Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber was ist ein geistiges Wohlstandsproblem?
_Tsunami_ meint damit sicherlich die heutige Moral. Viele Leute des älteren Semesters vermissen die Moral aus den DDR-Zeiten, wo alle gleich waren, wo auf niemanden mit dem Finger gezeigt wurde, dass er arm war, wo mehr das "wir" zählte, und nicht das "ICH". Das muss ich mir immer von meinen ü40-Bekannten anhören =)
Tja, heutzutage hat sich definitiv was in diesen Wertevorstellungen geändert. Aber ich finde nicht, dass sich alles nur zum negativen gewendet hat. Dass die Schere zwischen ARM und REICH so riesig groß ist, kann einem definitiv Angst machen. Aber ich finde, dass das Gute an der heutigen Zeit die Flexibilität ist. Ein Arbeitsloser aus der untersten Schicht kann mal was Tolles auf Youtube posten, kriegt ratzfatz tausende von Klicks, ne Einladung zur Talkshow auf RTL und ist plötzlich deutschlandweit berühmt. -Umgekehrt kann ein Promi übelste Alkoholprobleme kriegen, Termine verpassen, riesige Schulden kriegen, und plumps, liegt er gaaanz unten und muss Hartz 4 beziehen xD
Das war mal etwas übertrieben ausgedrückt. Aber was ich damit sagen wollte: heutzutage kann man recht leicht aufsteigen und herabfallen. Vor 100 Jahren ist es quasi unmöglich gewesen, dass ein einfacher Bauer zum Adel aufsteigt. Die sozialen Schichten waren klar getrennt. Heutzutage kann man in einem Leben mehrere soziale Schichten durchmachen. Man kann für ne Zeit lang ganz unten sein, obdachlos, halberfroren, man kann ne Zeit lang in der gutbürgerlichen Mittelschicht rumvegetieren, dann bewirbt man sich bei DSDS und ist für ein Jahr VIP, dann lebt man über die eigenen Verhältnisse, ist nur noch ein überschuldeter C-Promi, landet bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" und irgendwann mal hat man die Arschkarte gezogen und muss doch noch wieder Hartz 4 beziehen.
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Tja, das kann man eben betrachten, wie man will. Die einen sehnen sich nach den guten alten Zeiten zurück, die anderen kennen diese guten alten Zeiten nicht ^^ ....
Sicher gibt es viel Mist auf dieser Welt. Und viel Ungerechtigkeit. Doch was kann eine einzelne Person dagegen tun??
-Sie kann was dagegen tun. Definitiv. Aber um etwas gegen die Ungerechtigkeit tun zu können, muss diese eine Person sich ersteinmal der Gesetzmäßigkeit und Moral der heutigen Gesellschaft anpassen. Wenn sie dann einen gewissen Status hat, kann sie mehr und mehr Connections knüpfen und diese davon überzeugen, etwas an dieser ungerechten Welt zu ändern und sich nicht mehr bedingungslos der heutigen Normen anzupassen. Und dann ist diese Person nicht mehr die EINE Person. Sondern sie hat sich zusammen mit zigtausend anderen Personen verbündet. Und dann ist das eine riesengroße Gruppe.
Und dann ist es kein "Ich" mehr, sondern ein "WIR".