibt 😀.

Wenn ich jetzt meinen Wunsch auf Abkürzung äußere, laufe ich dann Gefahr gekündigt zu werden?

Ich glaube bei schulischer "Vorbildung" kann man den Verkürzungsantrag auch später stellen, nach Beginn der Ausbildung. Also wenn ich nach 4 Monate , also nach der Probezeit diesen Wunsch äußere , ist das noch machbar ne ? Dann kann man mich auch nicht ohne Angaben eines Grundes feuern, wie es in der Probezeit der Fall ist.

Was meint ihr ? Wie stehen die Betriebe dazu ? Wollen die dass die kürzen??? Glaube nicht oder?
 
Es kommt auf den Betrieb an... wenn der ausbildet um später gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben und die auch fair zu behandeln, also so wie es sein soll, dann werden sie einen Azubi dabei unterstützen möglichst schnell mit der Ausbildung fertig zu werden. Gibt zum Glück einige Betriebe die so fair sind.

Der Betrieb in dem ich persönlich gelernt habe, bildete leider aus anderen Gründen aus... extrem billige Mitarbeiter. Spätestens ab dem zweiten Lehrjahr mussten wir selbstständig volle Arbeitsplätze ausfüllen, durften uns vor Kunden nicht als Azubis zu erkennen geben, etc. Bei umgerechnet ca. 2 Euro Stundenlohn. Wir waren fast alle Abiturienten, doch unser Betrieb erlaubte keinem die Verkürzung auf 2 Jahre Ausbildungsdauer. Der Grund war ganz offensichtlich das weitere Jahr Dumpinglohn. Übernommen wurde nach der Ausbildung sowieso nie - aber dennoch immer sehr viele, neue Azubis jedes Jahr eingestellt. Tja...
 
Bezüglich Deiner Angst gekündigt zu werden wenn Du um Verkürzung bittest: Die brauchst Du nicht zu haben! Als Azubi genießt Du einen besonderen Kündigungsschutz. Zudem ist die bloße Frage/Bitte nun wirklich kein Vergehen und schon gar nicht ein rechtlich zulässiger Kündigungsgrund. Mehr als Nein sagen kann Dein Ausbilder nicht. Also trau Dich!
 
Unknown92 meinte:
.....
Wenn ich jetzt meinen Wunsch auf Abkürzung äußere, laufe ich dann Gefahr gekündigt zu werden?
.....

Hallo,

diese Gefahr besteht nicht. Allerdings wirst Du dem Betrieb darlegen müssen,
dass Du auf Grund entsprechender Vorkenntnisse die Ausbildungsinhalte in der
verkürzten Zeit erlenen kannst.
 
Hi,

der Wunsch selbst wird nicht zu einer Kündigung führen.

Ich hatte damals auch nachträglich verkürzt - musste das allerdings gegenüber der IHK/HWK rechtfertigen - dazu benötigst du dann folgendes:

- verdammt gute Schulnoten nebst Empfehlung des Klassenlehrers
- Empfehlung des Arbeitgebers

Nun - ich als Chef - würde abwarten, dass mein Azubi auch entsprechende Leistungen vorlegt um ihn verkürzen zu lassen. Ein befriedigendes Zeugnis wäre (für mich) kein Grund dafür. Da sollte man denke ich schon >= 2 da stehen. Alles was schlechter wäre - wäre im Endeffekt ein Zeichen dafür, dass die Ausbildung in Ordnung oder gar zu schnell ist...

Ich an deiner Stelle würde somit einfach fragen, ob du verkürzen kannst, wenn dein Notenschnitt stimmt. Davon wird's im Endeffekt ohnehin abhängen.

LG
 
Man darf ja nicht vergessen, dass Azubis in ihren Betrieben oft auch Monate lang nur die immer selben Routine Arbeiten machen müssen... da vergeht auch viel Zeit sinnlos. Die Verkürzung der Ausbildung wenn jemand Abitur hat, macht auch deshalb Sinn, weil viele Inhalte der Berufsschule eben auch reine Allgemeinbildung sind... das Fachwissen ist allen neu und muss erlernt werden, klar! Aber gerade in den Nebenfächern Deutsch, Englisch etc. ist schon logisch, dass jemand der drei Jahre länger zur Schule gegangen ist schon deutlich mehr Kenntnisse hat als jemand der nach Klasse 10 einen Abschluss gemacht hat. Auch das ist dann verschwendete, abgesessene Ausbildungszeit die nicht sein müsste. Sehr viele Betriebe bieten ja heute auch von vornherein eine verkürzte Ausbildung für Abiturienten an - das würden sie sicherlich nicht machen, wenn es erfahrungsgemäß nicht gut zu schaffen und erfolgreich wäre. Die Noten müssen seitens der Berufsschule glatt "gut" sein, damit diese zustimmt. Alles weitere ist für die Antragsstellung seitens der IHK reine Routine und bedarf keiner gesonderten, aufwändigen Begründungen etc.
 
Hallo Unknown92,

zunächst mal zur Frage, ob Betriebe eine Ausbildungsverkürzung unterstützen: sie sollten es zumindest tun. Man will ja auch gute und motivierte Azubis und heutzutage muss man da schon "locken". Es gibt aber auch Unternehmen, die rechnen einen Azubi fest mit ein und dann sind diese auch froh, einen Azubi möglichst lange zu haben. Ob das nun Sinn und Zweck einer Ausbildung ist, sei mal dahin gestellt, es gibt halt solche und solche Betriebe. Man sollte aber auch bedenken, dass Ausbildung auch eine Zeit ist, in der man selbst erwachsen wird und in der man selbst feststellen soll, in welchem Bereich des erlernten Berufes man für den Rest seines Lebens tätig sein will. Der eine Azubi hat da schon einen festen Fahrplan und weiß genau, wo er hin will, der andere Azubi ist total unsicher und braucht evtl. länger um das für sich festzustellen. Es sei auch erwähnt, wenn man ein ganzes Jahr verkürzt, dass man dann den Schulstoff selbstständig (bzw. in Verantwortung des Ausbildungsbetriebes) für ein gesamtes Berufsschuljahr "nachlernen" muss, da die Abschlussprüfung ja dieselbe ist, wie wenn jemand die volle Zeit in die Berufsschule ging.

Nun zur Möglichkeit der Ausbildungsverkürzung an sich: Bei Eintragung des Ausbildungsverhältnisses, also noch vor Beginn der Ausbildung, erfolgt idR gleich die Verkürzung aufgrund der Vorbildung, sprich bei Abitur bis zu 12 Monate. Man kann diesen Antrag aber auch noch bis zu 1 Jahr vor der Abschlussprüfung stellen.

Während der laufenden Ausbildung kann dann noch die Verkürzung aufgrund von besonders guten Leistungen erfolgen, auch vorzeitige Zulassung zur Prüfung genannt. Meistens wird sich da an der Zwischenprüfung orientiert, es sollte aber auch die praktische, also betriebliche Leistung mit berücksichtigt werden.

Insgesamt könntest du mit Abitur somit 1,5 Jahre verkürzen. Ob das sinnvoll ist solltest du zusammen mit deinem Ausbilder entscheiden.
 
In meiner Ausbildung hat die Berufsschule eigene Klassen für die Verkürzer eingerichtet, in denen der gesamte Stoff dann eben wesentlich schneller und komprimierter durchgezogen wurde. Eigenständig ein ganzes Jahr nur zuhause und allein nacharbeiten, mussten diese Azubis nicht. In der Regel handelt es sich ja auch lediglich um zwei Berufsschulblöcke die wegfallen, also 12 Wochen Unterricht. Mit einem ganzen Schuljahr wie es in der allgemeinbildenden Schule verstanden wird, ist das also nicht zu vergleichen. Zumal von diesen 12 Unterrichtswochen ja eben einiges auch reine Allgemeinbildung ist (Die Nebenfächer). Der reine Fachwissen-Teil zum eigentlichen Beruf der dann in der Abschlussprüfung sitzen muss, ist demnach nochmal wesentlich weniger als 12 Wochen Vollzeit-Unterricht.
 
Hallo Kannya,

ich würde mir das auch so wünschen, aber in der Berufsschule meiner Azubis ist das leider nicht so. Es sollte daher auf jeden Fall bei einer so großen Verkürzung mit beachtet werden.

Bei uns ist es sogar so, dass im letzten Jahr nochmal neue Fächer hinzukommen, die prüfungsrelevant sind und dort der Stoff komplett fehlen würde, wenn man das nicht selbst nachholt. Das ist schon ohne die Nebenfächer sportlich, denn der normale Arbeitsalltag geht ja weiter.
 
Ich kann ja nur von mir sprechen und muß gerade zugeben, daß ich hier nicht alle Beiträge gelesen habe und weiterhin erwähnen, daß ich meine Ausbildung Mitte der 80ziger Steinzeitalter nach dem Abitur begonnen habe und zwar gleich im zweiten Lehrjahr. "Plötzlich" hieß es in der Berufsschule, daß ich mit wenigen anderen die Prüfungen bald machen kann. JippyYear! Ich war glaube ich nur 1,5 Jahre in der Lehre und ich muß sagen: Unterforderung ist fast schlimmer als Überforderung! Soetwas Schlimmes.

Kurz und knapp:
Bei mir lief das alles automatisch. Ich würde auch fragen, weil fragen nix kostet und wenn man das Abitur hat, fällt einem das Lernen schon einfach. Ich habe die Berufsschule sehr einfach erlebt. Während der Prüfung war ich z.B. in Buchführung in einer halben Stunden fertig mit sehr gutem Ergebnis. Ich glaube insgesamt war die Prüfung auf 3 oder 4 Stundne angesetzt. Für mich unbegreiflich.

Nur Mut und alles Gute

Liebe Grüße

Kolya
 

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