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Wohin mit mir?

Kampfmaus

Aktives Mitglied
Wohin mit mir? Das ist eine Frage, die mich aktuell in vielen Lebensbereichen sehr beschäftigt, u.a. im Bereich Arbeitswelt/Beruf. Zukunft ist für mich ein schwieriges Thema, weil es total angstbesetzt ist und deshalb denke ich nicht gerne darüber nach und flüchte automatisch schnell in die Richtung "ich will keine Zukunft und es wird keine Zukunft für mich geben". Aber es führt leider kein Weg daran vorbei und langsam wird es eng und der Druck steigt - ich muss mich jetzt damit auseinandersetzen, ob ich will oder nicht. Ich brauche allerdings Hilfe bei der Entscheidungsfindung und ich erhoffe mir, dass ihr mir vielleicht dabei ein wenig helfen könnt.

Zwei grundlegende Fragen, die für mich noch ungeklärt sind und bei denen ich Hilfe brauche, sind momentan:

- Welche/r Beruf/e könnten zu mir und meinen Fähigkeiten & Kompetenzen passen?
- Welche Möglichkeiten/Optionen habe ich und was brauche ich dafür?

(Ich kann das sicherlich auch irgendwie rausfinden, wenn ich im Internet suche und ich habe das auch schon versucht, aber das ist irgendwie viel zu viel Information, mit der ich überhaupt gar nichts anzufangen weiß. Da prasselt zu viel auf mich ein und am Ende bin ich auch keinen Schritt weiter. Also damit ihr wisst: Ich bin nicht zu doof um Google zu benutzen - ich brauche menschliche Hilfe.)

Ich versuche mal zu beschreiben, was so meine Interessen sind und in welche beruflichen Richtungen ich schon gedacht habe (erstmal ganz abgesehen von irgendwelchen fachlichen Kompetenzen, die man dafür haben muss).

Ein ganz großes Interessengebiet ist Psychologie. Damit beschäftige ich mich tagtäglich und ich finde es einfach total spannend zu lernen, wie wir Menschen im Kopf so ticken und wie sich Gefühle, Gedanken und Verhalten erklären lassen. Mir macht es dabei sehr viel Spaß, Menschen zu helfen und sie in schwierigen Lebensphasen zu unterstützen und einer meiner Träume ist, dass ich diese Tätigkeit irgendwann auch professionell machen kann.

Für einen Beruf in diese Richtung spricht, dass ich ein großes Interesse dafür habe und viel Einfühlungsvermögen besitze. Ich kann gut beobachten, analysieren und auch lösungsorientiert denken.
Der Bereich "Psychologie" ist natürlich ziemlich groß. Es gibt sehr viele Berufe, die damit in Berührung kommen - ich muss ja nicht zwingend Psychologie studieren, um in einem Beruf arbeiten zu können, in dem ich Menschen unterstütze/berate. Da könnte ich auch in den Bereich Soziale Arbeit gehen, was wiederum auch ein sehr großes Berufsfeld ist, wo es viele Möglichkeiten gibt.

Dagegen spricht, dass ich - wie bei allen sozialen Berufen - viel mit Menschen zu tun habe und natürlich gut mit ihnen klarkommen und kommunizieren können muss. Kommunikation fällt mir mündlich leider extrem schwer. Schriftlich kann ich mich super ausdrücken und da fühle ich mich wohl, aber sobald ich vom Bildschirm weg bin und mit Menschen sprechen muss, sind da tausend Blockaden.
Zudem müsste ich für so einen Beruf selbst psychisch gesund und stabil sein und darin sehe ich auch ein Problem...


Ein zweiter Bereich, für den ich mich interessiere, ist Tierpflege. Ich kann einfach gut mit Tieren und die Arbeit mit Tieren macht mir Spaß. Ich mache in meiner Freizeit viel mit Pferden & Hunden und könnte mir vorstellen, das auch beruflich zu machen. Da ginge es aber eher nicht in den ärztlichen Bereich, sondern bliebe mehr bei der Pflege.

Allerdings gibt es in so einem Bereich meines Wissens nach nicht wirklich viele Weiterbildungsmöglichkeiten (?) und ich denke auch nicht, dass so ein Job gut bezahlt ist und ich würde später ungern so am Grund kratzen...

Es gibt aber ja auch Berufe, die sowohl mit Tieren als auch mit Psychologie zu tun haben, wie z.B. Reittherapeut*in.


Eine andere Überlegung wäre etwas in Richtung Schriftstellerin/Autorin. Schreiben ist mein Hauptkommunikationsmittel und ich bin vor allem sehr geübt darin, Gefühle und Gedanken zu verschriftlichen. Daraus sind schon einige schöne Texte entstanden und ich habe bisher nur positive Rückmeldungen bekommen und mir wird immer wieder gesagt, ich solle doch Autorin werden.
Allerdings glaube ich, dass das eher ein Hobby bleibt - zumindest sehe ich da irgendwie keine berufliche Perspektive (außer ich werde Bestsellerautor*in 😛).


Das Problem was ich habe, ist - und das ist auch der Grund, wieso das so ein angstbesetztes Thema ist - dass ich meiner Meinung nach total viele Schwächen habe bzw. mir ziemlich viel fehlt und das direkt wieder so eine große Bandbreite an Berufen ausschließt, die ich eigentlich gerne machen würde. Ich habe das Gefühl, es wird in so vielen Berufen so unfassbar viel von einem verlangt und vorausgesetzt und das kann ich alles gar nicht erfüllen - ich kann den Anforderungen nicht gerecht werden. Da sind gaaaanz viele Zweifel in mir.

Wichtig zu erwähnen wäre hier noch, dass ich bisher den Schulabschluss Mittlere Reife habe. Ich habe die 11. Klasse auf dem Gymnasium wiederholt, mit dem Ziel Richtung Abitur zu gehen, habe jetzt aber gemerkt, dass es nicht der richtige Weg ist und es an dieser Schule nicht weitergehen kann. Das waren jetzt dummerweise zwei Jahre umsonst.

Jetzt muss ich schauen, welche anderen Wege mir offen stehen, was ich möchte und brauche und womit ich das erreichen kann. Da ich, wie man dem oben geschriebenen entnehmen kann, bisher noch unschlüssig bin in welche der Richtungen genau es gehen soll, war jetzt eine Idee, dass ich irgendwo ein FSJ oder FÖJ mache. Ich weiß nicht genau wie das funktioniert, aber ich habe mit N. zusammen nach Stellen in der Nähe geschaut die das anbieten und z.B. auch schon bei einem Tierschutzhof in der Nähe wegen eines Praktikums angefragt und auch gefragt, ob die ein FÖJ anbieten. Eine*n Praktikant*in haben die aber leider schon und ein FÖJ bieten die nicht an. Dann haben wir nach weiteren Stellen geguckt, wo man ein FÖJ machen kann, aber da gibt es leider nur noch zwei weitere die vom Themengebiet für mich in Frage kämen, die sind aber nicht leicht zu erreichen (zwei Stunden Entfernung mit Bus und Bahn). Beim FSJ haben wir auch geschaut, aber da kommt auf den ersten Blick irgendwie gar nichts für mich in Frage - also in der Trägerliste stehen überwiegend Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kirchen, ... - da hat man einfach überall super viele Menschen um sich rum und das ist nichts für mich.
Eine andere Überlegung wäre ein Langzeitpraktikum (?). Da bin ich mir nicht sicher. Aber da wäre vielleicht wie beim FÖJ der Vorteil, dass man irgendwo reinschnuppert und erstmal ein Jahr "Pause" hat von Schule. Und da ist man denke ich in der Auswahl freier als beim FÖJ. Die Frage wäre dann auch, wo ich das mache.
Noch ein anderer Weg wäre Berufsschule. Da kämen aber gleich zwei Belastungen (Schule & Praktika) und ich müsste mich schon für eine Richtung entscheiden. Ich weiß nicht, ob das gerade der richtige Weg wäre... es hat ja seine Gründe, wieso ich jetzt mit Schule aufhöre.

Das ist jetzt lang geworden und ich habe einfach mal rausgeschrieben, was ich vermute, was an Informationen für die Entscheidungsfindung relevant ist, aber eigentlich weiß ich nicht, wo vorne und hinten ist und wo ich überhaupt ansetzen soll zu denken. Ich weiß nicht, was sinnvoll wäre oder was ich eigentlich will und ich habe keinen richtigen Überblick darüber, was es alles für Optionen gibt. Da ist für mich ganz viel Chaos. Man stelle sich eine riesen große MindMap vor, wo man unendlich weit rauszoomen kann und die nicht überblickbar ist, weil sie sich in unendlich viele Stränge und Abzweigungen ausweitet und man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. So fühle ich mich und das überfordert mich.
N. möchte, dass ich mich selbstständig darum kümmere, aber ich merke, dass ich das alleine nicht kann und deshalb brauche ich eure Hilfe. Vielleicht könnt ihr mir helfen, da ein wenig Ordnung und Struktur reinzubringen und mir weitere Denkanstöße geben? Vielleicht habt ihr auch noch andere Berufsideen oder Gedanken dazu, in welche Richtung ich meinen Weg einschlagen könnte....?
 
So ein paar lose, in wirrer Reihenfolge aufgeschriebene Gedanken zu deinen Überlegungen meinerseits:

Wenn du das, was in dem zukünftigen Job verlangt wird, schon jetzt können würdest, dann bräuchtest du keine Ausbildung.

FSJ oder sowas ist evtl. nützlich um mal mitzubekommen wie das Arbeitsleben so läuft, ist aber nichts, was dich auf dem Papier weiterbringt, das heißt du bekommst keinen Abschluss oder etwas in der Richtung, also besser nicht jahrelang mit sowas "rumtrödeln".

Ausbildung ist kein Zuckerlecken, in jedem Beruf gibt es Bereiche die einem überhaupt nicht schmecken, die aber trotzdem gelernt werden müssen.

Du wirst nicht alleine sein in dem Betrieb, Studienkurs, auch gibt es Berufsschule oder sowas und somit andere Menschen sowie Druck und Konkurrenzkampf.

Egal ob du ne Ausbildung machst, oder Abi nachholst und evtl. studieren wirst, kannst du anschließend davon leben? Ein Master in altgiechischer Philosophie ist zwar nett, aber reicht das um zu überleben????

Auch das Thema Tiere, ich vermute, gerade als Tierarzt (herferin) etc. wird man vornehmlich mit dem Leid der Tiere konfrontiert und weniger mit den schönen Seiten.

Genauso wie die Idee mit Psychologie/Soziale Arbeit, ist eine starke persönliche Involvierung wirklich eine gute Ausgangssituation?, ich glaube eher nicht, du kannst dich sicher super in diese Personen hineinversetzen und wirst deswegen jedesmal furchtbar mitleiden, und ihren Kampf zu dem deinen machen, ich glaube das eine große Distanz und eine gewisse Kaltschnäuzigkeit dazu gehören, um selbst unbeschadet zu bleiben.

Ich will dir jetzt nicht all deine Träume kaputt machen, ich weiß ja, das du eine liebe und herzensgute Person bist und das du allen helfen willst, vielleicht wäre es besser du suchst dir einen "langweiligen", "normalen" (Teilzeit) Job, (ob mit Ausbildung oder Studium) und und hängst dich eherenamtlich bzw. außerberuflich rein um dich zu verwirklichen und wenn du merkst es geht dir gut dabei, dann kannst du noch immer komplett umschwenken.

Es gibt auch beim Arbeitsamt eine Art "Test", also so nen mehrseitigen Fragebogen, wo am Schluss eine gewisse Tendenz zu erkennen ist in welche Richtung es gehen könnte, z.B. soziale Berufe, Handwerker, etc. informiere dich mal, kostet nichts.

Und zu allen anderen Sachen, mach dir ne List mit Pros und Contras, sei aber ehrlich zu dir, und vielleicht hilft es dir dich in eine bestimmte Richtung zu bewegen.
 
Meine erste Frage, bevor ich ausführlich auf deinen Text antworten möchte, ist, ob ich denn wirklich ehrlich zu dir sein darf und wie es dir momentan geht?

Ich lese dich viel und war ja auch einige Zeit in deiner Gruppe aktiver Mitschreiber. Du kennst ja daher meine Art, Dinge anzusprechen...

In deinem Text finden sich viele gute und realistische Denkansätze, aber leider auch viele Holzwege und Wunschdenken.

Gib daher bitte kurz Bescheid, ob du Wert auf meine Meinung legst und ob ich, wie üblich, direkt sein darf...
 
Vielleicht habe ich ein paar Anregungen, die Du für Dich prüfen kannst.

Aktuell bist Du auf dem Weg zum Abi.

Wenn ich Deine heutige Qualifikation betrachte, würde das zB nicht ausreichen, um in einer Verwaltung im gehobenen Dienst anzufangen. Demnach bliebe nur der Mittlere Dienst.
Im Mittleren Dienst werden – das wurde so erstritten – neben Leuten mit Mittlerer Reife auch Leute mit Abi zugelassen. Da die Auswahl anhand der nachzuprüfenden fachlichen Qualifikation statt findet, können Leute mit Abi sich gegenüber Leuten mit Mittlerer Reife durchsetzen. Aber nur dann, wenn sie den Abi-Stoff parat haben.
Du hättest den Stoff der mittleren Reife parat, sogar mehr. Es wäre also gut möglich, dass Du Dich auf Basis dessen, was grundsätzlich für die Laufbahn verlangt werden muss, durchsetzen kannst.

Für den gehobenen Dienst bist Du ohne Abi zu schlecht. Für Studiengänge, die dies erfordern, ebenfalls. Nun ist es bei dir so, dass Du momentan persönliche Hindernisse hast, das bestmögliche Abi abzulegen. Nur damit kannst Du mit anderen konkurrieren.
Legst Du ein gemäßigtes Abi hin, so bleibt das lebenslang. Es gibt keine Verbesserungschance.
Um dir den Weg nicht endgültig zu verbauen würde ich daher an deiner Stelle das Abi abbrechen, denn nur so ergibt sich die Möglichkeit, später in einem stabilen Zustand einen neuen Anlauf zu machen.
*************
Grundsätzlich hat bei der Berufswahl nur der eine Chance, der zukunftsorientiert die nächsten 40 Jahre im Auge hat.
Ich erinnere mich, dass vor – keine Ahnung – 10 Jahren kaum einer ein Pferd hatte. Wirtschaftlich geht es inzwischen vielen so gut, dass sie sich eins leisten können. Es gibt in meiner Stadt auch tausende Hunde, die man sich leistet. Es bellt überall.
Letztens gab es aber zwei erheblich einschneidende Dinge: Corona und den Krieg.
Lass mich raten, dass die Kosten nicht keiner trägt, sondern dass die Leute sie tragen werden müssen.
Kosten sind das Gegenteil von Überfluss, daher werden, wie die Politik es voraussagt, Leute den Gürtel enger schnallen müssen. Luxusberufe wie Hundetrainer oder Gassi-geher haben auf lange Sicht wenig Chance.
Vom Trend her geht es ausserdem in Richtung Klimawandel. Daher würde ich weder Tankwart lernen noch Kaufmann für Kohlen- und Heizölverkauf.

Man müsste sich also gedanklich auf die Suche begeben, wie die Welt in 20 Jahren aussieht – und wer am meisten gebraucht wird.

Um Deinen Weg zu finden, wäre ein FSJ vielleicht ein Weg. Allerdings bist Du dann wohl an einer Stelle ein Jahr integriert.
Würdest Du aber Praktikum an Praktikum reihen, so hättest Du einige Stellen mehr. Die Stellen würden Dir zeigen, was Du nicht aushalten kannst. Denn darum geht es.
Alles was man aushalten kann ist zwar nicht ideal - aber machbar.
Es geht hier nicht um das Betriebsklima, sondern um die Arbeit!

Würdest Du Dich beispielsweise mit dem Beruf eines Friedhofsgärtners (braucht auch keiner mehr, gibt Urnenfelder) identifizieren, so hättest Du den ganzen Tag Hobby, was Dich null belastet.
Würdest Du am Fließband auf Kartons aufpassen, wäre die monotone Arbeit so anstrengend, dass Du abends fertig bist.
Das gilt es, in praktischer Selbsterfahrung für sich heraus zu finden – also nicht am PC.
Zuletzt noch eins.
Es gibt ein paar „Universalberufe“, von denen man aus streuen kann.
Meine Eltern haben mich dahin gehend gut beraten.
Ich konnte leider ohne Land kein Bauer werden, wusste aber, wie man „ohne Werkzeug“ repariert.

Daher bin ich erst Maschinenschlosser geworden. Damit konnte ich im Maschinenbau, Stahlbau, in Autowerkstätten, auch bei Zimmerleuten und Dachdeckern, im Wasserwerk der Stadt , auf dem Bau, selbst beim Schafe scheren und bei allen Berufen, bei denen man egal was irgendwie bearbeiten muss, ankommen und musste später nur noch entscheiden, ob es immer so weiter geht – oder ob ich doch lieber ins Büro gehe.
Dies habe ich dann auch getan und nach Feierabend das weiter geführt, was ich früher gelernt habe. Aber ich musste es halt nicht, und was an Körperverschleiß eingetreten ist, war freiwillig.
 
@Styx.85 und auch an alle anderen:
Ihr dürft ehrlich eure Gedanken dazu rausschreiben - ich denke, dass nur das mir wirklich weiterhelfen kann. In manchen Momenten kann ich Direktheit ab und in manchen eher weniger, aber das darf euch komplett egal sein, denn ich werde versuchen in diesem Thread nur zu schreiben, wenn ich gerade auch in der Lage dazu bin logisch und zukunftsorientiert zu denken. Von daher ist es hier auch eher unrelevant, wie es mir gerade geht - ich achte auf mich und die verzweifelte/sensible/kleine Kampfmaus hat woanders im Forum ihre Orte und gehört hier nicht her. Das hier ist ein Thread, der mich weiterbringen soll. Also: Seid gerne ehrlich zu mir.
 
Hallo Kampfmaus,

erstmal möchte ich dir meinen Respekt aussprechen. Du wirkst für dein Alter sehr reflektiert und hast laut deinem Profil sehr gute charakterliche Züge. Sehr sympathisch 🙂.

Du erinnerst mich auch sehr stark an mich. Mit dem Unterschied, dass ich 32 bin und du 18. Ich habe ziemlich lange rum gegurkt. Wusste lange nicht genau was ich machen möchte und wozu ich fähig bin. Leide (teilweise litt) unter Depressionen, bin eher introvertiert, hätte mich vor 12-13 Jahren auch noch in die sozial Phobie Schublade gesteckt und Probleme mit ADS. Aber es wurde besser. Gefühlt kämpfe ich auch jeden Tag im Leben um voran zu kommen.

Schreibe übrigens auch viel lieber als zu sprechen, telefonieren ist häufig ein Graus für mich. Aber es wird besser. Weißt du warum? Weil ich mich genau dem gestellt habe was mir Angst macht. Den Menschen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Klar, gab es sehr unangenehme/schlimme Situationen, aber sie gehen vorbei. Schau dann nach vorne!

Heute bin ich Erzieher (seit 2 Jahren fertig), weil ich etwas im Leben von Menschen bewegen möchte. Und im Kindergarten legt man den Grundstein für alles weitere. Psychologie spielt hier dann selbstverständlich auch eine riesige Rolle.

Glaub mir, die Ausbildung war kein Zuckerschlecken speziell für mich. Ich habe große Probleme mit Vorträgen. Und in der Ausbildung haben wir massig Vorträge gehalten. Aber ich wurde auch immer besser. Trotz anfänglichem stottern, verhaspeln etc. - es geht. Man muss sich nur trauen. Ich finde zum Teil muss man sich auch selbst ins kalte Wasser schmeißen und aus seiner Angst-/Komfortzone kommen.

Übrigens... ich habe heute noch großen Respekt vor Elterngesprächen. Aber hier habe ich zum Glück ein nettes Team, welche auch über meine Probleme bescheid wissen und mich dort unterstützen. Die Gespräche führen wir dann öfters, je nach Kind/Eltern dann zu zweit. Dafür bringt ich mich dann anders ein und glänze mal mit meinen handwerklichen Qualitäten ;-).

Wenn du mal per PN schreiben möchtest, biete ich mich gerne dafür an. LG


PS: Du hast noch soooooooooooooo viel Zeit, mach dir da gar keinen Druck. Und nehm dir KEIN Beispiel an anderen, das zerfrisst dich. Jeder hat sein eigenes Tempo - es geht nur um dein persönliches Glück am Ende. Also lehn dich zurück und entspanne dich 🙂 .
Mein Zwillingsbruder hat z.b. noch mit 27 angefangen zu studieren und nun seinen Bachelor gemacht - er fängt nun in einem - glaube ich - Ingenieurbüro an.
 
Ihr dürft ehrlich eure Gedanken dazu rausschreiben - ich denke, dass nur das mir wirklich weiterhelfen kann.
OK. Aufgrund deiner Beiträge halte ich dich für labil und gefangen in Verhaltensmustern, die dir nicht immer guttun. Ich hielte einen Auszug für sinnvoll, jedoch solltest du nicht alleine leben.
Deine psychischen Probleme sprechen für eine "geschützte" Ausbildung, wie sie in einem Bildungswerk mit Internat möglich wäre.
Im Bereich Psychologie sehe ich dich absolut nicht.
Zum Rest kann ich nichts sagen.
 
Hallo Kampfmaus

Ich finde es sehr gut, dass Du hier den Thread gestartet hast und hoffe, dass Du viel für Dich wertvolle Tipps bekommen wirst.

Als Psychologin sehe ich Dich nicht, denn ich denke, dass du Dich nicht genügend abgrenzen kannst und die Probleme anderer zu dicht an Dich heranlassen würdest. Und solange es Dir selbst nicht sehr viel besser geht und Deine Baustellen nicht etwas abgearbeitet sind, wäre das nur eine weitere seelische Belastung. Aber Du bist ja hier im Hilfeforum aktiv und Du kannst später ja immer noch im Bereich Psychologie z.B. ein fernstudium als psychologischer Berater oder Coach machen, wenn du älter bist und auf eigenen Füßen stehst.

Mit Tieren könnte ich mir gut vorstellen - auch im Bereich Zoo oder was es sonst noch so alles gibt.
Du wirst natürlich in allen Bereichen und Ausbildungen Kontakt mit Menschen haben, aber vielleicht ist diese Konfrontation auch etwas, was Du schaffen könntest und es Dich weiterbringen kann, wenn Du auf ein Ziel hinarbeitest. Ich denke, es ist leichter, sich einer schwierigen Situation zu stellen, wenn man weiß, dass man damit einen Schritt in Hinblick auf einen Beruf macht, der einem liegt.

Ich könnte mir denken, dass ein freiwilliges soziales Jahr Dir gut tun würde, besonders, wenn du möglichst von Deinem Elternhaus wegkommen würdest oder zumindest tagsüber. Du bist noch sehr jung und musst beruflich nichts übereilen und hättest ein Jahr Zeit, in Ruhe zu überlegen, was Du willst und würdest auch in sozialer Hinsicht sicherlich wachsen und ein paar Dinge ändern können vielleicht.

Hier ein Link zu Tätigkeiten mit Tieren:

 
An das Urgestein - und damit meine ich alle in diesem Forum - kennt ihr Bambieaugen !? Wer sie kennt weiß auch wie labil / zart sie war. Wir waren mehrere Jahre befreundet und ich kannte sie gut privat. Sie hatte aber einen Traum, eine Bestimmung für sich im Kopf. Sie wollte unbedingt studieren und in einem sozialen Bereich arbeiten. Trotz ihrer massiven Probleme.

Und wisst ihr was? Sie hat soziale Arbeit studiert, arbeitet beim Kriesendienst (Seelsorge), egangiert sich beim weissen Ring und konnte sich frei kämpfen. Heute ist sie, zumindest weiß ich das seitdem ich mit ihr das letzte mal Kontakt habe, sehr glücklich mit ihren Entscheidungen. Also steckt nicht gleich den Kopf in den Sand.

Ich habe mir zu meinen schlimmsten Zeiten übrigens auch mal ein BBW von innen angeschaut. Zum GLÜCK nur besichtigt. Der zweite Arbeitsmarkt ist einfach nur ein Abstellgleis - bei Kampfmaus sehe ich Potential es zu schaffen. Auch wenn es länger dauern könnte.
 

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