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Wohlstandsprobleme

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_Tsunami_

Urgestein
Ich finde, dass der deutsche Staat viele Wohlstandsprobleme hat - im materiellen sowie geistigen Sinne.

Es muss immer alles neu, teuer und fortschrittlich sein (z.B. Kinderklamotten). Es wird gekauft und verschwendet, was das Zeug hält. Es werden Dinge weggeschmissen, womit sich andere ein ganzes Leben aufbauen könnten.
 
Diese Dinge bringe ich dann den Obdachlosen und die freuen sich darüber.....
 
Nein. Denn dieser "Wohlstand", der Überfluß, ist das System. Und zwar weltweit. Wenn die Menschen heute damit beginnen würden, nichts mehr Überflüssiges zu kaufen, wäre die Weltwirtschaft mausetot.
Der Mensch scheint ein intelligentes Wesen zu sein.......
 
Es gibt Wohlstandsprobleme, ja. Und die Dekadenz lässt mir oft den Mund offen stehen.

Mikenull hat Recht. Nur weiß ich noch nicht, wie wir wieder aus der Wachstumsspirale rauskommen. Denn das müssen wir, so viel ist klar.

Ansonsten kann jeder in seinem Leben selbst entscheiden, ob er das mitmacht. Wie Du nun ausgerechnet auf Kinderkleidung kommst, verstehe ich nicht.
 
Ich finde, dass der deutsche Staat viele Wohlstandsprobleme hat - im materiellen sowie geistigen Sinne.

Es muss immer alles neu, teuer und fortschrittlich sein (z.B. Kinderklamotten). Es wird gekauft und verschwendet, was das Zeug hält. Es werden Dinge weggeschmissen, womit sich andere ein ganzes Leben aufbauen könnten.




Du sprichst mir volles Rohr aus der Seele! Beispiel: Ich gelte vor dem Gesetz als "arm". Aber schau ich mich in meiner Butze um, dann sehe ich alles und mehr als das, was ein Mensch braucht. Arm?

Armes Denken, würde ich eher sagen.... Zeit, die Ansprüche zurück zu schrauben, ganz allgemein.
 
Betrachte es einfach mal so, dass Wachstum auf Konsum aufbaut.
Und da die meisten Menschen an das Wachstum glauben, muss produziert werden. So wird es den Menschen auch durch Werbung eingepflanzt und durch die Politik vermittelt.

Ein Kreislauf der Verschwendung, der so gewollt ist. 😀 Wir beten eben alle den Wertschöpfungsprozess an. Und dazu dürfen Produkte nicht zu lange halten und es müssen neue nicht vorhandene Wünsche geweckt werden.

Es geht nicht um ein Problem, sondern um ein bestehendes Prinzip, um Kohle und Arbeit zu generieren. Aber das weißt Du ja sicherlich schon.😀

Im Grunde "das goldene Kalb", um das man tanzt.
 
Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber was ist ein geistiges Wohlstandsproblem?

_Tsunami_ meint damit sicherlich die heutige Moral. Viele Leute des älteren Semesters vermissen die Moral aus den DDR-Zeiten, wo alle gleich waren, wo auf niemanden mit dem Finger gezeigt wurde, dass er arm war, wo mehr das "wir" zählte, und nicht das "ICH". Das muss ich mir immer von meinen ü40-Bekannten anhören =)

Tja, heutzutage hat sich definitiv was in diesen Wertevorstellungen geändert. Aber ich finde nicht, dass sich alles nur zum negativen gewendet hat. Dass die Schere zwischen ARM und REICH so riesig groß ist, kann einem definitiv Angst machen. Aber ich finde, dass das Gute an der heutigen Zeit die Flexibilität ist. Ein Arbeitsloser aus der untersten Schicht kann mal was Tolles auf Youtube posten, kriegt ratzfatz tausende von Klicks, ne Einladung zur Talkshow auf RTL und ist plötzlich deutschlandweit berühmt. -Umgekehrt kann ein Promi übelste Alkoholprobleme kriegen, Termine verpassen, riesige Schulden kriegen, und plumps, liegt er gaaanz unten und muss Hartz 4 beziehen xD
Das war mal etwas übertrieben ausgedrückt. Aber was ich damit sagen wollte: heutzutage kann man recht leicht aufsteigen und herabfallen. Vor 100 Jahren ist es quasi unmöglich gewesen, dass ein einfacher Bauer zum Adel aufsteigt. Die sozialen Schichten waren klar getrennt. Heutzutage kann man in einem Leben mehrere soziale Schichten durchmachen. Man kann für ne Zeit lang ganz unten sein, obdachlos, halberfroren, man kann ne Zeit lang in der gutbürgerlichen Mittelschicht rumvegetieren, dann bewirbt man sich bei DSDS und ist für ein Jahr VIP, dann lebt man über die eigenen Verhältnisse, ist nur noch ein überschuldeter C-Promi, landet bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" und irgendwann mal hat man die Arschkarte gezogen und muss doch noch wieder Hartz 4 beziehen.
...
Tja, das kann man eben betrachten, wie man will. Die einen sehnen sich nach den guten alten Zeiten zurück, die anderen kennen diese guten alten Zeiten nicht ^^ ....
Sicher gibt es viel Mist auf dieser Welt. Und viel Ungerechtigkeit. Doch was kann eine einzelne Person dagegen tun??
-Sie kann was dagegen tun. Definitiv. Aber um etwas gegen die Ungerechtigkeit tun zu können, muss diese eine Person sich ersteinmal der Gesetzmäßigkeit und Moral der heutigen Gesellschaft anpassen. Wenn sie dann einen gewissen Status hat, kann sie mehr und mehr Connections knüpfen und diese davon überzeugen, etwas an dieser ungerechten Welt zu ändern und sich nicht mehr bedingungslos der heutigen Normen anzupassen. Und dann ist diese Person nicht mehr die EINE Person. Sondern sie hat sich zusammen mit zigtausend anderen Personen verbündet. Und dann ist das eine riesengroße Gruppe.
Und dann ist es kein "Ich" mehr, sondern ein "WIR".
 
Also ich bin etwas älter, vermisse die Moral vergangener Zeiten keineswegs.
Ich würde mir nur wünschen, das die heutige Jugend sich ein wenig mehr Gedanken macht, warum sich der Mensch ( zumindest in unseren Breiten ) zu einem reinen "Wegwerfmenschen" ( Wegwerfgesellschaft ) machen läßt. Davon ist niemand ganz frei. Es ist doch offensichtlich das dies weder der Mensch noch der Planet auf Dauer verkraftet.
 
Ich kann mich nur der Meinung anschließen, dass diese Denkweise auf dauer nicht durchhaltbar ist.
Der Grund ist aber nicht, dass das der Mensch nicht durchhält oder das "System" schlecht ist..
Meiner Meinung begründet es sich aus dem falschen Umgang mit den Ressourcen.

Das Wachstum baut auf Verschwendung und fehlende Rücksichtsnahme für zukünftige Generationen auf.

Metall kann ja gut recycelt werden..
Aber Rohstoffe wie zum Beispiel Öl (welches wir eigentlich sinnlos in Autos verbrennen und Plastiktüten daraus machen)..
Das ist auf dauer nicht durchhaltbar!
Es geht um neue Möglichkeiten unsere Produkte herzustellen und nicht darum weniger Produkte oder bewusst auf Fortschritt zu verzichten.
Ja der Fortschritt müsste eigentlich sein, dass wir langsam aber sicher regenerative Produkte erzeugen.

Mal sehen, ob ich das noch erleben darf (ich provezeihe einfach mal, dass wenn ich es nicht tue, der Planet vor dem Abgrund steht).

Schöne Grüße
 
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