Einfach ausprobieren was man will. Keine Angst vor Fehlern. Ein Fehler wäre es nichts auszuprobieren aus Angst. Keiner weiß indem Alter was er will. Das findet sich alles.
Und gerade an dieser Einstellung gehen viele Menschen auch kaputt. Nur weil sie vielleicht für dich persönlich die richtige ist, muss dies noch lange nicht für alle Menschen zutreffen. Ich behaupte ja gar nicht, dass man sein Leben von Angst bestimmen lassen soll. Aber manchmal ist die Angst eben auch ein guter Lehrmeister. Der einen davor bewahrt, Dinge zu tun, durch die man am Ende die eigene Selbstachtung verlieren würde oder etwas anderes "Wertvolles", was einem in diesem Moment noch nicht bewusst ist. Ebenso finde ich es unangebracht, sich zu Dingen überreden/drängen zu lassen, nur weil sie für andere "normal" sind und "jeder" das macht, wenn man gleichzeitig tief in seinem Inneren fühlen kann, dass man die Verantwortung dafür (noch) nicht übernehmen kann oder will. Und nur weil auf den ersten Blick scheinbar "alle" etwas machen, bedeutet das noch lange nicht, dass dies der Weg in ein glückliches und erfülltes Leben ist.
Im Übrigen vertrittst du - ich vermute ohne es zu merken - mit dem Übergehen der eigenen Gefühle/Abwehr auch eine Argumentationsweise, mit der eine gewisse Art von Männern versucht, (unerfahrene/gutgläubige) Frauen ins Bett zu bekommen: Stell dir mal einen Jungen vor, der Sex möchte, und ein Mädchen das sich unwohl bei dem Gedanken fühlt. Und der Junge argumentiert dann genau in diese Richtung: In ihrem aktuellen Alter sei es "normal", Sex zu haben, vor allem wenn man in einer Beziehung ist... das werden am Ende "wertvolle Erfahrungen", man soll sein Leben nicht von "Angst" bestimmen lassen. Und "vielleicht" wird es am Ende ja auch ganz schön für sie. Aus dieser Perspektive klingt das doch wie ein Draufgänger, der versucht ein Mädchen ins Bett zu bekommen, und nicht wie ein einfühlsamer, liebevoller Freund. Findest du nicht?
Du meinst auch dass es ist wichtig ist, dass man nicht an den Falschen gerät. Aber wie möchtest du so etwas herausfinden wenn nicht durch das Hören auf das eigene innere Körpergefühl? Gerade in diesen Situationen warnt einen der eigene Körper am zuverlässigsten, wenn sich der Verstand irgendwo festgefahren hat und blind für das was gerade wirklich passiert ist. Zumindest so lange man noch dazu fähig ist, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen. Ich finde es jedenfalls gar nicht so leicht, herauszufinden, ob jemand der Richtige ist. Dazu kommt noch, dass Menschen verschieden sind... manche stecken es leichter weg, sich für den Falschen entschieden zu haben, andere hingegen gehen daran kaputt...
Zustimmen kann ich dir in dem Punkt, dass wenn man wirklich jemand passenden gefunden hat und dieser Person wirklich vertrauen kann, die entsprechenden Gefühle normalerweise ganz von allein kommen. Ich hab ja nicht behauptet, dass diese Abwehr für immer andauern muss. Ich würde es nur besser finden, von vornherein nach so jemandem zu suchen und erst mal richtiges Vertrauen aufzubauen (das man sich auch erarbeiten muss), gerade wenn es um so einfühlsame Personen geht wie die TE. Aber das bedeutet eben auch, sich von denjenigen zu lösen, die keine solchen Gefühle in einem auslösen können. Und möglicherweise eine Weile länger allein zu bleiben.
Ein seriöser Frauenarzt wird niemanden zur Pille zwingen. Die Pille ist ein Medikament und keine Zuckerbonbons. Das diese nicht einfach so genommen werden sollte klar sein.
Dann kannst du dich entweder glücklich schätzen, einen der wenigen verbleibenden seriösen Frauenärzte zu haben (die gibt es wirklich vereinzelt noch), oder du hast eine völlig verzerrte Vorstellung von der heutigen Realität. Ich hab in meinem Freundeskreis an allen Ecken und Enden von Situationen gehört, wo die Frauenärzte die Pille sehr aggressiv beworben und versucht haben, den Mädchen/Frauen ein schlechtes Gewissen einzureden und Angst zu machen, wenn sie diese nicht nehmen. Ein typischer Fall war zum Beispiel das Ausbleiben der Periode bei einer Freundin - ihr wurde gesagt sie sei krank und nur die Pille könne ihr helfen. Was völliger Unsinn war, sie hatte in der Zeit einfach viel Stress und hatte dadurch zu viel abgenommen. Als sie wieder zugenommen hatte, war ihr Zyklus wie früher, ganz von allein. Oder andere Freundinnen, bei denen versucht wurde, ihnen eine Hormonstörung anzuhängen obwohl sie völlig gesund waren. Und eine, die sich in ihrer Orientierungslosigkeit tatsächlich überreden lassen hat, die Pille zu nehmen, bekam ab dem Moment massive gesundheitliche Probleme, die auch nach dem Absetzen einige Monate später nicht mehr verschwunden sind.
Aber ich will nicht zu sehr vom Thema abdriften.
Das du nichts von der Pille hältst hast du hier ja schon oft vertreten. Musst du nicht jedem reindrücken.
Antidepressiva nimmt man auch aus einem bestimmten Grund.
Ich drücke hier niemandem etwas rein, ich weise nur auf real existierende Nebenwirkungen hin, die vielen Frauen einfach nicht bekannt sind. Schau dir nur mal den Faden von Leafa an anderer Stelle heir im Forum an. Die TE halte ich für eigenverantwortlich genug um selbst zu entscheiden, ob ihr diese Informationen weiterhelfen oder nicht.
Nicht jeder der kein Bock auf Körperkontakt hat nimmt Medikamente oder hat eine Störung.
Das habe ich auch an keiner Stelle behauptet. Ich habe verschiedene Aspekte angesprochen und die TE kann daraus selbst auswählen, ob ihr etwas davon weiterhilft oder nicht. Und das was ihr nicht weiterhilft kann sie einfach ignorieren. Diese Entscheidung brauchst du ihr nicht abzunehmen. Ich maße mir nicht an, alles über jeden Menschen hier bis ins Detail zu wissen. Bin aber auch nicht bereit, mögliche Aspekte von vornherein auszublenden, nur weil sie dem einen oder der anderen hier nicht ins Weltbild passen.