Ich glaube du hast Manuel da nicht ganz verstanden. Ich kann ebenfalls aus der Sicht des Kindes reden und erkenne auch heutzutage diese gewissen Verhaltensmuster bei anderen Kindern. Als Kind hat man eine Denkpsyche, die wir nun, als ältere Menschen, nichtmehr auffassen können, aus vielem Einfluss und Selbsterkenntnis heraus.
Ob Ignoranz tödlich ist, dazu habe ich mich nicht genau informiert, aber ich weiß dass es in der Tierwelt so ist, dass Junge verkümmern ohne Liebe und Geborgenheit, auch Zurechtweisung spielt da eine Rolle.
Wenn man keine Aufmerksamkeit bekommt, dann macht man auf sich aufmerksam. Man schreit. Als Baby schreien wir auch, weil wir uns nicht anders ausdrücken können, wenn wir etwas brauchen. Als Kind tun wir das immernoch, nur entwickelter ausgedrückt. Vielleicht wage ich mich damit sehr weit hinaus, aber irgendwo verliert auch die Mutter irgendwo eine Grenze zwischen Zurechtweisung und Misshandlung. Wenn das Kind nun diese Grenzen mitüberschreiten muss, es hat ja nicht die Wahl dazu, wird auch seine Grenze der Aufmerksamkeitssuche geweitet. Liebe bekomme ich nicht, aber ich brauche dich dennoch. Dann schreie ich. Das magst du nicht. Du schlägst mich. Ich weine. Das magst du nicht. Andersherum funktioniert das nicht genauso. Die Grenzen füreinander des Schreiens und Antwortens schwimmen irgendwann auseinander und haben keine Auffassung für Bedürfnis mehr.
Irgendwann entwickelt sich dadurch ein für sich selbst bekanntes Muster, das nur schwer zu durchbrechen ist.
Man muss ja auch sagen, es gibt die eine und die andere Selbstbestrafung. Es gibt Selbstgeiselung aus Überzeugung, Sadomaso aus Fetischspaß, Selbstverstümmelung und nicht immer sind diese Dinge aus einer geschundenen Kindheit gekommen.
Ich denke auch nicht, dass Gefühle sterben, außer man hat Alexithymie oder ähnliches.
Und das Kind wird nicht mehr erwachsen, in gewisser Hinsicht. Wenn man immernoch in dieser "Selbstbestrafung" hängt, um dadurch seine Kindheit zu kompensieren, dann ist man in gewissem Sinne in dieser festgefahren. Man selbst ist immernoch das zu bestrafende Kind und empfindet sich auch so. Man ist immernoch auf der Suche nach Aufmerksamkeit, die man nicht verdient hat und drückt sie nur nichtmehr durch Schreien aus, sondern durch Wut oder anderem.