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Alle wissen, was sie wollen – nur ich nicht

UTOVA

Neues Mitglied
Ich bin mittlerweile fast 20 Jahre alt. Letztes Jahr habe ich mein Abitur gemacht und danach eine Ausbildung begonnen, die mich aber überhaupt nicht angesprochen hat. Nach vier Monaten habe ich sie abgebrochen. Seit fünf Monaten sitze ich nun zu Hause und versuche, mich irgendwie abzulenken, weil es nichts zu tun gibt. Ich habe viele Praktika nach dem Abbruch gemacht, mich interessiert einfach nichts.

Ich würde wirklich gerne arbeiten, aber ich habe keine Kraft mehr, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was ich überhaupt machen will. Ich denke mittlerweile darüber nach zu studieren, aber ich weiß nicht, was ich studieren soll. Ich fühle mich seit so langer Zeit verloren und habe immer noch nichts gefunden, das mich wirklich erfüllt.

Mal will ich studieren, mal denke ich mir ich probiere eine neue Ausbildung.

Genau wegen dieses ständigen Stresses suche ich auch nicht einmal nach einem Minijob – weil ich gefühlt 24/7 an meine Zukunft denke und trotzdem nie zu einem klaren Gedanken komme. Es liegt nicht daran, dass ich faul bin: Ich gehe regelmäßig ins Gym, mache gerne Spaziergänge, lese Bücher – und trotzdem weiß ich nicht, warum scheinbar jeder Mensch genau weiß, was er oder sie machen will, nur ich nicht.

Wie findet man heraus, was man im Leben machen will?
 
Ich bin mittlerweile fast 20 Jahre alt. Letztes Jahr habe ich mein Abitur gemacht und danach eine Ausbildung begonnen, die mich aber überhaupt nicht angesprochen hat. Nach vier Monaten habe ich sie abgebrochen. Seit fünf Monaten sitze ich nun zu Hause und versuche, mich irgendwie abzulenken, weil es nichts zu tun gibt. Ich habe viele Praktika nach dem Abbruch gemacht, mich interessiert einfach nichts.

Ich würde wirklich gerne arbeiten, aber ich habe keine Kraft mehr, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was ich überhaupt machen will. Ich denke mittlerweile darüber nach zu studieren, aber ich weiß nicht, was ich studieren soll. Ich fühle mich seit so langer Zeit verloren und habe immer noch nichts gefunden, das mich wirklich erfüllt.

Mal will ich studieren, mal denke ich mir ich probiere eine neue Ausbildung.

Genau wegen dieses ständigen Stresses suche ich auch nicht einmal nach einem Minijob – weil ich gefühlt 24/7 an meine Zukunft denke und trotzdem nie zu einem klaren Gedanken komme. Es liegt nicht daran, dass ich faul bin: Ich gehe regelmäßig ins Gym, mache gerne Spaziergänge, lese Bücher – und trotzdem weiß ich nicht, warum scheinbar jeder Mensch genau weiß, was er oder sie machen will, nur ich nicht.

Wie findet man heraus, was man im Leben machen will?
Jeder Mensch hat doch Interessen die sich auch im Beruf widerspiegeln, der eine arbeitet gerne am Bau der andere lieber im Büro, der eine will technisches erlernen, bedienen der andere lieber in die Forschung oder Entwicklung, oder ganz schlimm Steuerrecht.

Wenn du doch Abi hast und studieren könntest dann impliziert das ja eine gewisse Intelligenz und du könntest rein theoretisch alles machen.
Du musst überlegen was dir am meisten liegt, was dir Spaß machen würde. Nichts ist schlimmer als ein gehasster Job..
 
Ich glaube der Denkfehler ist, daß einen der Beruf erfüllen soll.
Es geht darum seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Ich wußte in dem Alter auch nicht, was ich machen wollte. Hab eine duale Ausbildung gemacht. Konnte mir nie vorstellen, mein Arbeitsleben lang den Beruf ausüben. Hatte auch an Abbrechen gedacht, weil es mich nicht erfüllte.
Was ich nicht wußten damals als junge Auszubildende: mein Berufsbild wird sich in den kommenden Jahrzehnten komplett verändern, ich werde Karriere machen, ich wechsel die Firmen... als Auszubildende und Anfängerin war der job langweilig, wurde im Laufe der Jahre immer anspruchsvoller und abwechslungsreicher.

Heute bin ich davon überzeugt, wenn man nicht ein ganz besonderes Spezialinteresse oder eine Sonderbegabung oder eine Berufung hat (und das haben eben die wenigsten), dann ist das wichtigste
daß der Beruf den Lebensunterhalt sichert
die Arbeitsbedingungen stimmen
man nicht komplett über- oder unterfordert ist
Einem keine grundlegenden Fähigkeiten für die Ausübung des Berufs fehlen
man Arbeit und Privatleben gut vereinbaren kann
es genügend große gute Arbeigeber in der Branche gibt, daß man wechseln und aufsteigen kann
Und daß die Arbeit und der Arbeitgeber einigermaßen mit den eigenen ethischen Werten übereinstimmt und die Arbeit sinnvoll ist

Daß alle anderen wissen, was sie wollen oder sich wahnsinnig für ihr Berufsfeld interessieren oder gar für ihren Beruf brennen, ist in der Realität gar nicht so.

Wovon lebst Du denn aktuell? Wer finanziert Deinen Lebensunterhalt?
Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung ist Freiheit.

Hol Dir Hilfe für dieses Gefühl der Verlorenheit und Unterstützung, um wieder aus der Lethargie rauszukommen. Und dann wird das schon.

Mir Dir ist nichts falsch, nur weil es Dich zu keinen Beruf ganz besonders hinzieht. Dann nimm einen sinnvollen Beruf, der Dich gut ernährt.
 
Mal will ich studieren, mal denke ich mir ich probiere eine neue Ausbildung.
Meinem Sohn ging es nach dem Abi auch so, er hatte keine Ahnung, was ihn interessierte. Also Interessen hatte er genug, die er aber nicht in Zusammenhang mit einem Beruf bringen konnte.

Ich hatte ihm vorgeschlagen, erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr zu machen und sich in der Zeit zu überlegen, was er machen möchte. In dem Jahr entdeckte er seine Sprachbegabung und hatte seine Nische gefunden. Vielsprachig arbeitet er heute sehr erfolgreich und glücklich in diesem Bereich.


Seit fünf Monaten sitze ich nun zu Hause und versuche, mich irgendwie abzulenken, weil es nichts zu tun gibt. Ich habe viele Praktika nach dem Abbruch gemacht, mich interessiert einfach nichts.
Vielleicht brauchst du noch etwas Zeit, um deine Talente, Interessen und Begabungen herauszufinden. Ich würde aber nicht gelangweilt zu Hause herumsitzen, sondern weiter probieren.
Lebst du noch bei deinen Eltern oder wie finanzierst du dich?
 
Ich hatte ihm vorgeschlagen, erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr zu machen und sich in der Zeit zu überlegen, was er machen möchte.
Exakt das wollte ich auch vorschlagen. Du wirst doch zumindest sagen können, ob Dir eher das Soziale liegt, Du Dich eher für ökologische Themen interessierst, politische oder kulturelle.

Denn für ein freiwilliges Jahr musst Du Dich nur für eine dieser Richtungen entscheiden. Du lernst Arbeitsbereiche kennen und hast Zeit zum Nachdenken.

Aber ich möchte mich auch @Pfefferminzdrops anschließen: Die Erwartungen an den Beruf dürfen nicht derart hoch hängen. Der Job ist nicht die alleinig seelig machende Angelegenheit, die einem bei sorgfältiger Auswahl das Leben paradiesisch schön macht.
Es reicht tatsächlich, wenn es das kleinste Übel von allen ist.

Den Rest bringen die Erfahrungen und das Leben. Aber erst, wenn man auch Erfahrungen macht und sich dem Leben stellt.
 
Bitte vielleicht mal dein Umfeld, dich einzuschätzen bzw. dich wissen zu lassen, was sie an dir schätzen, was sie an dir gut finden, welche Fähigkeiten sie dir zuschreiben, ihnen auffallen.
Du wirst verwundert sein, denn in der Regel kommen da ganz andere Antworten als: gut in Mathe, gut in Informatik, gut im Lesen...
Da kommen dann ggf. ein paar Skills heraus, auf die du vielleicht nicht gekommen wärst, weil sie für dich halt selbstverständlich sind. Kann gut zuhören, hat eine Engelsgeduld, ist super kreativ, ist reflektiert, kann gut abstrahieren, denkt analytisch etc.
Auf diesen Dingen baue auf und suche dir eine Jobniesche die dazu passt. Und dann wirklich einfach ins Tun kommen. Ausprobieren. Sich etwas trauen. Der Weg ist das Ziel.

Sei mutig.
Die wenigsten wissen, was sie wollen oder nicht wollen, bevor sie es nicht ausprobiert haben.
 
Ich glaube der Denkfehler ist, daß einen der Beruf erfüllen soll.
Es geht darum seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Heute bin ich davon überzeugt, wenn man nicht ein ganz besonderes Spezialinteresse oder eine Sonderbegabung oder eine Berufung hat (und das haben eben die wenigsten), dann ist das wichtigste
daß der Beruf den Lebensunterhalt sichert
die Arbeitsbedingungen stimmen
man nicht komplett über- oder unterfordert ist
Einem keine grundlegenden Fähigkeiten für die Ausübung des Berufs fehlen
man Arbeit und Privatleben gut vereinbaren kann
Das unterschreibe ich sofort, ist auch meine Meinung 😊
 
Hast du Hobbys, Neigungen, Interessen, was interessiert dich überhaupt? Was hat dir in der Schule besonders gelegen, was nicht? Was kannst du, wenn du Lust hast, am besten, du musst in dich selber gehen, deine Schätze und Talente aufdecken, erforschen, hole dir dazu gerne Hilfe von Beratern und auch Maßnahmen staatlicher Kostenträger und Einrichtungen.
 

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